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Der Orient · 1840-08-29 · 35 (29.8.1840) · p. 555

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
35 (29.8.1840)
Article
Wörterbücher zum Talmud!
Date
1840-08-29
Page
555 (sequence 2)
Language
German
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555 Die unbrauchbaren Wörterbücher zum Talünrd. 556 logie, Mythologie und Naturkund e rc. (Grimma, Druck und Verlag des Verlagscomtoirs) fcCfiß, der gelehrten Welt präsentirt. Mit Recht erstaunt man schon Seite 2 der Vorbemerkungen, Land au's Beweis der Unbekanntschaft des talmudischen Zeitalters mit den Vokal- und diakritischen Zeichen, aus seinem 1822 herausgegebenen Schrift: Geist und Sprache der Hebräer nach dem zweiten Tempelbau rc. m i t V ers ch w e i g u n g der Quelle w örtlich abgcdruckt zu finden! Diese kleine Entlehnung erregte in dem Unterzeichneten gerechten Verdacht und führte zu einer vorläufigen Prüfung der in dieses Gebiet schlagenden Artikel. Ich fand da in der That eine unverzeihliche Plünderung der dem Aruch für Philologie, Geschichte, Archäologie, Geographie, Natur und Kunst beigegebenen Anmerkungen Landau's, und die Schlagwörter mit Beibehaltung seiner Verstöße und Druckfehler übersetzt. Der geneigte Leser möge vergleichen die Artikel: -y"jjX Aruch S. 36. Anmerk. 1. Aruch S. 65 Anm. 2. sSTlK Aruch S. 44. Anmerk. 1. Aruch S. 47. Anmerk. 2. frOpEft Aruch S. 57. Anmerk. 1. Aruch S. 94. Anmerk. 2. Aruch S. 109. Anmerk 1. Aruch S. 113. Anmerk. 1. tfruäj (5. 162. Anmerk. 1. kurz jedes Wort altrabbinischer Sprache ist aus Land au's Aruch wörtlich compilirt, ohne die auffallendsten Fehler verbessert zurück zu geben. So wird S. 20. frODDK- (in den Ausgaben des Talmuds S ch w er e, L a st, Gewicht übersetzt; soll heißen (wie Rasch: Sabbar 151,d. ensuMe s. Marpe Laschon zum Talmud): Webebaum, daher Aruch richtig &ODD& mit Jonat. ptfTgrf ]D?N Lud. 1-6, 14. übereinstimmend, statt liest; aber auch Art. folgt jener Herausgeber Landau's und Buxtorf's unrichtigen.Uebersetzung. S. 24. pnt^JN verhärtet, statt ihr habt verhärtet, wobei ich bemerken muß, daß auch diese Uebertragung keineswegs mir diesem Worte, sondern mit der bestehenden Leseart pFUfifptf (Aphel) übereinkommt. Lächerlich ist das erdichtete Stw. die dieser Herausgeber öfter zu improvisiren weiß«- — S. 37 IDV'inN Obligation, Sicherheitsverheißung (und aus Landau's Anmerk. Aruch S. 55) l etz t e S t u tz e, durchaus falsch! man versteht darunter Grundstücke, die zur Zeit als die Schuld gemacht wurde, im freien Besitze des Schuldners gewesen, und von diesem sp a te r an einen a n d e rn verkauft wurden. Am Entsprechendsten dürfte das Etymon des Aruch Art. (Landau'sche Ausgabe S. 678) sein, daher: schulden fr eie Grundstücke überhaupt. Doch wozu mit mehrere Beweisstellen ermüden? ex ungue leonem — Aber das Großsprecherische des-Titels: Vollständiges rc. kann ich nicht ungerügt lassen, indem sogar Artikel des Aruch, als r (in L.'s 'A. S. 16),'IfrViStf (in L.'s A. S. 19) (in L.'s A. S. 24) (in L.'s A. S. 25) u. m. fehlen/ Die Erfahrung lehrt, daß die Brauchbarkeit eines solchen Werkes nur durch phraseologische Citate sicher gestellt ist. Alsichzufällig m diesem maskirten Wiederabdrucke 'S. 95 Chald.' Leuchte, und gleich darauf Gurke, b) Thurau gel las, siel mir die Stelle Bereschit Rabba, Parascha 85 ein, wo ID&n Wti (®en. 38, 2.) fcönfcO .fcrun erklärt wird, diese müßte mit Hülfe dieses vollständigen Lexicons: Sohn des Mannes, des Kaufmannes, Gurke (oder T h ü r a n g el) der Stadt übersetzt werden. Ich habe wahrlich nicht geglaubt, daß Landau's vor 25 Jahren in Druck gegebenes Werk, welches alle Mängel einer jugendlichen Arbeit nicht verhehlt, jetzt von einem literarischen Compilator als neue Waare ausgeboten werden wird. — Bevor ich schließe, muß ich einen Artikel dieses Werkes mittheilen, dessen Erläuterung eigenes Geisteserzeugniß des Verfassers ist, und das Argument liefert, was gelehrte Unselbstständigkeit sei.- (S. 92) m. chald. das Orakel. Midr. Samuel. Die Rabbiner: (?) geben dieses Wort als synonym mit D^pX*)/ also buncgestickte (?) Orakelbilder, daher punktiren(?) das Stw. sein könnte; allein da, zufolge des Buches Pirke Eliser vor den Götzen Lichter angezündet wurden, so möchte wohl p^H äcceudo das Etymon und für ^ppNy(?) fälschlich ^ppTO geschrieben sein. Dieser Etymolog hat dieses Wort auf Grund und Boden nicht untersucht, oder was wahrscheinlicher, die Stelle gar nicht verstanden. Im Midr. Samuel Parascha 22 lehrt Rabbi Jbo die Terafim der Michal (i Sam. 19, 13) waren D'H-’lp.) 'JpiprQ Musafia giebr der Lesart mit Resch (wie Jalkut Sam. sig. 129 wo auch ^"yp^ statt ONIp^)) den Vorzug, findet darin veriloqui (Wahrsager) und versteht unter ON'ipü Zeichnungen und Abbildungen, daher: Bildnisse der Wahrsager. Landau hielt sich im Aruch an dieser Lesart, fand aber den Gleichlaut mit Orakel, demnach bedeutet die Midraschphrase: Bilder der Orakel; folglich geben die Rabbinen keineswegs dieses Wort als synonym mit ONIp); jedoch zeigt der etymologische Theil dieses Artikels, daß für diesen Theil das Werk unbrauchbar ist. F. d. W. Zur Geschichte -er Homiletik. ,>n'N2N, Morte Gottes oder Gottesdietist lieht Vovträge, v on Br. Samuel Holdheim, . Rabbiner," als ein kleiner Beitrag zur Homiletik im Judenthume von JTm JL. J?rankel9 ennd. pbil. aus Ko er tin. So jung auch die jüdische Theologie als Wissenschaft und so gering auch die Anzahl der wissenschaftlich-gebildeten Theologen ist: so sind dennoch schon so viele Predigten einzeln, in

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