Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 35 (29.8.1840)
- Article
- Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen
- Date
- 1840-08-29
- Page
- 549 (sequence 1)
- Language
- German
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549 550 Bemerkungen über die neuesten Bibelübersetzungen. Dr. Zunz's Bibelwerk. Bemerkungen über die in letztverfloffenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen.') sFortsetzurrg.l S. Die Bibelübersetzung unter Redaktion des Dr. Zunz.') Die gute Aufnahme, welche meine Bemerkungen zu der Salomon'schen Bibel Ann. 1839. 24. Allg. Zeit, d. I. 1839. 80 fanden, veranlassen mich, auf dieselbe Weise die genannte Bibel zu behandeln. Meine Absicht war und ist nicht allein die, welche mir die Loyalität des geehrten Herrn Verfassers daselbst unterlegte, sondern auf das biblische Publikum, wozu eigentlich ganz Israel gehört, auf die Leistungen dieser Gelehrten aufmerksam zu machen. Dabei wünschte ich auch über manche Auffassungsweise Aufschluß von den Herrn Verfassern, da diese Uebersetzungen durch keinen Comwentar erläutert sind. Dazu kommt endlich noch, daß eine Bibelübersetzung von solchen Autoritäten nicht ohne Einfluß auf die Cocrektion der Bibel selbst bleiben kann, und wie man behauptet, entbehren wir immer noch eine korrekte Bibel. Es haben, um ein Beispiel anzuführen, Dr. Salomon und Dr. Zunz l Ehr. 24, 8 in ihren Uebersetzungen „Scheorim" mit Schm; dagegen lesen die Septuaginta, Vulgata, Luther, Martin, der Engländer, meine Exemplare alle und Gesenius im Wörterb. dieses Wort mit Sin. Ist es ein Jrrthum bei den Erstem, oder haben sie Grund dazu es mit Schm zu schreiben? Solche und ähnliche Zweifel werden, wie ich hoffe, auf diesem Wege ihre Lösung finden. Im Allgemeinen ist diese Bibel mit großer Eleganz und genauestem Anschmiegen an das Original bearbeitet. Die Eigennamen sind genau ticid) dem hebräischen Texte ausgedrückt mit wenig Ausnahmen, die man gern wegwünscht. So wird durchweg, wie Gen. 22, 23, „Rebekah" geschrieben, die Consequenz verlangt etweder „Ribkah", wie Salomon und Herxheimec schreiben, oder „Rivkah", wie Philippson schreibt. Solcher Abnormitäten finden sich indessen sehr wenige darin. Folgende mögen sie 1) zur größern Abwechselung für.die Leser des Orients habe ich die sehr große Recension der Salomon'schen Bibelübersetzung für einige Nummern unterbrochen, um dieser über die Zunz'sche Raum zu gönnen; später werde ich sie abwechselnd mittheilen. Red. 2) D'QirO PHIn. Die Vierundzwanzig Bücher der heiligen Schrift. Nach dem masoretischen Texte. Unter der Redaktion von Dr. Zunz übersetzt von H. Arnheim, Dr. Julius Fürst, Dr. M. Sachs Mit Tauchm'tz'schen Stereotypen. Berlin, Beit u. Comp., 1838. Dazu kam noch, Zeittafel über die gesummte heilige Schrift von Dr. Z u n z. Daselbst 1839. alle sein. Gen. 46,9 heißt dieselbe Person Falu, welche Exod. 6,14 Phalu und Num. 26,5 Fallu genannt wird. Gen. 10, 16 Jebusi, Exod. 13, 5 Jewusi. — Exod- 28, 18 Sapir und 24, 10 Sapphir. — Gen. 29, 34 Levi, aber 34, 25 Lewi. — Gen. 46, 9 Eharmi, aber Num. 26, 6 Karmi. — Gen. 46, 10 Jachin, aber Num. 26, 12 Jakin. — Gen. 46, 21 Becher, aber Num. 26, 35 Beker. . Daß die Uebersetzer sich der aus dem Griechischen stammenden Buchstaben PH und Th enthalten haben, kann nur gttobt werden. Sie schreiben mit Recht Jefet, Efcon, Naftali, Josef, Elisas, Sisi'm. Warum aber dennoch „Pharaoh"? Bei dem 2 am Anfänge des Wortes schwankt die Uebersetzung, so „Frat" und doch „Pelischtim." Wir wollen nun unserm Vorsatze getreu der Uebersetzung prüfend folgen. Die ersten vier Bücher des Pentateuchs sind von Hrn. H. Arnheim übersetzt, dem wir nun auch eine neue Uebersetzung des Gebetbuches der Israeliten und zwei Theile der Jozerot zu verdanken haben. Dieser meisterhafte Uebersetzer übersetzt nun: Gen. 1, 2. über der Flache der Wasser, Q'Q also wird pluraliter genommen, aber 7, 7.. 8. singulariter. — Gen. 1, 8. der zweite Tag. Nach der hier überall befolgten Pracision hätte der Artikel wie im Hebräischen nur beim sechsten Tage ausgedrückt werden sollen. So Hr. Salomon, Herxheim er und Philippson. — Gen. 1, 12. und Bäume Frucht tragend, worin ihr Samen ist, nach ihrer Art. Den Worten des Textes wäre entsprechender gewesen der Singular in collektivem Sinne wie im Hebräischen. So Salomon und Philipp so n. -Gen. 3, 20. Und es nannte Adam. Bis jetzt schreibt 2fr. allenthalben „Mensch" hier „Adam," dann wieder „Mensch," 4, 1. wieder „Adam." — Gen. 4, 7. Ist dem nicht so? Du bringst schöne Gabe, oder bringest sie nicht, vor der Thüre lagert die Sünde. Eine vernünftigere und bessere Erklärung dieses Verses ist mir noch nicht vorgekommen. Sie ist zum Theil nach der Septuaginta. Wenn Philippson in seinem Bibelwerke dagegen bemerkt, daß nw nie „Opfer darbringend" bedeute, so möge er .wohl Ex. 20, 31 ■JDDTOriö übersehen haben. — Gen. 6, 3. in ihrem Wahne wird er Fleisch. Eine ganz vortreffliche Erklärung. Die Einwendung des Hrn. Herxheimer, daß hier von strafbaren Verbrechen, nicht von Jrrthümern die Rede sei, finde ich hier sehr ungegründet.— Gen. 6, 16. und nach dem Maaße fertige sie von oben. Es ist undeutlich, worauf sie bezogen werden soll, aus die Lichtluke, oder auf die Arche. Nimmt mm mit Fürst in der Concordanz gegen Benseeb und Andere an, sei weiblich, welches der Verfasser, wie es scheint, erst nach unsrer Stelle bestimmt, jo ist es im Original auch zweifelhaft, worauf man es beziehen muß. Es giebt indessen keinen klaren Sinn in dieser