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Der Orient · 1840-08-29 · Heft 35 (29.8.1840) · p. 266

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 35 (29.8.1840)
Article
Jerusalem: die dortigen Juden
Date
1840-08-29
Page
266 (sequence 2)
Language
German
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266 digste. Es ist aus dem Felsen gehauen und steht frei da. Die Basis ist viereckig, jede Seite ist mit jonischen Pilastern verziert., ü.be-r.- denew sich ein Fries erhebt, das mit Metapen und Triglyphen geschmückt ist. liebe? diesem Grundgebäude erhebt sich ein gemauertes Viereck und über diesem wölbt sich endlich die Kuppel, welche in eine Spitze ausläuft. Das ganze mag 20 Fuß hoch sein. Man sieht keine Eingangspforte, aber an einer der obern Seiten hat man gewaltsam eine Oeffnung gemacht, durch die jeder Vorübergehende gewöhnlich einen Stein wirft, um sein Abscheu vor der Empörung des Sohns Absalom gegen seinen Vater auszudcücken. Die Erde ist ringsum mit solchen Steinen bedeckt." PrrL'is, 16. Aug. Man erwartet mitderlevantisthM 'BrleWoft die ersten Briese des Hm. Cremieux aus Alexandrien über, die wieder sehr besprochene Jude nsache. Uebrigens wird zum Theil die Reise des Hm. Cremieux vergebens sein, da auf Hrn. Thiers ausdrückliches Verlangen, dem natürlich unter den bestehenden Conjuntturen der Vicekönig in Allem sich fügen muß, der Proceß, nicht wie ec anfangs sollte, in Alexandrien, sondernin Damaskus geführt werden wird-; als Grund dieses Verlangens ward die feindselige Stimmung der Confuln in Alexandrien gegen Frankreick) angegeben. Es ist die Frage, ob Hr. Cremieux gerathen findet, unter den jetzigen Verhältnissen nach Damaskus zu gehen, wo er übrigens mit Hm. von Montalembert zufammentreffen könnte. Bei Hrn. v. Rothschild, der jetzt wieder im besten Vernehmen mit dem Constilprasidenten steht und alle Augenblicke nach Auteuil fahrt, concentriren sich demnach hier fortwährend alle Bestrebungen zur Aufklärung dieser Angelegenheit, die immer mehr zu einer Dppositions fache gegen Hrn. Thiers sich zu gestatten scheint und zu deren Mittelpunkte die Debats sich immer noch machen.- Auffallend ist daß man den Bericht des von- Alexandrien abgeschickten Viceconfuts, um das Benehmen des Hrn. Ratti- Menton vorläufig zu untersuchen, schon langst hier eingegangen weiß, und fortwährend das tiefste Schweigen über dessen Inhalt beobachtet wird. Daß die hiesigen Israeliten so viel als möglich aus den Vorgängen bei der türkischen Untersuchung Züge verbreiten, die ihre Glaubensgenossen ehrenwertst Herausstellen, versteht sich. So spricht man besonders viel von dem Benehmen Farhi's, des Juden, der erste Minister unter dem Vorgänger M'ehmed Ali's und der mächtigste Mann im Lande geivesen. Auf die Frage, wo sie das Blut hmgethan hatten, soll ec mit grimmigen Lächeln erwiedert haben: „Mut? nein, Blut wollt ihr nicht, aber mein Geld! Ich kenne euch; denn ihr habt früher alle vor mir im Staube gelegen l " Ja, man geht so weit, zu versichern, daßder Pater Thomas noch lebe, nur versteckt und fortgescha-fft worden sei; was er sich'Alles zum Heile der Ausbreitung der alleinseligmachenden Kirche in Syrien gefallen lasse und eine Art Martyrerthum dabei suche. Diese Sache ist so seltsam, daß man allerdings alle Detailswie sie beide The-ile angeben, von großem Interesse finden und aufbewahren muß. Großbritannien. Lonöorr, 3. Aug. Mit vieler Freude bemerken wir, daß sich die Juden in den wichtigsten Lebensfragen zu betheiligen beginnen. Allgemeine Ausmerksvmkeit haben sie sich durch ihre Theilnahme an den Sitzungen des Convents zur Ausrottung der Sklaverei und des Sklavenhandels erworben, und es darf nicht übersehen werden, daß sie gerade dadurch die Bevölkerung noch mehr für sich gewonnen und bewirkt haben, daß dieselbe auch für sie und namentlich rücksichtlich der Damasker Blutgeschichte so einstimmig in die Schranken tritt. Vor allen aber hat Cremieux, der neben Jfambert an der Sitzung dieses Convents vom 17. Juni d. I. theil nahm, durch seine großartige, fulminante Rede (vgl. Archiv. Israel. Nr. /.) großes Aufsehen erregt und Herzen gewonnen. „Meine sperren — sprach er — jede Freiheit ist die Schwester der 'Andern, jede Verfolgung reicht einer andern die Hand. Verfolgt, und ihr macht Sklaven; erklärt für Alte bürgerliche Gleichstellung und ihr schafft Bürger (Lebhafter Beifall!). Kurz, meine Herrn, mit großem Vergnügen schließe ich mich den Männern an, welche die Ausrottung der Sklaverei predigen, ich, ein Abkömmling der Hebräer, welche zuerst unter den Völkern die Abschaffung der Sklaverei als eine unabweisbare Nothwendigkeit darstellten. Und in der That dürfte es nicht uninteressant sein, in diesem Kreise daran zu erinnern, daß die Partei der Essener die Sklaverei für ein Verbrechen erklärte und daß, nach den Ausdrücken des Geschichtsschreibers Josephus, die Essener die Sklaverei als eine Ursache zur Nevolutioninmg der Staaten an sehen (Beifall.). Kurz ich kann, ohne mich von dem Gegenstände, der uns beschäftigt, zu entfernen, beifügen: die Juden waren die ersten unter allen Völkern, welche die Menschenopfer abschafften und doch seht dal heute klagt man dort, im Orient, wo vor Zeiten ihr Cultus mit so lebendigem Glanze die Welt erleuchtete, sie an, unter den Aeußerungen ihres religiösen Lebens Christen zu schlachten. Aber Euer Beifall überzeugt mich, daß Ihr eine solche Beschuldigung mit Verachtung zurückweist (Beifall!). Ja, alle Verfolgungen sind Geschwister, und wohl hat dies der ehrwürdige BischofGregor begriffen, wenn er zu gleicher Zeit mit demselben Eifer die Emaneipation der Schwarzen und die Emancipation der Juden forderte. Heute kommen die emancipirten Juden Frankreichs nach England in diese ansehnliche Versammlung und dringen auf Freimachung der Schwarzen. Und gäbe es in der That eine heiligere Sache, die der öffentlichen "Theilnahme mehr zu em-

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