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Der Orient · 1840-08-22 · 34 (22.8.1840) · p. 537

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
34 (22.8.1840)
Article
Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen
Date
1840-08-22
Page
537 (sequence 3)
Language
German
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539 Übersetzungen der Mischna und des Talmuds. 540 Männer hadern (Salomen). Streiten, zanken sind reciproke Zeitwörter; aber: sich hadern? e) (Levit. 19, 9.) Nachlese. Adelung führt zwar diesen Ausdruck als gebräuchlich beim Getreide an; dennoch kann man sich bei diesem Ausdruck nicht der Vorstellung erwehren, als wäre bereits eine Vorlese überstanden. Da das hebräische Wort einen Collectiv-Begriff bezeichnet, so würde vielleicht Auf» le sicht paffender-sein. (Fortsetzung folgt.) Uebersetzungen der Mischna und des Talmuds« (Schluß.) Andere, wie C. Pellican, Gustav Peringer und Daniel Springer, deren schon bei der Aufzahlung der einzelnen Mschna- Codices Erwähnung geschehen ist, übergehe ich hier. Erwähnen muß ich jedoch eine Angabe der unschuldigen theol. Nachrichten v. I. 1710 p. 362 ff., derzufolge Adam Andreas, Prediger zu Fürth, und die Gebrüder Knollen mehr als ein Zwölftheil der Gemara mit dem Commentar des Raschi theils ins Lateinische, theils ins Deutsche übersetzt haben, nämlich die ganzen Codices Sebachim und Meila lateinisch, Rosch Ha-Schana, Chagiga und Ketubot deutsch, Den noch übrigen Theil glaubten sie innerhalb eines Jahres zu beendigen, wenn etwa 20 Gelehrte dem Unternehmen beitreten wollten. Allerdings hätte sich von jenen beioen Männern über diesen Gegenstand Bedeutendes erwarten lassen, zumal da Adam Andreas sich von Juden selbst in der talmudischen Wissenschaft unterrichten ließ. Allein beide Männer starben, ehe ihr Vorhaben verwirklicht worden war. Nach ihnen versprach I. CH. Clodius eine lateinische Uebersetzung der ganzen Gemara, S. xNova. liter. lat. Lips. I. 1718. p, 81. Nachdem wir bisher über die lateinische Uebertragung der Mischna gesprochen haben, scheint es jetzt am Orte zu sein, auch der Uebersetzungen in andern Sprachen zu erwähnen. Eine Arabische Uebersetzung wurde angefextigl im 10. Jahrhundert von N. Josef ben Isaak Stanas, einem Schüler des R. Mose, der gegen Ende des 10. Jahrhunderts zu Cordova blühte. S. I. H. Hottinger: Kirchengesch. Saec. X!. p. 496, und Pocock in der Einleitung zur Porta Mosis; der Letztere führt an, daß R. Salomvn in seiner Vorrede zu Maimuni's Seder Nesikin die'e arabische Uebersetzung dem R. Enoch, dem Sohne R. Mose's, zuschreibe. Vielleicht schrieb auch Enoch eine Uebersetzung, um mit R. Joseph zu rivalisiren, denn es ist bekannt, daß Beide nicht im besten Einverständnisse lebten; indessen ist es wahrscheinlicher, daß diese Verwechselung bloßer Gedächtnißfehler des Schriftstellers ist. S. auch Bernhard Aldrete dal Origen y prencipio de la lengua Castellana p. 316 und Gustav Perniger im Katalog der I. G. Sparfvenfeld'- schen Bibliothek zu Stockholm p. 94 ff. I. H. Hottinger erwähnt eine arabische Uebersetzung .von Maimuni (Kirchengeschichte I. Saec. 11. p. 73.), doch ohne Gewährsmann; vielleicht dachte er an den Commenter, den derselbe über die Mischna in arabischer Sprache schrieb. Eine Deutsche Uebersetzung .der Mischna verfaßte Wagenseil, mehr nach dem Sinne als wörtlich, und mit Rücksicht aus die Commentare des Bambam, Raschi und Bertinoro, sowie der unedirten spanischen Uebersetzung von A b e n d a n a. Nach Rothscholtz im Cat. libb, VYagenseil. ed. et inede, p. 20 befindet sich dieselbe in den Händen der Erben. Zu wünschen wäre gewesen, daß Gerson die Uebersetzung des Tasmud weiter fortgeführt hatte, wie er cs auch versprochen hatte. Eine Griechische Uebersetzung soll nach Bernard (in der Dedicationsepistel vor seinen eodiees mischn. Oxf. 1690. 4.) zu Justinians des Großen Zeit existlrt haben. Doch scheint diese Angabe gar zu bestimmt der Meinung Isaak Vossens nachgesprochen zu sein. Spanisch, übersetzte die Mischna nebst Mairnuni''s und Bertinoro's Commrntaren Jacob Abendana, Synagogenvorsteher zu London, Isaak Abendana's Bruder. Surenhus und Wagenseil benutzten beide diese Uebertragung sehr oft. Ein Theil des Talmud wurde auch ins Italienische übersetzt (nach R. Simon' in den Epp. sei. ep. 23 p. 174.) Aber diese Uebersetzung wurde nicht gedruckt, aus Furcht vor der Inquisition, welche auf jegliche Weise das Lesen des Talmuds hinderte. Nachdem wir alle diese Arbeiten aufgezahlt .haben, wird es deutlich sein, wie schlecht der N. Isaak ben Joseph prophezeite, als er in seinem Buche ryifty behauptete, daß es eine Unmöglichkeit sei für andere Nationen, den Talmud in ihren Sprachen zu übersetzen. Doch gewiß belehrt uns die große Zahl von Beispielen, welche vorliegm, eines Andern, denn zuweilen sind schärfer und tiefer manche Christen in den verborgenen Sinn desselben eingedrungen, als die Juden selbst. Manche Gelehrtee und unter ihnen namentlich G, E, Edzard wollten eine Uebersetzung des Talmud nicht in jeder Beziehung billigen, indem sie glaubten, es würde damit dem Studium der talmudischen Sprache selbst ein nicht geringer Abbruch gethan werden, und es würde dahin kommen, wie mit manchen'Griechischen Autoren, die zugänglicher seien in der Uebersetzung als im Original. Zwar ist eine Uebersetzung der gesammten talmudischen Schriften wünschenswert, doch steht gewiß der große Umfang derselben fder jedoch nicht mit Schmidt in seinem Buche Feuriges Drachen-Gift" aus 40 Folianten mindestens anzuschlagen ist^j der Ausführung bedeutend im Wege. Von den vielen Commentaren würde der des Rasch! .gewiß hinreichend sein, doch würde auch mit Hinweglaffung der anderen der Umfang noch immer ziemlich groß sein und es immer noch nothwendig bleiben, daß ein Maeen sich fände, der mit der Liberalität eines Alfonso das Unternehmen beförderte.

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