Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 34 (22.8.1840)
- Article
- Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen
- Date
- 1840-08-22
- Page
- 536 (sequence 2)
- Language
- German
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537 Bemerkungen über die neuesten Bibelübersetzungen. Dr. Salomon'ö Bibelwerk. 633 aufgestoßenen Bemerkungen seine volle Richtigkeit haben, mögen sich bei weiterer Verfolgung des Gegenstandes im Verhältniß eine gleiche Anzahl Zweifel ergeben: niemals wird die Geschicklichkeit des Meisters ganz in Abrede gestellt werden können. Der Unbefangene wird sicherlich manches Treffliche finden, wie z. B. e) nw (Lev. 25, 29.) Jahresfrist. Der Hebräer hat für die drei Beziehungen der Zeit, den Vorübergang in stetem Wechsel, die Dauer der Gegenwart, und das Ziel der Erwartung, drei verschiedene Benennungen CPD’» und ny, weswegen mir auch die Übersetzung an dieser Stelle ganz vortrefflich scheint. f) (Lev. 20, 27) Salomon: Todtenbeschwörerei, Arnheim: Beschwörer. Alle Parallelstellen zeugen für Elfteren, daß den Begriff der Handlung, das Treiben, und nicht den Thater bezeichnet. Nach Arnheims Deutung wäre der des Todes schuldig, der bei einem Todtenbeschwörer anfragt, oder ihn schützt; aber diese strenge Strafe ist nur über den Zauberer selbst ausgesprochen. g) (Lev. 21, 2.) Salomon und Arnheim: an seinem Blutsfreunde. Das Wort Ptt&* ist kein männliches Adjectiv, wie pN Pp' (iS, 13.) beweiset. Es ist eines jener im Hebräischen zu berücksichtigenden Ausdrücke, welche in der Einzahl die Mehrheit wie die Einbeit ausdrücken, und bedeutet: Verwandtschaft im collectiv-concceten Sinn; PiPp aber bedeutet Verwandtschaft als Begriffsnamen. Ich IDDD pp (Lev. 22, 11.) Salomon: um einen Kaufpreis. Preis heißt P~£/ TTO/ P^pH pDp aber 1DDP pp? Ich glaube, daß sich hier das Wort pp deutlich als Epitheton von £-£0 zu erkennen gibt, nämlich: und wenn ein Priester eine Person ankauft, als Ankauf für sein Geld. i) C2n?nwN px (Lev. 25, 24.) Salomon und A r n h e i m : das Land eueres Besitzes. Maimonides eröffnet seinen Tractat vom Rückfall nEEfr* 7P &0ID) mit den Worten: Pp^r>Pi/-iH pN Denn die Besitzungen in den Provincial- Bezirken, wie sie zu Davids Zeiten und nachmals unter den Ehasmonaern ziemlich bedeutend waren, sind vom Heimfallsrecht ausgeschlossen. Ich glaube daher, daß Q^nTH^ ptf bezeichnender durch Erbeigenth u m sl and zu übersetzen sei; wenn auch manchmal der (scheinbar) tautologische Ausdruck PlSpJ niHX vor kommt. Ein Besitz kann auch ein zeitweilig gewaltsamer Vorenthalt fremden Gutes, kann zur Nutznießung, zur Lehne und noch mehr dergleichen sein, was nicht Eigenthum und nicht PiiPtf heißen kann. Im 27. Kapitel, 16. und 22. Vers, muß nothwendigerweise das PnP^ schon enger begrenzt sein, als durch den bloßen Besitz, und ich glaube, daß das irnPift Pftt^D durch: von seinem Erbeigen thums - Felde, und das lDjpD PIP^£ minx HWö *6 PltfN durch: von seinem Kauffelde, welches nicht von seinem Erbeigenthums-Felde ist, wo das Sufsixum des “JEID nach grammatischer Begründung in Beziehung auf das pCO genommen wird, bündiger ausgedrückt wäre, als es wenigstens durch Salomo ns Paraphrasi'e ist: ein angekauftes Feld, das ihm nicht als Ergenthum gehört. Will man endlich das PDDD O *1^ P21D d>1P dahin berücksichtigen, daß ein Kauf-Feld kein Ergenthum heißen kann, so übersetze man das Pi iPi^s TYT& schlechtweg durch Eigen thu ms-Feld. 3) Hinstchtlich der deutschen Diction. u) Harz (Gen. 14, 10). R. Schott wird mit feiner Verwunderung über diese Uebersttzung mit der kurzen Frage abgefcrtigt: Weiß R. Schott nicht was Harz ist? Ich möchte aber die Frage fortsetzen: Da Dr. Salomon auch n£?:31 P£PQ (Exod. 2, 3.) durch: mit Harz und mit Pech übersetzt, hat er wohl bedacht, was Harz und was Pech sei? Es gehört gerade nicht zum gründlichen Bibelsiudium, zu wissen, wie viele Tauben - Arten in Vorderasien vorhanden seien, und welche dieser Arten das Glück getroffen, die Gesellschaft deö Altvaters Noah in der Arche zu thcilen; aber viele Bibelteser haben doch in unserer Zeit so viel Naturkenntniß, um zu wissen, daß der Name Harz das Genus bezeichnet, unter dessen Specien das Pech eine ausmacht. Harz und Pech ist also ungefähr so, als ob man sagen möchte; Metall und Eisen. Wohl hat schon Buxcorf die Uebersetznng Litninen, auch Gesenius gibts durch Asphalt, und von der bituminösen Beschaffenheit der dortigen Gegend ist bereits viel gesprochen. Doch scheint die Hagadcr nicht das reine Asphalt darin erkennen zu wollen, indem sie als Grund der Wahl des Pp statt PM angibtt TW PPP'» übw JH PPP pP2P/ und bekanntlich wird der Pechgeruch von dcm des Asphaltes bei der geringsten Reibung an Widrigkeit vielfach übertroffen. Auch gehört das Erdharz zu den Hartharzen, welche bei der gewöhnlichen Temperatur fest, spröde, brüchig, rmd zum Klebmittel untauglich sind. Die schmierigen Bindemittel dieser Gegend sind entweder der durch seinen Naphtagehalt dickflüssige Bergther, oder der Torf. Letzteres würde ich als passendste Übersetzung wählen. h) (Lcvit. 18, 3.) wi e das Werk (Salom.). Die Distiuction zwischen chun und wirten ist im Deutschen festgesetzt. Da hier von bloßer Handlungsweise die Rede ist, so glaube ich, daß das Thun, Verfahren u. dgk. angemessener als das Werk wäre. c) PP pt^N (das.) daselbst ihr gewohnt habet. Das Relativum kann nicht durch die Partikel da supplirt werden, es sollte heißen: woselbst ihr gewohnt habet. 6) EOÖK Ol (Exod. 20, 22.) Wenn sich