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Der Orient · 1840-08-15 · Heft 33 (15.8.1840) · p. 250

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 33 (15.8.1840)
Article
Syrien: neue Berichte aus Damaskus und Rhodus ...
Date
1840-08-15
Page
250 (sequence 2)
Language
German
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250 - meinheit, Niederträchtigkeit und Infamie schon oft in der Geschichte momentan gefeiert, aber gewiß wird die rächende Allgewalt Gottes auch diesen Bluthund heimsuchen und das Blut dieser Unglücklichen wird von dem gemeinen Mörder, obgleich er ein hochgestellter französischer Consul ist, wenn die Gerechtigkeit Gottes eine Wahrheit, gewiß gefordert werden. Der usurpirte Thron Mehmed-Ali's, durch Erpressung und Tyrannei mühsam aufgezimmert, steht auf thönernen Füßen, ein unterirdischer Vulkan brennt unter ihm, der dieses blutige Tycannenreich sammt seinem Gründer wie einen Strohhalm weglecken wird. Die Moral ist noch mächtiger als die abgeschliffene Lügen-Dialektik des Hrn. Thiers, der mit jener höllischen Keckheit den blutigen Frevel des fluchbeladenen Grafen Ratti-Menton nur deshalb in Schutz nimmt, weil England das Gegentheil thut, und weil dieser Consul die nutzlosen Jntriguen des Conseil-Präsidenten fördern Hilst. Weder Ratti -Menton noch der verblendete Hr. Thiers werden den Untergang dieses tyrannischen Reichs aufhalten. Aber die Juden im Orient werden, durch dieses gräßliche Unglück angetrieben, endlich anfangen an sich selbst zu denken; gegen 300,000 wohnen im türkischen Reiche, Syrien mitgerechnet, zersprengt und zerstreut, sie werden, Trägheit und Uneinigkeit vergessend, sich in dem heiligen Lande niederzulassen suchen, unter dem Schutze der dort ruhenden Geister ihrer großen, heiligen Ahnen. Die Augsburger Allgemeine Zeitung macht in einem Schreiben aus London den Vorschlag, Collecten in ganz Europa anzustellen, um Syrien (mit Inbegriff Palästinassowohl von Egypten als von der Türkei loszukaufen. Diese von England gewünschte Selbstständigkeit des heiligen Landes würde überdies den Vortheil gewahren daß Egypten und die Türkei getrennt waren und sich nicht mehr als Nachbarn beständig bekriegen könnten. Aus Rhodus (zur Türkei gehörend) trifft die Nachricht ein, daß Jussuf-Pascha, der seine Macht bei Untersuchung der dortigen Judengeschichte gemißbraucht, förmlich degradirt mb durch Had sehr - Ali-Pa sch a ersetzt worden. Das Urtheit der übrigen Betheiligten ist noch nicht gesprochen. — Großbritannien. L o n öo n, 30. Juli. Unter den verschiedenen Maßregeln, die der Globe in dem Artikel über Syrien in'Vorschlag bringt, befindet sich auch die Selbstständig- -keit dieses Landes lunter türkischer Oberhoheit und englischen'Einfluß, etwa in derselben Art, wie die Moldau und Walachai zugleich von der Pforte und von Rußland abhängen. Die Israeliten, sagt dieses Blatt, würden bei dieser Anordnung ebenfalls zu berücksichtigen sein. So ckönnte man den scheußlichen Verfolgungen ein Ziel Hetzen, die in der neuesten Zeit in unserm Land eine so lebhafte Theilnahme fanden. Wir wollen uns nicht der Täuschung hingeben, die Juden würden wie durch ein Wunder getrieben auf einmal in ihr Geburtsland zuzurückkehren, aber ihre bekannte Anhänglichkeit an die Gegenden, wo die Gräber ihrer Vater sind, laßt uns glauben, daß viele unter ihnen nach Judäa ziehen und dazu beitragen würden, dort wieder ein handeltreibendes Land zu bilden wie ehedem. Die hiesigen Juden würden Agenten dort haben, die durch ihre thatigen Gewohnheiten Reichthum erwürben und durch Ermuthigung und Beispiel die Juden in Palästina anregten, ihr grübelndes und hoffnungsloses Wesen abzulegen und sich dem fleißigen Erwerbe durch ehrenvollen Handel zu widmen. Es ist Segen verheißen für jeden, der den Söhnen Abraham's Wohlwollen schenkt. Für Großbrittannien ist es jetzt Zeit, denselben zu verdienen. Dänemark. Kopenhagen, 15. Jul. Die Allgemeine Zeitung theilt in Nr. 207. unter dem obigen Datum mit, daß der König unter andern auf die von den Provinzialständen der Stifte Seeland u. s. w. eingegebenen Petitionen zu Nr. 2, den Antrag der Stande betreffend, daß den Bekennern des mosaischen Glaubens Wählbarkeit für die Ständeversammlungen zugestanden werden möge: eröffnet habe, wie kein hinreichender Grund gefunden werde zu einer Veränderung der in der Verordnung vom 15. Mai 1834, (betreffend die Einrichtung der Stande, §. 4. Nr. 2.), vorgeschriebenen Bedingung der Wählbarkeit, daß der Wahlkandidat sich zur christlichen Religion bekennen müsse. Deutschland. 29. Juli. So eben wird hier von der Liebmann'schen Buchhandlung die Ankündigung eines Werkes seltsamer Art ausgegeben; eines Werkes, das unter dem Titel Amude Jeschurun (Säulen des Judenthums) eine Sammlung von Gebeten, Erbauungs- und Ritual-Erkenntnißschriften und Geschichtskunde enthalten soll. Die Herausgeber sind Frankel und Dr. Kleefeld. Dieselben haben wohl selbst gefühlt, daß sich dergleichen heterogene Dinge in einem Buche nicht wohl vereinigen lassen, und darum für jeden der drei Titel einen besondern Theil verheißen, von welchem sich jeder der Herrn Interessenten nach Belieben herauswählen kann, je nachdem seinem moralisch-religiösen Gebäude diese oder jene Stütze mangelt. Das Ganze wird wehr eine förmliche Bibliothek, als ein Buch, und so lobenswerth auch die Idee an sich ist, so kommen uns doch über die Art der Anlage npch mancherlei Zweifel bei. Möge die Ausführung sie zerstreuen. Die Ausgleich-

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