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Der Orient · 1840-08-15 · Heft 33 (15.8.1840) · p. 249

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 33 (15.8.1840)
Article
Syrien: neue Berichte aus Damaskus und Rhodus ...
Date
1840-08-15
Page
249 (sequence 1)
Language
German
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rien Bevichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei -Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 33. Leipzig, den 15. August 1840. Orient. Syrien (neue Berichte aus Damaskus undRhodus. Hoffnungen.). — Großbritannien (London, der Globe üb. Freimachung Syriens). — Dänemark (Kopenhagen.). — Deutschland (Berlin, eine lit. Erscheinung. Leipzig, die letzten zwei Jahre von Geiger. Franks, a. M., üb. Geiger. Seesen, die Jacobsohnsschule). — Licht- und Schattenbilder aus d. jüdischen Geschichte der Gegenwart. (Die Juden in Franken, der ausführlichste Artikel darüber. — Personalchronik und Miscellen. — L. B. des Orients. Orient. Syrien. Ueber die bekannten Ereignisse in Damaskus enthält das Morning Chroniele folgende neuere Mittheilungen: Wahrend Hr. Briggs, ein englischer Kaufmann, sich in Damaskus befand, gab ihm Scherif-Pascha ein Banket, bei welcher Gelegenheit der Erstece sich sehr entschieden zu Gunsten der Juden aussprach und vor seiner Abreise nachstehendes Schreiben an dm Gouverneur richtete: „Ich ertheile Euch hiermit den aufrichtigsten Rath. Ich war in Eurer Stadt Zeuge des schändlichen Verfahrens gegen die Juden. Wie ich höre, sind alle diese Grausamkeiten durch zwei oder drei ihrer Feinde über sie verhängt worden. Der Allmächtige kann dies wahrlich nicht billigen, da die Juden gänzlich unschuldig sind. Lasset in der ganzen Stadt bekannt machen, daß, wer den Pater Thomas aufsindet, eine große Belohnung erhalten solle. Ich habe dieserhalb auch an meinen Freund, den Pascha von Egypten, geschrieben^. Als der Oberrabbine der Juden in Damaskus, nachdem er die Tortur ausgestanden, aufgesordert wurde, das Eingestandniß der angeblichen Verbrechen durch seine Unterschrift zu vidimiren, erwiderte er: „Als ihr mir 500 Stockschläge auf alle Theile meines Körpers geben ließet, als ihr mich an einem Wintertage drei Stunden lang in kaltem Wasser liegen ließet, ein bloßes Schwert über meinem Haupte, so daß ich es nicht erheben konnte; als Ihr mir 170 Schlage auf die Hand geben ließet; als Ihr die um meinen Kopf gelegten Knochen in meine Augen rriedt, um mich blind zu machen, da sagte ich keine Lüge, und jetzt sollte ich eine Unwahrheit unterzeichnen"? Der Rabbiner wurde in Folge dieser Antwort in daS Gefangniß zurückgeführt um seine Verurtheilung dort abzuwarten. Andere Berichte aus Damaskus melden, daß die Synagoge in Dschobur von dem Pöbel gänzlich ausgeplündert worden ist. Die Gesetzrollen und andere heilige Schriften wurden zerrissen und allerhand Unfug damit getrieben. Die jüdische Gemeinde entwarf eine Bittschrift an Scherls - Pascha, der sie aber wegen der Quarantaine nicht annehmen wollte. Das Volk bemächtigte sich ferner des jüdischen Begräbnißplatzes, grub die Gebeine der seit 200 Jahren dort Beerdigten aus und warf sie auf die Landstraße, um seine eignen Todten daselbst zu beerdigen. Auch wird jeder Jude, dessen man habhaft werden kann, unter den ärgsten Mißhandlungen gezwungen, an dem Bau einer Moschee zu arbeiten. Aus Konstantinopel vom 29. Juni wird in dieser Beziehung gemeldet: „Die französische Regierung beauftragte ihren General- Consul in Alexandrien, Jemand zur Untersuchung der Angelegenheit der Juden nach Damaskus zu senden. Da dieser Consul aber geringer an Rang ist als der Eonsu! zu Damaskus, so entschied er zu Gunsten desselben. Der Pascha hatte zwar den Consuln versprochen, der Prozeß der unglücklichen Juden sollte in Alexandrien geführt werden, allein der französische Consul suchte ihn von diesem Entschlüsse abzubringen. Dies ist ihm gelungen, und da nunmehr die Angelegenheit in Damaskus verhandelt wird, so ist alle Hoffnung verschwundendenn dort wird es Niemand wagen, ein Wort zu Gunsten der Angeklagten zu sagen, wahrend in Alexandrien Hunderte von Zeugen zu ihrem Gunsten aufgetreten sein würden." Der blutdürstige Rattl-Menton feiert vielleicht in diesem Augenblicke einen Sieg, wie ihn Haß und Ge- 33

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