Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1840)
- Article
- Arabien: das Aufhören der freien Juden in Arabien zur Zeit Muhammeds
- Date
- 1840-08-08
- Page
- 241 (sequence 1)
- Language
- German
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ww% BeviehLe, Stndierr NNd Kritiken für Das Abonnement für ein Fahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und alten soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 32. Leipzig, den 8. August R84O. Orient. Arabien (Das Aufhören d?r freien Juden in Arabien zur Zeit Muhammeds). — Niederlande (Amsterdam, Colonieen zur Ausrottung der Bettelei in Holland). — Deutschland hL eipz i g, Bericht üb. das 6. Heft von (§a h en's Archiv).— Ungarn (P e st h. Schluß). — L i ch t- und Schattenbilder aus d. jüdischen Geschichte der Gegenwart (Die Juden in R h o d u s; ein Absenker der Damaskusgeschichte). — L. B. des Orients. Orient. (Fortsetz.) Als auch das Gebiet Fedek, wie früher die Burgen Selem und Watih, ein Eigenthum Muhammeds wurde, waren die letzten Reste der jüdischen Freiheit daselbst bald verschwunden, denn die neue Glaubenspartei war zu mächtig, als daß uoch ein Stamm zu widerstehen im Stande gewesen wäre. Bon F e d e k wandte sich der Prophet nach Wadi K o r a, 10 Tagereisen von Medina, dann nach Wadi Taima, und nachdem beide jüdischen Gebiete sich friedlich unterworfen, wurden die Juden im Besitze ihrer Grundstücke gelassen, und nur eine Grund- und Kopfsteuer an den Sieger zu zahlen hatten, eine Maßregel, welche bei spatern Eroberungen noch beobachtet wurde. Bei der Besitznahme von Wadi- Tai m a wählte sich Muhammed die schöne Jüdin Ssafija, Tochter eines Kohen, zur Gemahlin, die sich aber nicht wie Ri Han a der Ehe widersetzte. Ssafija führte auch den Namen Seineb, aber nicht die Seineb, Schwester des Helden M e r h a b, welche den Propheten bei der Eroberung der Burg Kamuß, als ec in ihr Haus eingekehrt war, fast vergiftet hatte. Die Besiegung der mächtigen freien Juden hat in Mekka, überhaupt unter allen ihm noch feindlichen Stammen Schrecken und Verzagtheit verbreitet, und fast ohne Widerstand unterwarf sich ihm ganz Arabien, namentlich Hedschüs. Nur noch einmal versuchten die Juden unter dem Schutze ihres heimlichen Beschützers Jbn- Seluk gegen Muhammeds Pläne zu arbeiten, einen Klubb im Hause des Juden Soilem bildend, aber die Wachsamkeit Muhammeds vernichtete auch diese Spätgeburt feiner Feinde. Nachdem die freien Juden in Arabien aufgehort hatten einen eigenen Körper zu bilden, und fast ganz Arabien sein Prophetenthum anerkannt hatte, da erst wurde Muhammed etwas milder und erklärte sich für vollkommene Duldung. „Die da glauben, sagte Muhammed in seiner letzten Sure, Juden, oder Christen und Sabäer, wenn sie an Gott glauben und redlich handeln, so haben sie nichts zu fürchten, und sie werden nicht betrübt werden." „Zanket nicht mit den Inhabern der heiligen Schriften, ausgenommen auf die mildeste Weise, es sei denn wider die, welche ungerecht gegen euch sind (Sure 29)." Diese historische Episode über das Schicksal der freien jüdischen Stämme in Arabien hat der Redakteur dieser Blätter, zum bessern Verständniß der Rapaport'schen Abhandlung, von Nr. 26 an hier eingeschaltet, wonach besonders auch der betreffende Abschnitt über diesen Gegenstand in der Jo fischen Geschichte wird umgearbeitet werden müssen. Die vorzügliche Quelle für diese Episode ist Freiherr von Hammer-Purgsiall in seiner ausgezeichneten Biographie Muhammeds, nach Originalquellen, abgedruckt in dem ersten Bande des Gemäldesaals der Lebensbeschreibungen. Nun kehre ich zu der Abhandlung R.'s zurück. In der erwähnten Encyklopädie von Er sch und Gr über heißt es unter dem Artikel Enessa, daß die Beni-Enessa ein jüdischer uralter Stamm wäre, dessen schon Abulseda gedenkt, und der in den Judenstädten Chaibar's, sechs Tagereisen von Medina, seinen Wohnsitz hatte; noch jetzt lebt da der Stamm der Beni-Enessa. Unter dem Artikel Beduinen wird behauptet, daß dieser Stamm jetzt noch der mächtigste und bedeutendste ist, da der Pascha von Damaskus, der für die Sicherheit der Karawanen zu sorgen hat, ihm einen Tribut als 32