Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 31 (1.8.1840)
- Article
- Eben Bochan, über die israelitische öffentliche Religions-Prüfung ... [Rezension]
- Date
- 1840-08-01
- Page
- 481 (sequence 1)
- Language
- German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. J\ß 31. Leipzig, den 1. August 184:®. Literarische Uebersichten. Eben Vochan von Dr. Büdinger, eine Untersuchung üb. d. Confirmation. Der kleine Präparant von H. Arnheim. Das Morgenland, eine Monatsschrift von Dr. Preis werk. — lieber die Abfassungszeit der Bücher des Karners Ahron Ben-Elia. — Zur Erfindung der Buchdruckerkunsi. Ben-Kamzar. — Bemerkungen über die neuesten Bibelübersetzungen. — Kultur der Juden in Deutschland. — Lit. Ankündigungen. Literarische Uebersichten. 11) }i"i2 pX/ über die israelitische öffentliche Religions-Prüfung oder Confirmation. Eine Schrift für isr. Eltern, Lehrer, Schulvorstande und alle, welche sich für religiöse Bildung und Erziehung interesstren, von Dr. M. Büdinger sObeclehrer an der israelit. Schul- und Schullehrer-Bildungs- Anstalt zu Cassels Cassel, 1810. 8. IV. 60. Herr Dr. Büdinger, dessen Monographie über Consirmation wir hier anzeigen, hat nicht blos als praktischer Schulmann, sondern auch als denkender, Literarisch wirkender Pädagog einen guten Namen und Ruf; sein „More la-Tora, oder: Leitfaden bei dem Unterrichte in der israelitischen Religion für Knaben und Mädchen, in Schulen und beim Privatunterrichte," von welchem bereits 1837 eine verbesserte und vermehrte Auflage erfolgte, sein „More la-Morim,oder: Anweisung für Lehrer, wie der israelitische Religionsunterricht zu ertheilen und der Leitfaden More la-Tora dabei anzuwenden sei, nebst Gedanken und Bemerkungen über die israelitische Religionslehre und die dieselbe betreffende altere und neuere Literatur," von welchem schon 1831 eine zweite Auflage erfolgt ist, haben ihn hinlänglich auch außerhalb seines praktischen Kreises bekannt gemacht. Derselbe thätige, für Erhebung der Jugend begeisterte Sinn, derselbe Eifer für die endliche Regulirung des jüdischen Schulwesens, dieselbe Klarheit und Faßlichkeit des Ausdrucks wie in den erwähnten weitverbreiteten Schriftchen blickt auch aus jeder Seite dieser Monographie. Die Confirmation, an der nichts neu ist, als der fremdklingende, christliche Name, und welche die dumpfste und starrste Orthodoxie kaum mit dem Namen Neuerung zu belegen im Stande sein wird, ist im jüdischen Schulwesen bedeutsam genug, um einmal einer wissenschaftlichen Besprechung unterworfen zu werden. Seit fast vier Dezennien ist sie, außer den gewöhnlichen Religionsprüfungen der Schule, die einzige sichtbarliche Manifestation des durch und durch europaisirten, neugestalteten Religionsunterrichtes; von Herz Homberg an, der in Wien 1802 sein Religionsbuch Jmre Schefer herausgegeben, bis zu dieser Unzahl von Religionsbüchern und Katechismen, die bis in die Gegenwart zur Erhebung des modernen Religionsunterrichts veröffentlicht worden, war die Confirmation gewöhnlich die letzte theoretische Verkörperung der Religionskenntniß aus der Schule, und Versuche zu einer wissenschaftlichen Begründung hat deshalb schon Dr. Herxheim er (Ztschr. s. w. Theol. I. S. 66 ff.), in einem Aufsätze: „Ueber synagogale Zulässigkeit und Einrichtung der Confirmation", und der Rezensent der Pleßner'schen Confirmationsreden (Orient: L.-Bl. S. 186 ff.) begonnen. Durchdrungen von der Wichtigkeit des Gegenstandes, so daß wir mit Vergnügen in das schöne, sinnige Motto aus Jesaja mit dem Verfasser einsrimmen: „Siehe, ich habe in Zion einen Stein gegründet, einen bewährten, einen kostbaren Eckstein vollkommener Gründung, wer da vertraue:, wird nicht fliehen," griffen wir daher mit Eifer nach dieser Monographie, die als die erste sich ankündigt, welche mehr als ein Fragment sein will, und unparteiische Rechenschaft wollen wir von der Frucht unserer Lektüre geben. Der Inhalt des Büchleins ist sünfgetheilt, nämlich in dieser Weise: 1) Ursache und Entstehung der israelitischen Confirmation; 2J Notwendigkeit derselben; 3) Form, Art und Weise; 4) die Gegensätze; 5) über die religiöse Erziehung. Denn der Anhang, welcher eine ConsirmaLionsrede enthalt, gehört nicht in das Büchlein, so gut sie auch an sich sein mag. In der ersten sehr kleinen Abtheilung wird in Kürze nachgewiesen, wie mit dem Beginne dieses Jahrhunderts das jüdische Schulwesen und mit ihm eine systematisch - wissenschaftliche Religionslehre entstanden,, und wie daraus, wenn auch oft aus Nachahmungssucht, 31