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Der Orient · 1840-08-01 · Heft 31 (1.8.1840) · p. 233

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 31 (1.8.1840)
Article
Arabien: Unterjochung der Juden zu Chaibar und Fedek
Date
1840-08-01
Page
233 (sequence 1)
Language
German
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npirf Bevöchte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhand: kvngen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 31* Leipzig, den 1. August 1840. Orient. Arabien (Unterjochung der Juden zu Chaibar und Fedek.). — Großbritannien (London, der Aldermann Salomons). — Frankreich (Lyon, jüd. Zustande daselbst. Avignon, Geschichte der Juden daselbst.). — Deutschland (Königsberg, üb. Kaplan. Kassel, eine Replik. Karlsruhe, die Petition um Emanzipation verworfen. Trier, die erste deutsche Predigt.). -— G a lizl e n (Lemberg, die Vorsteher.). — Licht- und Schattenbilder aus d. jüdischen Geschichte der Gegenwart. Die jüdische Bevölkerung in Pommern. — L. B. des Orients. Orient. UVtthren sFortfttz.) Das kleine Verbrechen' verlockt immer zu größerem, blutige That gebiert nur wieder blutige Thaten; düs war bei dem Islam überhaupt der Fall, aber vorzüglich treffen wir diese furchtbare Consequenz bei der Vernichtung der jüdischen Stamme in Arabien. Die Meuchelmig des Abu-Rafii auf dem Gebiete zu Chaibar hat zur Vernichtung der Freiheit samwtlicher Juden daselbst verlockt, da ihr Gebiet, ihr Reichthum zu einladend und ihr Widerstand und Einfluß zu sehr Besorgniß erregend war. Esir, der mächtige Hmir der Juden von Chaibar, hetzte den Stamm der Beni-GHatfan gegen Muhammed auf, um den Mord des Abu-Rasü zu rachen, aber Muhammed suchte ihn unter Vorspiegelungen, daß er seine Emirschast anerkenne, zu sich zu locken und bei Karkara durch Jbn-Enis ermorden. Nach solchem Vorspiele und nach solcher blutigen Saat begann der furchtbare Krieg mit Chaibar, zumal die Stämme Beni- Saad und Beni-Bekr den Juden Hilfe versprachen, und ein heimlicher Raubzug des Propheten gegen die jüdische Festung Fedek, wobei Muhgmmed und seine Genoffen fünfhundert Kamele und zwei tausend Schafe weggesührt hatten, den Kampf immer nothwendiger machte. Es war im siebenten Jahre der Hidschret, im Jahre 628 den 11. Mai der gew. Zeitrechnung, da begann der Krieg mit den Juden von Chaibar, und zwar ein Krieg,' der selbst in andern Kriegsgeschichten den Ehrennamen eines entscheidenden Feldzugs verdient. Das Gebiet Chaibar liegt zwei und dreißig Farasangen von Medina entfernt und soll, der Sage nach, von einem gewiffen Chaibar von einem Bruder Jathreb's, des Gründers von Medina, benannt worden sein. Chaibar hatte acht Burgen in sich begriffen, diese hießen: 1) Hoßn Natat, 2) Hoßn Naim, 3) Hoßn Saib oder Ss aab, welche Burg man auch Hoßn Kulla und Hoßn Sehr nannte, 4) Hoßn Ebbi, 5) Hoßn Bera, 6) Hoßn Kamuß, 7) Hoßn Watih, 8) Hoßn Selam, und bei einer innern Einheit war dieses Gebiet fest genug, um der Raublust des Propheten zu widerstehen. Nach drei Tagen stand Muhammed fünfgeschaart vor der Burg Natat, bekleidet mit doppeltem Panzerhemde und Helm, bewaffnet mit Schild und Lanze, nachdem er Ben- Aaßaba als Stellvertreter (Chalifen) in Medina zurückgelassen. Vier hundert abgeschnittene Palmbauwe in der Nahe der Burg verkündeten den Anfang der Belagerung, und nach vergeblichem Widerstand war endlich Natat eingenommen., Hierauf wurde Naim sieben Tage lang belagert, am siebenten sprengte aus der Burg einer der Helden..Chaibar's ins Lager, mit Namen Mer Hab, mit folgenden Versen zum Zweikampf auffordemd: „Chaibar weiß es, daß sich Merhab stellt, — der gewappnete geprüfte Held; — der, geschlagen, manchmal öfters schlägt, — wenn der Klinge Flamme hoch ausschlagt." — Von den Belagerern sprengte ihm Aamir Ben-Ekwaa mit dem Rufe entgegen: „Chaibar weiß, daß Aamir ist der Held, — der mit Waffen würfelt in dem Feld", und Aamir unterlag dem Zweikampfe, mehr durch eigene Uebereilung, wie die parteischen Geschichtschreiber sagen, als durch die Gewalt des jüdischen Helden. Die Belagerung wurde aber fortgesetzt und nach kurzer Zeit war die Besatzung genöchigt, sich nach Saib zu flüchten. Als Ssaab 31

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