Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 30 (25.7.1840)
- Article
- Dine Schechitha von Ahron ben-Elia dem Jüngeren
- Date
- 1840-07-25
- Page
- 466 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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467 Dine Schechitha v. Ahron ben-Elia dem Jüngern^ Bemerk, üb. neue Bibelübersetzungen. 468 das in zwei Schriststellen enthaltene Verbot des Fettes existiren drei verschiedene Zlnsi'chten: 1) Die Schrift verbietet nur das Fett der PEHp, nicht das Fett der Q^nz dieses letztere ist erlaubt (Ansicht Meswi ha- Akbari's und seiner Anhänger); 2) Nur drei Fettarten sind verboten/ das bedeckende Fett, das auf den Eingeweiden und das Fett der Nieren (Ansicht der Rabbaniten); 3) Das verbotene Fett an den ist fünferlei: das des Rindes, der Ziege und drei Theile desselben am Lamme (Ansicht der Kar a er). Untersuchung des Wortsinns der hierher gehörigen Schriftstellen. Viertes Kapitel. Wiederlegung der auf drei Bedenken gestützten Ansicht Meswi Ha-Akbari's. Entgegnung ^Josef Ha-Kirküsani's gegen das erste Bedenken. Zmückweisung des hämischen Ausfalls, den Jb n-E zr a der Rabbanit zu Gunsten Meswi's thut. Fünftes Kapitel. Zerstörung der Ansicht der Rabbaniten und Widerlegung ihres hauptsächlichsten Vertreters Sacrdia Ha-Pitumi's. Sechstes Kapitel. Ueber mmv welche alle drei von den Rabbaniten wider die Schrift erlaubt werden, und die übrigen wirklich erlaubten in der Schrift nicht spccialisi'rten Fettstücken. Das Cap. schließt mit der ebenso rabbanitischen, als karaischen Maxime: rP~D l'fy NDn Serien. Siebentes Kapitel. Obgleich von dem Nichts genuß des nervus isohjntiens Gen. 32, 33. nicht sowohl gebotweise, sondern vielmehr e rz a h lun g s w e ise (rrUrl Tl?)2) die Rede ist, so ist derselbe doch durch 1 ] E ’mnwverpönt kraft einer N'2 i"top nE\sn. Die unter den Karaern selbst streitige Frage, 'Ob allein an merfüßigen Thieren oder auch an Vögeln der Nervus; ,80:!iiatieu8 auszuschneiden sei, entscheidet Ahron, hierin mit der Rabbaniten übereinstimmig, daß auch an dem Geflügel diese Sehne verboten sei und, sofern man sie erkennen könne, aus der Hüftpfanne (pp) ausgeschnitten werden müsse. (Fortsetzung solgt.) 2) Ahron aiebt zu, daß Gen. 32, 33. ’Ofcfc' ^EID E^yEsii ist, d. h., daß cs sowohl imycrative, als historiee verstanden werden kann; er entscheidet sich aber für die Auffassung als und nimmt an, daß in und Hin Evn ny sowohl nE^xn als n?yEN/ d. i., sowohl die eigentlichen Söhne Israels als die I'sräelciten, sowohl die Zeit '-Mosis als die Folgezeit,- inbegriffen sei. Der Term n^yE (entnommen dem adverbialen niEyE) ist unferm Schnststeller eigenthümlich; er bezieht sich auf die causa materialis, während das synonyme ^yE auf die' causa efficiens und auf die -causa iöimalis zu beziehen ist. 3) Man vermißt -hier, wo unsere Handschrift das Eft dWjI hat, ein besonderes die ganze Abhandlung schließendes Capitel über zhtO N)/ zumal da Ahron V, 1. nach Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Binelübersetzuugen. 1 Die Bibelübersetzung von Dr. G. Salomon. Die fast gleichzeitige Erscheinung zweier möglichst wörtlichen Bibelübersetzungen, ohne beigefügten Text und begleitende Erläuterung, und dennoch mit der ausdrücklichen Bestimmung zum Volks- und Schul-Buche, ist wenigstens in Hinsicht der ausgesprochenen Bestimmung eine neue Erscheinung im Judenthume. Volksbibeln für die prophane Menge wurden von jeher nur in einer Oarstellungsweise gewagt, welche nach Ansicht und Geschmack der Zeit möglichst anziehend, erläuternd und gegen jede Art von Fehlgriff oder Mißdeutung vorbauend sein sollte... Wie viel auch an den meisten früheren Arbeiten dieser Art zu tadeln, zu verwerfen und sogar zu verpönen sein mag — es kann jederzeit nur die Ausführung betreffen — die Idee an sich dürfte durch ihre Altherkömmlichkeit fast dogmatisch heißen. Denn selbst der vormalige Interpreter des beim öffentlichen Gottesdienste verlesenen Urtextes hatte wie erweislich' das Geschäft des Exegetisirens durch Paraphpasie mit dem des Uebersetzens verbinden müssen. Dabei ist doch das flüchtige und durch die Tongebung belebte Wort weit weniger den Gefahren des Mißbrauches unterworfen, als es der fixirte, todte Buchstab ist. Auch Martin Luther konnte, bei dem vorgewogenen Streben mach Zurückführung auf das reine Wort der Lehre, dennoch bei 'seiner Bibelübersetzung der erläuternden Anmerkungen nicht umgehen. Was die Uebersetzungen für die. Schule betrifft, so erhielten wir sie jederzeit nur an der Seite des Urtextes, und seit dem Untergang der veralteten Methode auch mit mehr oder weniger Erläuterung versehen. Mit dem Anerbieten einer zweifach nackten Wortverdeutschung als zulängliches, oder wenigstens surrogirendes Schulbuch und zweckmäßige Lectüre des Volkes, muß auch bei der glücklichsten Lösung der schon an sich schwierigen Aufgabe, und selbst mit der genauesten Ueberzeugung von der Zweckmäßigkeit des Vorhabens dennoch der mehrfache Widerstand erwartet werden, welcher einem nt£On TU darüber eine weitere Erläuterung versprochen hat. Diesem Gegenstände ist auch wirklich in dem betreffenden Theile des nVKS' ein besonderes Cap. gewidmet (Cap. ,20. in dem Auszuge bon Josef b. Mordechai ha - Kadosch aus Trok, Wien 1830) und Geiger bemerkt dazu (Zeitschrift II. S. 117.): „Das Verbot, das Böckchen in der Milch der Mutter zu kochen, erweitert sich doch endlich unter der Hand der Karäer, ohne Hülfe der Tradition', zu einem völligen Verbote, Milch mit Fleisch zusammen zu essen. " Man wünschte eine genauere Angabe der karaischen Gesetzbestimmung, wie auch bei P. Beer, Secten der Juden I, S. 179. Nr. 4.