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Der Orient · 1840-07-18 · 29 (18.7.1840) · p. 456

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
29 (18.7.1840)
Article
Dine Schechitha von Ahron ben-Elia dem Jüngeren
Date
1840-07-18
Page
456 (sequence 3)
Language
German
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457 Literarische Avalekten. Bemerkung zur Geschichte d. Buchstabenschrift v. Dr. Saalschutz. 458 von einem Blinden Geschlachtete ist nur in dem Falle erlaubt, daß Andere Augenzeugen bei der rechten Vollziehung der Schechitha waren. Der Epileptische, der Trunkene und der Geistesirre dürfen nicht schlachten, denn die Intention ist (was die Rabbaniten verneinen) bei der Handlung unerläßlich. Ueber die Kibla und die Segenssprüche beim Schlachten und Blutbedecken. Der Satz, daß die Schechitha des Rabbaniten sei, wird folgendermaßen ausgesprochen: „Wer es mit den Geboten der Thora leicht nimmt, wie oben erklärt, und wer sich nicht blos auf die Eine von Mose gegebene und im Gesetzbuche nieder geschriebene Thora (Deut. 29) gründet — nicht zugleich auf die n$n niin, denn em solcher ist nicht beglaubigt/ daß er nicht, sei es in Gedanken oder Werk, sich vergehe — obgleich ein solcher die Schechitha auf geziemende Weise vollzogen, so ist doch, weil ihm in Gedanken und Werk die auf das der Handlung gerichtete Intention fehlt, sein Schlachten Die Schechitha des Schriftverdrehers und Gesetzverächters ist rta; ebenso die des IpjmSD unt> des 'v. Das Schlachten des nicht vollkommen Befähigten wird zur Frevelsünde, sobald ihm jemand die ihm abgehenden Requisits nachweist z der gute Wille, das göttliche Gebot ganz zu vollziehen, muß vorausgesetzt werden, wenn überhaupt von einer Erlaubtheit des Geschlachteten die Rede sein kann. (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. I. Bemerkung. Mit Vergnügen sehe ich von Herrn Dr. Bonfoi in Nr. 19. des Orients einige Mittheilungen über meine Abhandlung: „Zur Geschichte -er Buchstabenschrift." Indeß eine seiner Bemerkungen scheint mir noch einer besondern Bestätigung von meiner Seite zu bedürfen. Sie lautet nämlich also: „Gelegentlich fragt der Vers. an, ob dieser Heros (Kadmus) nicht 1. Mos. 25, 15 gemeint fei, und offenbar ist es nur ein versteckter Scherz, wenn er 1 Mos. 14, 13.24. mit Agenor, des Kadmus Vater, vergleicht," Die hier angeführte Stelle ist jedoch so weit entfernt, ein blos versteckter Scherz zu sein, daß sich vielmehr dieser sehr offenbar andeutet, indem sie mit den Worten beginnt: „So wäre es vielleicht selbst nicht zu verwundern, wenn ein Freund von Hypothesen einmal die überraschende Entdeckung machte, daß Agenor unter den Freunden Abrahams vorkomme und daß Kadmus sein Enkel war." In einer Schrift, die sich auf Hieroglyphen-Entzifferung bezieht, auf einen Gegenstand, der schon so viel durch Haschen nach Hypothesen gelitten hat, mußte mir wohl 'vor Allem daran gelegen sein, nicht auch als „Freund" von solchen aufzutreten. Vielmehr habe ich mich bemüht, die drei Hauptpunkte dieser Abhandlung: daß die Phönizier nicht E r f i n d e r d e r g r i e ch i sch - h e b r ä i sch - p h on i zischen Schrift sind, daß das eg yp tische Al fab et (wie es Champollion, ohne an die ursprünglichen Bilder des Hebräischen zu denken, mittheilt) mit dem Hebräischen 'eine und dieselbe Grundlage habe und eine merkwürdige, wohl zu beachtende Uebereinstimmung der Zeichen (Bilder) darbrete, u n d d a ß alle d i e se A l fa - bete, das Phönizische, Egyptische, Hebräische, unmittelbar und selbstständig aus dem gemeinschaftlichen V a t e r l a n d e semitischer Völkerschaften — auf eine besonnene Weise zu erörtern und in wissenschaftlich-strenger Prüfung vorzulegen. Als eine der Folgerungen aus dem letzten Punkte, stellte sich die Wahrscheinlichkeit heraus, daß das Altegyptische mit dem Hebräischen verwandt gewesen, wie bereits Champollion eine Reihe von beiden Sprachen gemeinschaftlichen Wörtern nachgewiesen. Ich versuchte zugleich beispielsweise an einigen bisher unerklärten Wörtern beider Sprachen zu zeigen, welchen Nutzen für das Studium einer jeden derselben, besonders aber der Egyptischen, die Ergründung einer solchen'wesentlichen Verwandtschaft haben müsse. In dieser Beziehung ist eine Notiz nicht ohne Interesse, welche das Ausland in Nr. 26 (des gegenw. Iahrg.) rnittheilt. Ich glaube weder gegen jene Zeitschrift, noch gegen den Orient ein Unrecht zu begehen, wenn ich diese Notiz zum Theil abschreibe: „Ein Herr William Goodhugh theilt der Litterary Gazetteoom 11.Januar einige Ansichten des Hrn. Robiano mit, welcher kürzlich ein Werk über den Stein von Rosette herausgab-Hr. Robiano ist nämlich der Ansicht, die alten Egypter hatten einen semitischen Dialekt gesprochen, waren also mit den Phöniziern und Arabern verwandt gewesen. Eine Hauptstütze dieser Ansicht findet er in einer kürzlich aufgefundcncn Grabsaule (die sich jetzt im Museum von Turm befindet) mit einer siebmzeiligen Inschrift in demotischen Charakteren. Die zwei ersten Zeilen enthalten 22 Buchstaben, die denen des semitischen Alsabets entsprechen und keinen Sinn geben (wonach sie also gleichsam eine Andeutung der Sprache zu sein scheinen, in der diese Inschrift abgefaßt war). Hr. R. schrieb nun die Inschrist in eine fortlaufende Zeile hin und setzte unter jeden Buchstaben der demotischen Schrift den entsprechenden hebräischen. Sobald diese Buchstaben ein Wort bildeten, so schied er sie aus, und vermittelst dieses Protestes brachte er eine ganz leidliche Inschrift in semitischer Sprache heraus. — — Der Mttheilung ist ein Facsimile der Inschrist beigegeben." Natürlich läßt sich über den Werth dieser Entzifferung und über die Berechtigung, die in ihr für die von Herrn Robiano aufgestellten Behauptungen liege, nicht urtheilen, ohne

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