Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1840)
- Article
- Arabien: Untergang der Beni-Karisa ...
- Date
- 1840-07-18
- Page
- 217 (sequence 1)
- Language
- German
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Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhand: lungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 29. Leipzig, den 18. Juli 1849. Orient. Ar a bi en (Untergang der Beni-Karisa. Die Jüdin Richana. Kaab Ben-Eschref. Abu-Rasii.). — Deu tschland (Hamburg, neue Synagogenordnung vom Kultusvorstand. Regulativ der deutsch - israelitischen Gemeinde zur Abschaffung einiger Mißbrauche. Breslau, Dr. Geiger's letztes Schriftchen und seine Gegner. Breslau. Friedenthal, Günsburg, Francolm, die lit. Notabilitaten. Franks, a. d. O., Todtenfeier für den verstorbenen König. Dr. Holdheim. Von der Leine, Emancipationsangelegenheit.). — Personalchronik u. Miscellen. — L. B. des Orients. Orient. Arabien (Fortsetz.) Dem Stamme der Beni- Karisa war ein härteres Geschick von Muhammed beschieden, als den früher besiegten Stämmen Beni- Chatemi, Beni-Kainokaa und Beni-Nadhir, da seit jener Zeit Muhammed's Partei und Anhang so erstarkt war, daß er seiner Lust nach Grausamkeiten freien Laus lassen konnte. Denn anstatt eines kleinen Häufleins, mit dem er früher seine Raubzüge unternommen, zog er jetzt mit drei Tausend tüchtigen Kämpfern gegen die Beni-Karisa ins Feld, und da die Beni*- Karisa ihm auf offenem Felde auswichen, so beschloß er, sie mit diesen Kämpfern in ihrer Burg zu belagern. Uli riech dem Propheten, sich nicht ihrer Burg zu nähren, um sich nicht Beschimpfungen auszusetzen, aber Mühammed nahete sich dennoch ihrer Burg und sprach: „Ihr Brüder der Waffen I Hat euch Gott nicht verderbt und seine Rache über euch gesandt für euere Schadenfreude über mich?" Trotz der bedeutenden Macht Muhammed's aber dauerte die Belagerung fünf und zwanzig Tage, und als sie sich endlich nicht halten konnten, stellten sie dem Propheten die Bedingniß, die Burg nur dann übergeben zu wollen, wenn er ihnen wie den Beni- Nadhir freien ungehemmten Abzug gestatten wolle. Der grausame Muhammed benutzte seine Uebermacht, und verlangte nur Uebergabe auf Gnade und Ungnade, durch diese Unbestimmtheit seinen blutdürstigen, grausamen Plan verhüllend und die Beni-Karisa täuschend. Mit Mangel und Entbehrungen kämpfend zog endlich der belagerte Theil des jüdischen Stammes aus der alten Burg seiner Väter, sieben hundert und fünfzig gerüstete Männer und tausend Weiber und Kinder, entschlossen das Land ihrer Ureltern zu verlassen, und wie die Beni- Kainokaa in weiter Ferne ein neues Vaterland zu suchen. Die Beni-Aus, mit welchen die Beni-Karisa verbündet waren, baten Muhammed für die Erhaltung des besiegten Stammes, sie verlangten, daß ihre Fürbitte ebenso Erhömng finden möge, wie die Fürbitte Jbn- Seluk's für die Beni-Kainokaa; allein der blutdürstige- Muhammed übertrug die Entscheidung über Leben und Tod dieses Restes dem hartherzigen und an seinen Wunden kranken Saad Ben Moas, wohl wissend, daß dieser harte Mensch für den Untergang sich entscheiden wird. Muhammed, dieser Bluthund, ließ die 750 Männer durch Ali und Sobeir Ben Awwam grausam hinrichten, dann in eine große, zu diesem Behuft gegrabene Grube werfen, während Weiber, Kinder und Sklaven als Beute vertheilt wurden. Die erbeuteten Waffen bestanden aus fünfzehn hundert Schwertern, dreihundert Panzern, fünfhundert Schilden und tausend Lanzen. Die Weiber und Kinder wurden nach Nedsch ins Gebirge geführt und dort verkauft, das gelöste Geld wurde unter die Krieger so vertheilt, daß die Reiter immer drei Theile bekamen. Unter dem Fünfte!, das Muhammed von der ganzen Beute bekommen, befand sich auch die Jüdin Rihana, die Tochrer Amru'sz der schönen Rihana bot der Prophet seine Hand an, denn er wollte sie zum Weibe; allein sie wies ihn verachtend zurück, da sie ihrem Glauben nicht untreu werden wollte, und er war genöthigt seinen Antrag zurückzunehmen. Dieser Meuchelmord an dem Stammesrest der Beni- Karisa war nur der Ausgangspunkt der frühem Meuchelmorde an ihm feindlichen Juden, die er geheiligt und als gute Fhaten ausgegeben, seinen natürlichen Hang 28