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Der Orient · 1840-07-11 · 28 (11.7.1840) · p. 443

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
28 (11.7.1840)
Article
Etwas über Karäer in der Krim
Date
1840-07-11
Page
443 (sequence 2)
Language
German
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443 Etwas üb. Käräer in der Krim. Inschriften. Grabsteine. Spuren der Chasaren. 444 In der Karäer-Synagoge zu Tschufud-Kale, in dem Schrein, in den, die Gesetzrollen liegen, fanden sie in einem Winkel einen schönen merkwürdigen Bibelcodex auf Pergament (b'U) in Quadratschrift, der nun, wie aus der Unterschrift auf dem letzten Blatte zu sehen ist, 1015 Jahre alt ist. Diese Unterschrift lautet wörtlich: b prö 'l blü Ni jpN rüBO, (b. t>. psjD inotw) jib vdn nw'TO Pnu rn^ts'>3^^ n3^ü" d’dn»i “$1 rfe niä3]DN rvo bj "N21 "N21 V'N2 d. h. dieser (Codex) ist ein Eigenthum des Rabbi Aadok, welcher ihm von seinem, sel. Vater als Erbstück zugefallen, im Jahre 1268 der seleucidischen Jahresrechnung u.s. w. Ferner heißt es daselbst: N3L/2 '1^N LNN2 1k2DNN N: 0V2 nintosy ]’3ö? dw niiDtt'i ontw O'Ndrvi d. h. dieses Codicill sonst Megilla 19. Gittin 21. Es ist das griechische wurde in Tischri, im Jahre 1-228 der seleucidischen Zeitrechnung beendigt. Dieser Codex wurde also 40 Jahre nachdem er geschrieben war ein Eigenthü'm des Rabbi AadokEndlich heißt es aus demselben Blatte : 1'33N fcOtWfi N'bN3 13bt'L'3 bn3ii ^pir» NI 132Nd< p tr'LbN pnbx L-NpN OTD p jlti'fnn nr*2 Hy i^bn “:H ~c'j bz nvb r^'L'3 rrtn: "n«m L'vbdr nbbri n:b rib isnnp yibüb h 'm^ n^‘ dn^J/1 d. h. dieses ist das Werk 2) , welches .der große Rabbi Gedelfa, Sohn des Elchanan, Mittwochs, den 28. MarcheschlE, im Jahre 5120, d. h. 1350, gekauft^). näM'ch 'oben auf dem steilen Berge, und führt den Namen hnp, di e obere Gemeinde, der andere Lheil hingegen" wohnt unterhalb des Berges und heißt: nt$0 b'Tft, die unter eGemei« de. Dem Geschichtschreiber/dem Hrn. Dr Jost, der Nr. 25.,S. 215 ^iese Ausdrücke nicht erklären konnte, ist diese Unterscheidung wahrscheinlich nur beim Niederschreiben nicht gegenwärtig gewesen. Jetzt nennen sich beide Gemeinden nur Karäer, in früherer Zeit aber nannte .sich die untere Gemeinde ^Ijp, die chasarische Gemeinde, wahrscheinlich weil^ sie aus dem benachbarten Chasaren-Gebiete, nachdem das jüdische Reich dort zu Grunde gegangen, eingewandert waren, oder wenigstens dorther stammen mögen. Red. 2) Wie der Schreiber zü der Behauptung kommt, daß dieser Codex 1015 Jahre alt sei, ist mir unbegreiflich, eben so wenig die Correktur des Einsenders 1022. Die seleucidische Zeitrechnung begann doch bekanntlich im Jahre 312 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung, als Seleukus Nikator die Stadt 'Babylon wieder erobert hatte; der Codex kann daher natürlich nur 924 Jahre alt fein, nicht aber 1015. In den Besitz des Rabbi.Zadok kam er vor 884 Jahren , d. h. im Jahre 956 unserer gewöhnlichen Zeitrechnung, nachdem er im Jahre 916 geschrieben war. Da die hebräische Abschrift sehr genau ist, so' ist über die Unrichtigkeit 'des Schreibers --gar 'kein Zweifel. ■ ■ Red. 3) , in wer I o st 'scheu Mittheilung steht! Es ist s. v. a. und stammt von Fpvj in der Bedeutung von ber. R e d. 4) Liese Angabe des Datums fehlt '-bei Jost. R ed.! Dieser Codex enthält die drei großen Propheten Jesaja, Jermija und Jecheskel, und dann nur noch die zwölf kleinen Propheten,. alle aber waren mit Punkten und Accenten versehen, wobei es aber sehr auffallcn mußte, daß die Accente über den Buchstaben standen und eine eigene, absonderliche Form hatten, die von der bei uns üblichen abweicht. Auf zwei Seiten waren die Punkte und die Accente verwischt und nach gewöhnlicher Weise gesetzt , wobei aber auch Dinte und Schriftzug von den Uebrigen abwich, woraus man auf deren spateres Nachtragen schließt. Ich -selbst habe mit meinen Augen einige Blätter dieses sonderbaren Manuskripts gesehen, welche Herr Firkowitsch mittelbar an den Direktor B ezalel S ternin Odessa gesandt, um ihm darüber Aufschluß zu geben , und ich war nicht wenig erstaunt über diese Erscheinung. 5). — Nachher suchten sie auf dem dortigen Friedhofe nach alten Grabsteinen, und sie fanden daselbst zwei alte, merkwürdige Grabsteine (rVC&o), die der Besprechung in jeder Beziehung werth sind. Der eine fünf Ellen lange und | Ellen breite Grabstein bedeckt das Grab eines Isaak Sangari, vielleicht derselbe, welcher im Buche Kusari als "pH erscheint, denn er trägt an seiner Spitze die mit großer Quadratschrift eingegrabene Inschrift pj-jy ’HIDD, welche Inschrift die Entdecker so erläutern, daß sie an Zahlemverth 531 macht, nun gehen 4 zur Bezeichnung der Lausend ab, so daß die Zahl 4,527 herauskommt, welches das Sterbejahr des Sangari gewesen sein soll. 6) Auf dem zweiten mir merkwürdigen Grabstein lautet die Inschrift: bi03"| ND22 ND2 rHCp rCGJD ns ns Tjb pmo ds pao rqbw il'W px: 1EÖ31 )7nb QL' N3V7I31 K^Sp. i>. h. hier der Grabstein des Herrn Samuel, Sohn des Daniel, Sohn des Elkana, der aus F a s, ^aus einen) fernen Lande ein.- 5) Ich muß bemerken, daß der hier erwähnte Firkow.i t sch derselbe ist, der in Nr. 18 in dem Berichte von Mlsahagi sich mit dem jüdischen Namen rp'-) pft, Jbn- Rasches, nennt. Er ist Chacham der karaischen Gemeinde zu KOslo ff am schwarzen Meere, wo die Karäer fast nur unter Tataren leben, und dieses Kos loff führte eine Zeitlang den Namen Jewpatoria, welches Jost nicht zu entrathftln wußte, und dahin ' kehrte. Firkowitsch von seinem Ausfluge zurück. Der bei Milsahagi erwähnte Salomo, ist der Karäer Salomo (Baum) in Odessa , der in Baktschisarai geboren mit Firkowitsch gereist und dem Letzterer die Blätter an Stern mitgegeben. Red, 6) Nach der Meinung des Herrn Firkowitsch waren die Einer der Taufende in der Gesammtzah! verwoben, was bei der zweiten Grabschrift ebenfalls der Fall sein soll, und er beruft sich'darauf, daß diese Art, Jahrzahlen auszudrücken, bei Karaern gewöhnlich sei, was aber ohne gründliche Beweise durchaus bezweifelt werden muß. Auf Büchertiteln, Inschriften und Grabschristen der.Rabbcwiten hat man diese Art Jahr- Mahlung nie gesunden, .und -ichi -gcaube , .daß cder-fleißige Dr. -'Jür n z in feiner trefflichem Abhandlung: .„Ueber die Jahrzahlen" iin -Nr. 13. 14. der-Annalen, diese iWeise -der Jahrzahlung nicht-übergangen .haben würde, -wenn ^ste^äu-ch, nur -eine karäische sei. - . v Med.

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