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Der Orient · 1840-07-11 · Heft 28 (11.7.1840) · p. 212

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 28 (11.7.1840)
Article
Zürich: über den Judeneid in der Schweiz
Date
1840-07-11
Page
212 (sequence 3)
Language
German
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212 Erdreichs und aller Dinge, auch mein und der Menschen, sa Hier sind, ich rufe dich an, durch deinen heiligen Namen auf diese Zeit zu der Wahrheit, daß rc. rc. Ich Litte also Gott Adonai mir zu helfen'und zu bestätigen'diese Wahrheit: wo ich aber nicht recht und wahr sage in diesesec Sache, sondern einige Unwahrheit, Falsch¬ oder Betrüglichkeit darin gebrauche, so sei ich heräm und verflucht ewiglich, daß mich übergehe und verzehre düs Feuer, das Sodom und Gomorrha überging und alle die Flüche, die an der Thora geschrieben stehen und daß mir auch der wahre.Gott, der Laub und Gras und alle Dinge erschaffen hat, nimmermehr zu Hilfe noch zu statten komme, in einigen meinen Sachen und Nöthen, wo ichaber wahr und recht sage in dieser Sache, also helfe mir der wahre Gott Adonai»" Zum Schluffe aber erlaube uns nun der Leser noch, die Eidesformel anzuziehen, welche gegen das Ende des 18. Jahrhunderts in der damaligen Grafschaft Baden eingesührt und üblich ward, damit er zu ermessen vermöge, welche Uebel und Drangsale der Meineide Jude auf sein Haupt herabbeschwören mußte und wie argwöhnisch jene Zeit gegen das Volk Israel war. Es heißt: „Ich N. N» schwöre bei dem Allmächtigen, lebendigen Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, und der dem Mosi erschienen ist im feurigen Busche, und bei den 10 Geboten, die Mosi gegeben sind, daß meine Aussage recht und wahr sei, oder daß ich wahre Kundschaft wolle sagen und ob ich in solchem Unrecht oder meineidig wäre, so muß ich verjagt und verstreut werden unter den Völkern und wohnen unter dem Erdreich meiner Feinde, und das Erdreich muß mich verschlingen, wie Dathan und Abiram, und an mich kommen die Aussätzigkeit Naamans, mein Weib müsse eine Witwe und meine Kinder Waisen werden und werde mein Haus verlassen und kommen über mich meine und meiner Voreltern Sünden und alle Flüche, die im Gesetze Mosis und der Propheten geschrieben sind und bleiben auf mir ewiglich, und geben mich Gott ewiglich in Verfluchung zu einem Schandzeichen meinem Volke. Adonai! Adonai!" Deutschland. Wien, 3.März^(Fsg.) Ozar ha-Schoraschim, hebräisch-deutsches und deutsch-hebräisches Wörterbuch über das alte Testament von J.L. Benseeb. Dritte, von M. Letteris vermehrte und verbesserte Auflage. 1. Theil, hebräisch-deutsch von Ales bis Mem (Wien, bei Franz Ed» v. Schmid und I. I. Busch 1839). — Was der verdiente unvergeßliche Benseeb im Bereiche der hebräischen Literatur gewirkt und geleistet, und welche Stellung er darin einnimmt, hat bereits die ungetheilte Volksstimme mehrer Decennien, die vielfachen Ausgaben und Auflagen, die von seinen sämmttichen Schriften uns vorliegen, zur Genüge mit anerkennender Würdigung entscheidend ausgesprochen und dargethan. Fast in jedem Genre und Zweige dieser Literatur liegen die vortrefflichen Resultate seines unermüdeten Fleißes, seiner reichen Produktivität und seiner praktischen Meisterschaft uns vor, mit einem Arsenale von Schönheiten unser Wohlgefallen, unsere Bewunderung uns abzwingend. Er war eben so praktisch als Sprachforscher, wie als Exegete, ebenso vollkräftig, lieblich und gediegen als Dichter wie als Uebersetzec, als Grammatiker, wie als Lexikograph, und lange standen sein Talmud und sein Ozar Ha-Schoraschim, als Grammatik und Wörterbuch einzig und unübertroffen da. Und mit Recht kann er, wie Lessing im Deutschen, unter den ersten Begründern der neuhebräischen Literatur gezählt und ihnen ebenbürtig im Range gleichgestellt werden. Er hatte zu seinen Kunstschöpfungen keine regelrechten und logisch organisirten Mustergebilde, wie wir. Der Maßlul, Zohar Ha-Teba, Ozar Ha-Milin, Milim le-Eloha, unter ihnen die beiden Michlol undSefat Emet und andere, waren der chaotische Stoff, aus denen er seine sprachlichen Gebilde schuf, und alle seine Arbeiten schmückt ein eigenthümliches Gepräge von musterhafter Originalität, dessen sich kein einziges Produkt seiner spätern Nachzügler erfreuet. Sein mit vielem Fleiße gearbeitetes schönes Ozar Ha-Schoraschim hat, seit der ersten Epoche seiner smsationerregenden Erscheinung fast wie die Bibel als unentbehrliches Hausbuch im ganzen Judenthume Oesterreichs, Ungarns und Polens und zum Theil auch Deutschlands sich so heimisch gemacht, naturalisirt und eingebürgert, daß bereits zwei zahlreiche Auflagen hiervon vergriffen wurden, so daß der Ed. v. Schmid und Busch sich genöthigt sahen, eine dritte, die erstern in jedem Bezüge hinter sich lassende Ausgabe zu veranstalten. Und nachdem wir zur Würdigung Benseeb's geziemend uns ausgesprochen, kommen wir zur Beurtheilung dieser neuen Auflage,, deren erster Aand von Ales bis Mem, von M. Letteris umgearbeiret, uns vorliegt. Welch bedeutenden Umschwung das Bibelstudium und die orientalische Sprachkunde seit dem ersten Erscheinen dieses Werkes überhaupt genommen, was in linguistischer und exegetischer Hinsicht seitdem geleistet und geschaffen wurde, wie viele Geistesherom und Sprachmächte seitdem in ihr gelebt, geforscht und gewirkt, und wie viele etymologische Perlen seitdem aus dem Schachte verschütteter Fundgruben zu Tage gefördert und als Perlenblumen nun im Myrtenkränze ihrer Verjüngung prangen, dürfen wir den Lesern dieser Blätter nicht erst erzählen, und wir dürfen nur die Namen Zunz, Fürst, Arnheim, Wessely, Reggio, Luzzatto, Kohn, Rosenmüller, Jeitteles, Gefenius, de Wette, Hitzig u. s. w. nennen, um darzuthun, was seitdem Großartiges gespendet wurde. Auch dürfen wir nicht erst auseinandersetzen, in wie weit ein solches Werk, ohne dem reichen Verdienste Benseeb's nahe zu treten, heut- . zutage der UmarbeitunA bedarf, um es dem Geschmacke

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