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Der Orient · 1840-07-11 · Heft 28 (11.7.1840) · p. 211

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 28 (11.7.1840)
Article
Zürich: über den Judeneid in der Schweiz
Date
1840-07-11
Page
211 (sequence 2)
Language
German
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211 das Abraham anging, da er seinen Sohn Isaak fing/ Sprich Amen! Ob du unrecht schwörst um das Gut, so müsse dich angehn die FluLH, die König Pharao anging, da er die Juden fing. Amen. Wie du sollst zu Rechten stehn daß du selbst nicht sollst umgehn, sollst du schwören den rechten Eid und müsse dich angehn das Leid, das Dathan und Abiram anging, da sie die Erde umsing. Amen. Und ob das die rechten fünf Bücher find, da sollst du schwören mir, und sollst sie haben in deinem Sinn, daß du nicht unrecht schwörst den Eid daß dich nicht angehe das Leid, das Moses Schwester anging, 'da sie die Aussätzigkeit aufsing, und ob das die rechtem zehn, Gebote sind, die Moses von dem rechten Berge gebracht, nachdem er sie innerlich gedacht, da ihr das Kalb gemacht, wodurch der Fried' euch schwand, und müsse dich nimmer verlassen, oder all der Fluch dich fassen, der in dem Buche stand, und der Fluch der Naaman anging, der müsse dich nimmer verlassen, und der Fluch, den ihr über euch bracht, da ihr spracht: sein Blut koknm über uns und unser Kindes-Kind. Dazu helfe dir der wahre Gott Adonai, der da war auf dem Berg Sinai. Amen. Diese .uralte, schon ihrer Form willen merkwürdige Eides- Formel, haben wir aber so früh hinauf zu rücken, daß ihre Anwendung ohnstreitig schon in den Anfang des 14. Jahrhunderts zu setzen ist. Spater trat eine, wenigstens der Form nach mehr zeitgemäße Formel ins Leben, und zu Anfänge des 18. Jahrhunderts wartz nachstehendes Formular, das sich in den „Statuten und Gerichtsordnungen der Stadt Basel von 1719" besindet, öffentlich publizirt. „So einem Zudem ein Eid zu thun auserlegt wird, soll man ihm allervorderst und ehe erden Eid schwört, die heilige Schrift vor Augen legen und ihn mit folgenden Worten bereden und beschwören: Jude! Ich beschwöre dich bei dem einigen lebendigen und allmächtigen Gott, Schöpfer der Himmel und des Erdreichs''und aller Dinge, und bei seiner Tora und Gesetz, das er gab seinem Knechte Mose auf dem Berge Sinai, daß du wollest wahrlich sagen und versahen, ob das gegenwärtige'Buch dasjenige sei, darauf ein Jude einem Christen oder einem Juden einen rechten gebührlichen Eid thun und vollführen möge und soll. — So alsdann der Jude auf solche Beschwörung bekennet und sagt,, daß es dasselbige Buch seisoll ihm nachfolgende Frage und Vermahnung vorgehalten und vorgelefen werden, nämlich: Jude, ich verkündige dir wahrhaftig, daß wir Christen anbeten den einigen, allmächtigen, lebendigen Gott, der Himmel und Erde und alle Dinge erschaffen hat, und daß wir außer diesem keinen Gott haben, ehren und anbeten. Das sage ich dir darum und. aus der Ursache, daß du nicht meinstdu. wärest, entschuldigt vor Gott eines falschen Eides willen, indem daß du dafür halten möchtest, daß wir Christen. eines Unrechten Glaubens wärm und fremde Götter, anbeteten, das doch, nicht ist. Und gleichwie die Hauptleute des-Volkes Israel schuldig gewesen sind zu halten das, so sie geschworen hatten den Männern von Gibeon, die da dienten den fremden Göttern, um so. vielmehr hist du schuldig uns Christen, als denen-. die da anbeten einen lebendigen und allmächtigen Gott, zu schwören und zu halten einen wahrhaftigen und unbetrüglichen Eid; Darum, Jude, frage ich dich,-ob du glaubest, daß-einer schändet und lästert den allmächtigen Gott, indem er . schwört einen falschen und unwahren Cid? — Darauf spreche der Jude: Ja! -- Jude! ich frage dich ferner, ob.dü. aus wohlbedachtem Muthe und ohne alle Arglist, und Vetrüglichkeit, den einigen und lebendigen .Gott wollest anrufen zu einem Zeugen der Wahrheit : daß', du in die-. sec Sache, darum dir ein Eid auferlegt ist, keirttrlei. Unwahrheit, Falsch- oder Vetrüglichkeit reden, noch gebrauchen wollest in einiger Weife? — der Jude sprechec Ja! —- So nun das alles geschehen, so soll der Jude' seine rechte Hand bis an den Knorren auf die heilige Schrift legen, und namentlich auf die Worte des Ge/ setzes und Gebotes Gottes, so im zweiten Buche Mosis am 20. Cap. V. 7 zu lesen sind, welche also lauten: Du sollst den Namen des Herrndeines Gottes, nicht mißbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht." -"-Alsdann und ehe der. Jude den Eid vollführt, soll der Jude dieft Worte nachsprechen: Adonai, ewiger, allmächtiger Gott, ein- Herr über Melachim, ein einiger Gott meiner Vater/der du uns die heilige Thora gegeben hast, ich rufe dich und deinen heiligen Namen Adonai und'deine. All- Mächtigkeit an, daß du mir helfest bestätigen meinen Eid, den ich jetzt thun soll. Und wo ich unrecht und betrüglich schwören werde, so sei ich. beraubt aller Gnaden des ewigen Gottes und mir werden auftrlegt alle die Strafen, die Gott den verfluchten Juden) auftrlegt hat, und meine Seele und Leib haben auch nicht mehr Theil an der Versprechung, die uns Gott getha.n har, endlich soll ich auch nicht Theil haben an. Messias,. noch am versprochenen Erdreich des heiligenseligen, LaMes. Ich verspreche auch und bezeuge bei dem ewigen.Gott Adonai, daß ich nicht will begehren, bitten oder ausney/ men einige Erklärung, Auslegung,- Abnehmung oder Vergebung von keinem Juden noch andern Menschen/ womit ich meinen Eid betrügen möchte - Amen/".- Darnach so schwöre der - Jude und spreche diesen Eid nach:' „Adonai ein Schöpfer des- Himmels und des 28*

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