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Der Orient · 1840-07-04 · 27 (4.7.1840) · p. 429

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
27 (4.7.1840)
Article
Uebersetzungen der Mischna und des Talmuds
Date
1840-07-04
Page
429 (sequence 4)
Language
German
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431 Fortschreitende Entwickelung d. Cultur d. Juden inDeutschland v. Mendelssohn bis aufd. Neuzeit. 432 1707. Arabisch findet sich dieser Traktat unter Pocock's Manuscripten n. 43. in der Bodlejanischcir Bibliothek. Scaliger'S handschriftliche Bemerkungen führt Hadrian Reland an in den Noten zu Dtho's Geschichte der Mischna Gelehrten pag. 105. Ueber Val. Ern. Löscher's handschriftliche Noten siehe, was er selbst in seinem Briefe an Feustel schreibt, welcher sich findet in den Miscellanea sacra et erudita p, 696. u. 702. Ueber den Sammler dieser Kapitel werden wir bei den Mischnaschriftstellern unter Natan sprechen. Die Sammlungen aber solcher Sentenzen werden wir anführen bei den Anonymen unter — 41) G'PlSl/» Sebachim (Cap. 14. Mischn, 101). Uebersetzung und Angabe mit 5 anderen Traktaten v. Joh. Ullmann, Straßbiu'g 1663. 4. Auch hatte diesen Traktat übersetzt Sonst. L'Empereur, wie er selbst erklärt in einer Epistel an Christoph Schräder, die von Ritmeier hinter der Clavis Geniarica des N. ELijakim Panzi herausgegeben ist. Ullmanns Uebersetzung behkrit Surenhus bei. Nach den unschuldigen Lheolog. Berichten vom Jahre 1714. p. 773 hatte auch Knollen eine Uebersetzung mit Hinzufügung von Raschi's Commentar angefertigt. Eine andere Interpretation versprach Lheod. Daffov in Nut. Literar., Maris Balth. 1705. — 42) Chulin. (Cap. 12. Mischn. 74). Uebersetzung v. Surenhus, 43). nirOö, Menachot (Cap. 13. Mischn, 93.). Uebersetzung von Surenhus. (Fortsetzung folgt.) Die fortschreitende Entwickelung der Cultur der Jude» in Deutschland UNd die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums von Mendelssohn bis auf unsere Zeit, dargestellt von Me y mann Jfolowicx. Wie es schon im Begriffe der Geschichte rerum cognitio praesentium) liegt, nicht nur die Thatsrchen in ihrer* bloßen Äußerlichkeit nach einander aufzuzählen, sondern auch den Grund, das Warum derselben klar, deutlich und anschaulich zu ermitteln und darzustellen, so hat es die Culturgeschichte noch naher damit zu thun, den Bildungsprozeß eines Volkes oder einer Zeit nach seiner innern Nothwendigkeit in allen, Richtungen und Aeußerungen, in allen Gestaltungen und Erscheinungen darzustellen, um all' und jede scheinbare Zufälligkeit und unbestimmte Mannigfaltigkeit aus dem Gebiete des sich entwickelnden Geistes einer Zeit oder eines Volkes zu verscheuchen, um so naher die Cultur zu bestimmen, als die Nothwendigkeit der im menschlichen Geiste wesentlich begründeten fortschreitenden Entwickelung.— Diese Bestimmung giebt bei einem Lieferen Eingehen in dieselbe alsbald den Faden an die Hand, nachdem man die Richtung der Cultur verfolgen, zeigt gleichsam den rechten Weg, auf dem man untrüglich den Anfangs- und Ausgangspunkt einer jeden epochemachenden Entwickelungsstufe finden muß, und lehrt endlch die Wurzel aufsinden-, wodurch die verschiedenen Epochen in einander verwachsen und zu einem Gesammtganzen he.rangereift sind. Wir werden demnach in unserer geschichtlichen Darstellung der neuern fortschreitenden Entwickelung der Cultur'' der Juden in Deutschland 1. den Anfangspunkt oder den Impuls 2. die Epochen oder die Stufen und 3. das Resultat oder den gegenwärtigen Standpunkt der Entwickelung zu ermitteln und in seiner Nothwendigkeit aufzuzeigen haben. Da aber der jedesmalige Htand der Cultureines Volkes seine stärkste Wirkung nicht nur auf die innere, sondern auch auf die äußere Gestaltung der Religion äußert, so werden auch wir im Fortgange unserer Untersuchung zu erörtern wissen, wie in den - verschiedenen anzugebenden Epochen jedesmal das Iudenthum aufgefaßt und äußerlich zu gestalten versucht worden ist, und somit, den Hauptmomenten nach, die wissenschaftliche Ausbildung des Judenthums in der Neuzeit unfern Lesern vor Augen führen. Es versteht sich von selbst, daß wir den Entwickelungsgang der Cultur dev Juden, theils nur in Gemeinschaft mir dem der allgemeinen deutschen Civilisation, theils in Verhältniß zu derselben betrachten können und müssen. Denn seitdem die Juden ihre politische Selbständigkeit, ihre Freiheit verloren haben und zu Mitbewohnern der Verschiedensten Länder geworden sind, ist die Entwickelung ihrer Cultur eine nicht ihnen ganz eigene, sondern größtentheils eine Wirkung der allgemeinen Civilisation, wie jedes Blatt der allgemeinen und besonders der jüdischen Geschichte dies bekundet. — Unsere Leser werden es daher nicht befremdlich finden, wenn im Verlauf unserer Untersuchung sorgfältig der Reflex hervor gehoben wird , welchen die allgemeine deutsche Cultur und Civilisation auf Juden und seinen Glauben in neuerer Zeit geübt. Denn eben um die Erforschung dieses Umstandes ist es uns zu thun, und sollte unser Streben Anerkennung finden, so werden wir Gelegenheit suchen auf dieser Bahn fortzufahren, um nach Kraft und Einsicht das Gure, Wahre und-Ersprießliche zu sörden. Haben wir nun im Allgemeinen das Gebiet unserer Untersuchung bestimmt, so müssen wir nunmehr den Gegenstand unserer Erörterung näher in's Auge fassen, und ihn seiner Beschaffenheit und Einlagen'nach betrachten, sein Wesen erkennen, um ihn in seinen verschiedenartigen Erscheinungen verstehen und begreifen zu können. —- (Fortsetzung folgt.) Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I, Nagel.

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