Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 27 (4.7.1840)
- Article
- La Bible, traduction nouvelle, ...
- Date
- 1840-07-04
- Page
- 423 (sequence 3)
- Language
- German
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425 Untergang des jüdischen Staats unter Nebukadnezar. Übersetzungen d.Mischna u. des Talmuds. 402 seinen Kriegern; die Chaldäer setzten ihm aber nach, und holten ihn in den Steppen Iericho's ein. Seine Leute zerstreuten sich; er selbst wurde gefangen (Ier. 52, 8.), nach Ribla in's Hauptlager gebracht, und dort vor Gericht gestellt. Seine Söhne wurden hingerichtet; er selbst, nachdem ihm dieser letzte, traurige Anblick noch geworden, geblendet, und sodann, auf Lebenslaug (Ier. 52, 11.) in Fesseln geschlagen, nach Babel gesandt. Vom zehnten Lage an des folgendes Monates (des Ab) begann unter Nebusaradan's, des Obersten der Leibwächter, Leitung die gänzliche Schleifungder Stadt mit der Zerstörung des Tempels * * 7) (Ieremia 52, 13. 17.). Das sogenannte eherne Meer und die beiden freistehenden Säulen, ' Iachin und Boas, wurden zerschlagen, um mit-den andern zum Theil sehr kostbaren Geräthschaften nach Babel gebracht zu werden. Hierauf wurde der Tempel, so wie der Pallast des Königs, das Stadthaus (Ier. 39, 8.) und alle übrigen Wohngebäude eingeäschert, die Mauern niedergerissen, kurz! die ganze Stadt in einen Schutthaufen verwandelt. Die vornehmsten Priester, die sich noch vorsindenden Würdetrager des Landes und Beamten, nebst einer Anzahl angesehener Landbewohner schickte Nebusaradan nach Ribla, wo sie der König abschlachten ließ. Die noch übrigen Einwohner der Stadt, die Werkleute, Ueberlaufer ff. wurden hinweggeführt. Ihre geringe Zahl, die nicht auf tausend stieg (Ier. 52, 29.), zeigt, wie verheerend der -Krieg gewüthet hat. Nur das ganz unbemittelte Landvolk ward theilweise (Ier. 52, 15.) zurückgelaffen (Ier. 39, 10.), und unter den Befehl eines gewissen Gedalja, eines chaldäisch Gesinnten, gestellt, dessen Vater Ahikam schon mit Ieremia gegen den Abfall gestimmt zu haben scheint (Ier. 26, 24.). Letzterer wurde auf des Königs Befehl mit Achtung behandelt (Ier. 39, 11—14.), nachher zu Nama, wohin er 'mit der Gefangenenkerte gerathen war, der Handfesseln entledigt; und mit einem Geschenk entlassen, kehrte er zu Gedalja nach Mizpa zurück (Ier. 40, 1—6.). Um den Statthalter (Ier. 40, 10.) Gedalja sammelten sich nun die Uebriggebliebenen, unter welchen mehrere seither im Lande herumirrende Heerführer mit ihrer Mannschaft (a. a. O. VV. 7. 8.). Viele der nach Edom, Moab und Ammon aus einander Geflohenen kehrten zurück (V. 11.). Durch erstere wurde der Statthalter benachrichtigt, daß Jsmael, ein Iudäer, von königlichem Geblüt (41, 1.), aus Auftrag des Königes Baalis von Ammon, ihn ermorden wolle (40, 14.). Er verachtete die Warnung, und siel am Neumond des Tisri (des siebenten Monates) bei einem Gastmahl durch Jsmaels Hand, der zwei Tage nachher noch eine Menge Opfer Bringender würgte. Hierauf schlug Jsmael, alle Bewohner Mizpa's mit fortschleppend, den Weg nach Ammon ein (41, 10.), wurde aber schon bei Gibeon von den Heerführern erreicht, die Gefangenen befreit; und mit Mühe entrann er in geringer Begleitung nach Ammon (41, 15.). Alle Zurückgebliebenen sammelte jetzt Iohanan, der Heerführer, und machte sich aus Furcht vor den Chaldäern auf den Weg nach Egypten. In Bethlehem um sein Gutachten, das entscheiden sollte, befragt, widerrieth Ieremia die Fortsetzung des Weges, weil Egypten noch Iuda's Schicksal harre (42,'15—18. 44,30.); allein Herrn Halt machten, ist nicht für das Thor Efraims anzusehen, sondern 2 Kön. 20, 4. zu vergleichen. 7) Nach Rechnung des Jeremka's und 2 B. d. Kön. war dieß Nebukadnezars neunzehntes Regierungsjahr (Ier. 52, 42.), nach der des Berosus sein stebenzehntes. Iosephus, der die .abgehandelten Begebenheiten ohnehin unkritisch und fabelhaft erzählt, irrt also auf jeden Fall, wenn er Arch. X, 8, §. 5. in Uebereinstimmung mit Ier. 52, 28 ff. Nebukadnezars acht zehntes Jahr angiebt. man gab ihm Schuld, im Interesse der Chaldäer zu reden; und die Karawane, Ieremia gezwungen mit ihr, zog nach Egypten, wo sie sich zu Daphne, Magdolos, Memphis und im Lande Patros niederließ (44, 1. 43, 7. 8.). Noch hier vergeblich eifernd gegen den Abfall von Jehova und den einreißenden Götzendienst, schwindet der Prophet aus dem Bereiche unserer Blicke. Er war ein seltener Mann, ausgezeichnet durch seine edle Persönlichkeit und sittliche Kraft, erfüllt von begeistertem Glauben und feuriger Vaterlandsliebe. Er hatte von Jehova sich überreden lassen, ihm als Organ zu dienen bei seinem Volke (20, 1.), harte das arge Geschenk empfangen, unter seinen Mitbürgern der einzig Sehende zu sein. Seine Rede, gleich der Caffandra's, verhallte ungehört, und das Eintreffen des vorausgesagten Unheils, das herbeizuwünschen man ihm Schuld gab (17, 16.), war eine leidige Genugthuung dem Patrioten, der überlebend die Nation, welche seine Liebe stets verkannt hatte, am Ende seiner Tage gerechtfertigt, aber allein dastand. Noch einmal führte sechs Jahre spater Nebusaradan einige Zurückgebliebene in's Exil (Ier. 52, 30.); und so wanderte denn auch der letzte Ueberrest von Israel in die Fremde. Die Iudäer zerstreuten sich hauptsächlich nach Mittelasien hin und Nordafrika, aber auch in andere, ferner und naher gelegene Länder; ihr Vaterland nahmen theilweise die Nachbarvölker in Besitz. Ihr Staat war jedoch nicht, weil innerlich morsch, zusammengestürzt; im Gegeutheil hatte er kurz vorher mittelst durchgreifender Reform des Cultus größere Einheit, durch diese mehr Kraft gewonnen; sondern er grieth in den zermalmenden Conflikt zweier großen Reiche, und Schwäche des Regenten, noch mehr die heillose Verblendung derer, die am Ruder saßen, trieb ihn, wie absichtlich, gerade auf die Klippen. Darum ist sein endliches Schicksal thranenwerth; eben darum aber erhielt sich auch das Volk, erneuerte sich der Staat, und entwickelte sich markirter und schroffer die Nationalität-, so daß der Nachkommen ausschließende Denkart sie mit aller Welt in Conflikt setzte, und daß in Folge davon wilde Cmpörungssucht, gepaart mit gesteigerter Halsstarrigkeit das Schicksal der Ahnen in vollerem Maße über die Enkel verhängt hat. Dieses ist das geschichtlich-treue Gemälde einer Zeit, in welcher Ieremia der Seher, der Rathgeber, der trauernde Sänger war und in dessen Auftreten sich das tragische Geschick unseres Volkes abspiegelt. Ein solches Gemälde entweder nach Hißig copirt oder eigenthümlich und selbstständig entworfen, hätte ich in diesem trefflichen Bibelwerke gewünscht, in diesem Bibelwerk, das an Umfang und exegetischen Takt, an rationeller Kritik und trefflichen Excursen so reich ist. Ich scheide somit von meinem mir schätzbaren Freunde an der Seme mit dem Gefühle der innigsten Hochachtung, und ich spreche hier laut meine Versicherung aus, daß ich seine exegetisch-wissenschaftlichen Arbeiten auch ferner mit der Vorurtheillost'gkeit eines Freundes zur öffentlichen Kenntniß und Anerkennung bringen werde. _ Übersetzungen der Mrschrra und des Talmuds. (Fortsetzung) 28) D'YU, Nedarim (Cap. U. Mischn. 90). Ueber- | sctzung von Surenhus und vor ihm von Ich. Ullmann, der