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Der Orient · 1840-07-04 · 27 (4.7.1840) · p. 422

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
27 (4.7.1840)
Article
La Bible, traduction nouvelle, ...
Date
1840-07-04
Page
422 (sequence 2)
Language
German
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V&6 424 Geschichte des jüdischen Staates zur Zeit der ersten Wegführung nach Babel. wie z. B. ein -gewisser Hananja (Ier. 28, 2. 11.) that, der den Termin auf zwei Jahre ansetzte! Auch jenen schriftlichen Bemühungen des Jeremia trat man in den Weg. Die auf Bolksaufwiegelung gesetzte Strafe, an gelindem Feuer gebraten zu werden (Ier. 29, 22.), hielt die Pseudopropheten, von denen einige namhaft gemacht werden, nicht ab, unter den Exulanten die fanatische Hoffnung einer nahen Rückkehr zu erwecken und aufrecht zu erhalten. Von einem derselben, Namens Schemaja, (Ier. 29, 31.) wurde Jeremia jenes Schreibens wegen sogar in der Heimath angeklagt. Fruchtlos freilich eben so sehr, als des Jeremia's dringender Rath (Ier. 27, besonders VV. 7. 11.), das fremde Joch mit Geduld zu ertragen (Ier. 37, 2.). In der Zwischenzeit war Ninive unter den Streichen der vereinigten Medisch - Babylonischen Macht gefallen 3), über 28 Jahre nach jener Ueberschwemmung Asiens durch die Skythen, im I. 597. vor Chr. (Her. 1, 106. Euseb. Chron. l, S. 54.). Im folgenden Jahre, dem vierten seiner Regierung, reiste Zedekia selbst: nach Babel (Ier. 51, 59.), vermuthlich um seine Glückwünsche darzubringen, vielleicht auch um die Rückgabe dev kostbaren Tempelgefäße zu erwirken. Wenigstens kann man dieß aus der C. 28, 3. kraft des achten Theiles der Ueberschrift V. 1. ungefähr gleichzeitig geäußerten Hoffnung mit Wahrscheinlichkeit schließen. Allein statt der frühern Gesandten Zedekia's zu Babel — Elasa und Gemarja (Ier., 29, 3.), denen Jeremia jenes Schreiben mitgegeben hatte — treffen wir noch im nämlichen Jahre (vgl. Ier. 27, 3. mit 23, 1.) Gesandte von Edom, Moab, Ammon und Sidonien, deren Aufträge aus Ier. 27, 6 ff. erhellen, in Jerusalem, und judäische gingen (Ez. 17, 15.) nach Egypten. Die Rückgabe der Tempelgerathe war ohne Zweifel verweigert worden; und nach dem Fehlschlagen seines Reisezweckes ließ der König die fremden Botschafter zu. Denn nun sann er entschieden auf Abfall; die schon von Jesaja einst bekämpfte Politik, sich mit Egypten zu verbinden, wurde auch jetzt befolgt, und Zedekia brach den geschwornen Eid (Ez. 17, 13 — 15.). Nach erfolgtem Ab falle des judäischen Volkes, welchen wir etwa ins Jahr 590 zu setzen haben, zogen die Chaldäer, durch Hilfsvölker verstärkt (Ier. 37, 1.), zum drittenmale heran, GNd im zehnten Monat von Zedekia's neuntem Negierungsjahre, d. h. im Janunr 589, am zehnten Monatstage (Ier. 52, 4.) sing die Belagerung Jerusalems an. Die Circumvalkationslinie wurde gezogen, die Angriffswalle gegen die Mauer geschüttet, und die SLurmböcke wider die Thore geführt (Ez. 21, 27.). Zugleich rückten Abtheilungen des Heeres vor die noch übrigen, südwestwärts gelegenen .Festungen Lachis und Aseka (Ier. 34, 7.), um sie zu belagern. Jeremia sah ein, daß die Stadt sich nicht werde halten können, und inständig drang er, um das Aeußerste abzuwenden, in seinen König, sich zu ergeben*), nachdem ihn Zedekia selbst durch die Abgeordneten Jukal und Zefanja um Fürbitte bei Jehova angegangen hatte (Ier. 37, 2.). Allein seiner Rede benahm alle Wirkung 'der kurze Entsatz, welchen der Stadt das Anrücken des egyp- , 3) Zefanja hatte, vgl. C. 2, 13., schon fast 30 Jahre früher Ninive's Fall geweissagt, wie es in der nächsten Folgezeit schien, fälschlich. Das Buch Jona hat, glaube ich, zum Hauptzweck, die Nichterfüllung jener Weissagung zu entschuldigen. 4) Ier. 34, 4. 5.: Wenn er gehorche, werde er in Frieden sterben, nicht verlustig gehend des Todtenfeiers seiner Vorfahren und des klageirden Nachrufes: Gebieter, weh'! tischen Heeres unter Hofra *) verschaffte (Ier. 37, 5.). Die Chaldäer hoben die Belagerung auf und gingen den Egyptern entgegen. Den Zorn Jehova's zu besänftigen, wurde jetzt auf Zedekia's Betreiben die gesetzliche Freilassung der Knechte und Mägde von hebräischem Geschlecht, welche alle sieben Jahre Statt haben sollte, feierlich verkündigt und ins Werk gesetzt; allein nachher sing, man sie wieder ein (Ier. 34, 8—11.). Jetzt kannten des Propheten drohende Weissagungen keine Schonung mehr (Ier. 34, 17 ff.), da klar am Tage lag, daß man zwar Jehova's Beistand wünsche, seinen Bedingungen aber nicht Nachkommen, und seine Befehle unter dem Scheine der Befolgung umgehen wollte. Indessen wurde der Prophet unter nichtigem Vorwände (Ier. 37, 11 — 15.) gefangen gesetzt. Die Chaldäer'aber erneuerten, nachdem sie den Hofra abgetrieben, bald nachher die Belagerung, und Zedekia erbat sich dießmal ohne Vorwissen^ seiner Magnaten, deren Vorwürfe er' fürchtete, wiederum des Jeremia Rath. Der Seher hatte keinen andern zu ertheilen, als das erste Mal. Wie er aber dem Volke öffentlich zu den Chaldäern überzugehn anempsahl (C. 38, 2.) — und das Ausreißcn scheint überhand genommen zu haben, vgl. C. 38, 19. 39, 9., — da ergriffen ihn die Volksobern, und ließen ihn, ohne daß der schwache König sich ins Mittel gelegt hätte, in eine Grube werfen, wo er den Hungertod sterben sollte. Die muthige Verwendung eines königlichen Kämmerers, Ebedmelech, rettete ihn, vgl. S. 65. 66. In einer letzten Unterredung, deren Inhalt wieder geheim gehalten werden sollte (Ier. 38, 24.), widerlegte Jeremia nochmals des Königs Gegengründe, indem er ihm vorstellte, daß die Stadr doch in die Hände der Chaldäer fallen müsse, daß aber ihr und des Königs Schicksal, wenn man sie freiwillig übergebe, eine viel glimpflichere Wendung nehmen werde; denn man würde einstimmig bezeugen, daß ihn seine Rathgeber irregeleitet hätten. Zedekia wußte für seine Unentschlossenheit nichts anderes "vorzubringen, als: er fürchte, den Mißhandlungen der Ueberlaufev preisgegeben zw werden. Es gelang jedoch dem Propheten auch jetzt nicht, des Königs Unschlüssigkeit zu besiegen; und er erlangte nichts weiter, als für sich mildere Haft. Die Angriffswälle der Belagerer rückten.indeß immer höher und drohender auf (Ier. 32, 24.); die Belagerten brachen dagegen Häuser ab, ,um die Mauern zu erhöhn (Ier. 33, 1. 4.). An Lebensmitteln entstand allmählig Mangel (Ier. 38, 9.); die Vertheidiger schmolzen zusammen; aber an Uebergabe wurde nicht gedacht; und während Jeremia lange mit hochherziger Ergebung sich in das unausbleibliche Geschick gefunden hatte (Ier. 32, 16 ff.), setzten die Belagerten ihre hartnäckige Gegenwehr fort mit allem Muthe der Verzweiflung. Der Hunger' bezwang endlich die feste Stadt; und am neunten Tammus (Julius) des Jahres 588 brachen die Chaldäer ein: nicht daß, bereits aufs Aeußerste gebracht, die Belagerten sich ergeben hätten; sondern vom Hunger entkräftet, waren sie. unfähig zu fernerem Widerstand. So konnte es den 'Chaldäern nicht schwer fallen, die Stadt auf der Nordsekte, wo sie. am wenigsten durch die Natur fest war, zu nächtlicher Stunde zu überrumpeln *). Zedekia entkam mit 5) Der Synchronismus mit Herodot, der (2, 161.) von 595 — 70 den Apries regieren läßt, nöthigt uns den Ier. 37, 7. 11. erwähnten Pharao -für eben jenen Apries zu halten, welchen Jeremia (C. 44, 30) Hofra nennt. 6) Es war die Nacht vom achten zum neunten des vierten Monats, vgl. Ier. 39, 2. 4. 52,^6. Daß die Chaldäer, wie später die Römer, hauptsächlich an der Nordseite angriffen, ist natürlich, und daß sie von dieser Sekte eindrangen, wird dadurch bestätigt, daß Zedekia in südlicher Richtung flieht. Das „Mttelthdr" aber, wo nach Ier. 59, 3. die chaldaischen Feld-

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