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Der Orient · 1840-07-04 · Heft 27 (4.7.1840) · p. 205

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 27 (4.7.1840)
Article
Arabien: der jüdische Stamm Beni-Chatemi ...
Date
1840-07-04
Page
205 (sequence 1)
Language
German
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Berichte/ Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt-bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Br. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen- und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Leipzig, den 4. Juli 1844K Orient Arabien (der jüdische Stamm Beni-Chatemi, die Kampfe Muhammed's mit den jüdischen Stammen). — Frankreich (Paris, Mitteilung üb. Cremieux und Montesiore). — Belgien, (Brüssel, Rechtsgleichheit.) — Deutschland (Hamburg, ein Atom der Emancipation. Oldenburg, eine Regierungsverordnung, den Eid betr. Mahren, jüd. Zustände.). — Literaturblatt des Orients. — Die nächste Nummer wird den halben Bogen Titel und Inhalt nachliefern. Orient Zkv<rbien. (Fortsetz.) Außer den erwähnten sieben jüdischen Stämmen (Nr. 26) wurde noch ein anderer jüdischer Stamm in die Reihe der Kämpfe Muhammeds mit den Juden gezogen; es war der Stamm der Beni-Chatemi. Eine Jüdin Aßma, die Tochter Mewar's, Gemalin eines aus dem Stamme Charemi, eiferte gegen den Wahnglauben Muhammeds, regte durch ihre begeisterten Reden die Juden gegen die Anhänger des Propheten auf und goß Witz und Satyre über den neuen Religionsstifter. Muhammed, den der Spott schmerzte, wollte sie durch die Hand eines Meuchlers aus dem Wege schaffen. Ein Theil dieses jüdischen Stammes hing aber schon damals dem Propheten an, wahrscheinlich nur. aus politischen Gründen, zumal der Jslamismus in seiner ursprünglichen Gestalt nur ein verfeinerter Mosaismus war, und unter diesen war ein eifriger Anhänger, Omeir Ben-Ada mit Namen, der selbst Jude, den befohlenen Meuchelmord vollführte, um sich bei dem Propheten einzuschmeicheln. Omeir war blind, konnte für den Propheten also im Felde nicht kämpfen, und da er wußte, daß Muhammed die heiligste Sache durch .Mord zu. beflecken sich nicht scheuet, so wollte er der blutige Bote sein. In der Nacht stahl sich der blinde Omeir in das Gemach der hochgebildeten Aßma, wo der Säugling über ihr lag; er mordete sie und nagelte sie höhnend auf dem Boden fest. Früh beim Morgengebete, wo der geliebte Meuchler hinter dem Propheten stand, fragte ihn Muhammed: „Hast du die Tochter Mewar's getödteL?", was den bejahenden Mörder noch zu der Frage veranlaßt, ob diese Blutthat ihn schaden könne, und die Muhammed mit den Worten beantwortete: „Es stoßen sich nicht zwei Ziegen darum." Omar, der spätere Chalif, wunderte sich über Omei r's That und sagte: „Sehet mir einmal den Blinden an", worauf Muhammed sagte: „Nenne ihn nicht einen Blinden, sondern einen Hellsehenden", den Meuchelmord belobend. Diese That hatte aber zur Folge, daß fast der ganze jüdische Stamm Beni-Chatemi in den Islam unterging; denn ermuthigt durch den Beifall des Propheten trat der blinde eifernde Omeir als Apostel in seinem Stamme auf, den Islam oder Vernichtung bringend. Nach dem fast gänzlichen Untergänge der Beni-Chatemi durch den fanatischen Stammgenossen Omeir, erfolgte die Bekämpfung und Verstreuung der Beni-Keinokaa zu Medina, der weithin nach Syrien vor dem Fanatismus fliehen mußte. Dieser Stamm lebte bis jetzt, wie die jüdischen Stämme Beni-Nadhic und Beni-Karisa, mit Muhammed in Freundschaft, aber der raubsüchtige Prophet wartete nur auf eine Gelegenheit, um auch diese befreundete Stämme zu vernichten, und eine solche blieb nicht lange aus. Die Beni-Kainokaa waren größtentheils die privilegirten Goldschmiede in Medina, einer aus der Mitte dieser Goldschmiede beleidigte öffentlich eine- Araberin dadurch, daß er sie durch Verletzung -ihrer Keuschheit dem Gelachter seines Stammes preisgab. Als aber ein Araber ihn in seinem Uebermuthe tödtete, da entzündete die Blutrache einen vernichtenden Krieg, der unglücklich für die Beni-Kainokaa ausfiel. Verfolgt und bedrängt auf offenem Felde flüchtete sich ein Rest des Stammes, nachdem der große Theil sich verstreut hatte, in . die dem Stamme gehörende Burg, aber auch da mußten sie sich auf Gnade und Ungnade nach einer vieczehntagigm Be- 27

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