Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 26 (27.6.1840)
- Article
- Das angebliche Zeugniß eines jüdischen Geschichtschreibers für die Erfindung der Buchdruckerkunst in Harlem
- Date
- 1840-06-27
- Page
- 411 (sequence 3)
- Language
- German
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414 413 Lit. Analekten. Typographie und Gutenberg. Lobgedicht der Presse von 1475. erfunden^ durch einen Christen, Namens Johannes Gutenberg aus Sttaßbmg, und zwar im ersten Regierungsjahre des frommen Kaisers. Friederich im I. 5200/ d. u 1440 nach christlicher Zeitrechnung. Gelobt sei Der, welcher die Menschen mit Erkenntniß begnadet und die Sterblichen Klugheit lehret! Gelobt sei Der, der uns seine Gnade kund thut durch eine Kunst, wie diese, zum Nutzen aller Erdenbewohner, durch eine Kunst, die unter allen Wissenschaften und Künsten seit Erschaffung der Welt nicht ihres Gleichen gehabt hat. Nicht allein die positive Theologie, die Philosophie und die übrigen sieben freien Künste, sondern auch alle andere für dieses Leben berechnete Fertigkeiten gewannen durch den Buchdruck innere Vervollkommnung und äußerliche Ausbreitung, indem für die Genossen aller Gewerke Bücher ohne Zahl gedruckt wurden." Diese Worte des jüdischen Geschichtschreibers bilden ein würdiges Gegenstück zu der Schlußschrift des aus Gutenberg-Humery's Ofsi'cin hervorgegangenen Katholiken, welche also lautet: „Unter dem Beistände des Allerhöchsten, auf dessen Wink die Zungen der Kinder beredt werden und der oft den Kleinen offenbart, was er den Weisen verbirgt, ist dieses vortreffliche Buch Katholikon im Jahr der Menschwerdung Christi 1460 in der guten, ruhmreichen, der deutschen Nation ungehörigen Stadt Mainz, welche die Güte Gottes mit dem hehren Geisteslichte u. freien Gnadengeschenke den andern Völkern der Erde vorzuziehen gewürdigt hat, vollendet worden, und zwar nicht mittelst des Rohrs, des Griffels oder der Feder, sondern durch das bewundernswürdige Zusammenpassen, Verhaltniß und Gemeinmaß der Patronen und Formen." Ist es gewiß, daß die Buchdruckerkunst in ihrem Entstehen von ihren christlichen Erfindern als ein geheimes Erwerbsmittel, nicht ohne Neid und Gewinnsucht, gehandhabt wurde, so wird die Bemerkung, daß die ersten Erfinder zum Betreiben des neuetablirten Geschäfts zu den Juden ihre Zufluchtnehmen mußten, hier als eine arglose erscheinen. Andreas Dritzehen, Gutenbergs Gefchaftsgenoffe in Straßburg, mußte zu Gunsten Gutenbergs bei den Juden zu Ehenheim Geld aufnehmen, und auch Johann Fust entlehnte die Gu-, tenberg geleisteten Vorschüsse, über denen sich dann der ärgerliche Proceß entspann, zum Theil vor! den Juden. Vielleicht liegt auch in diesem entfernten Anrheil der Juden an dem Betrieb der neuen Erfindung etwas Providentielles; wenigstens wünschen wir von Herzen, daß auch das jüdische Volk die Segnungen dieser Krone der menschlichen Erfindungen in reichem Maße ernten möge. Delitzsch. Literarische Mnalekten. I. Typographie und Gutenberg. Waruch Schön f e l d, einer der besten ueuhebräischen Dichter der Neuzeit,Oessen Leben und Schriften wir in der vorigen Nummer skizzirt finden, gab zu der vierhundertjahrigcn Feier des Gut enb erg festes folgendes Gedicht: nji:iyi3U ius* •nix 'N' : nn lirrM ncx : fvncttf?p:n nxj»n dish : N'2")y -.ixi Ein älteres Gedicht über die Erfindung der Buchdruckerkunst, das schon im Jahre 1475 (pj^S) verfaßt wurde, als das erste hebräische Werk die Presse verlassen hatte. Der Verfasser ist unbekannt. Als in Grodno im Littauifchen, im Jahre 180j von B inja m i n Bischka Zum ersten Mal eine hebräische Druckerei eingerichtet wurde, ist in. dem ersten Werke dieser Ofsicin, in dem Tischbi von Elia Aschkenasi, dieses alte Gedicht vorgedruckt worden; welches in Abschriften ohnehin vielfach cxistirte. Das Gedicht lautet nach folgender Aufschrift; nr4)0 H2EO “112“ T»’. mw ncr-rrW? n»2n n>: v r ( t : t t : t : r « nnripn nicrbi? (“io) mw m rrßJ Di»‘?|? ’in N2'N2 L7W1V '4 71227122. man -idid pxp 712213; >ib]3 in nm 7122 MM rni2“-^ tnvpn " rrnpiii’p x'n cneiD v2^2 nntn 22ix -h : rnnii6 ny^in :'bv * * * rn|Tö D-'snn npK‘4 n?rG np- : ü'yvx'n h nspöi? IL Poctische Miitfyeiluttgcn v o n J) C a r m u l y. Ucber einige sefardische unbekannte' Dichter. 3) Nachdem ich bereits (Nr. 18.) von Salomo Daf! e r o und Samuel P h i o b e gesprochen, komme ich nun