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Der Orient · 1840-06-27 · 26 (27.6.1840) · p. 410

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
26 (27.6.1840)
Article
Das angebliche Zeugniß eines jüdischen Geschichtschreibers für die Erfindung der Buchdruckerkunst in Harlem
Date
1840-06-27
Page
410 (sequence 2)
Language
German
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411 Das an-gebl. Zeugniß einesjüd. Geschichtschreibers fi d. Erfindung d. Buchdruckerkunst mHarlem. 412 da damals und lange nachher in diesen Städten sich! noch keine Officin vorfand. Ja es giebt in ganz Europa keine Stadt, , welche ihren Ruhm der Erfindung , M . Typen drucks von .so alter Zeit battete, als Hartem. 1 Wogen, immerhin die Mainzer (wie wir gesehen haben, ans nichtigen Gründen) der ersten Erfindung sich rühmen, sie wagen doch nicht, bis zu jenem I. 1428 aufwärts. zu steigen. Jenes Buch, welches dem Juden als eim sonderliche Seltenheit zu Venedig gezeigt wurde, war, meiner wohlbegründeten Vermuthung nach, ein Exemplar eines auch sonst noch -vorhandenen Werkes. Daß der Jude es nicht weiter namhaft macht, ist kein Wunder, da es keinen Titel hat.. Es ist in Folio gedruckt und enthalt eine Reihe von 40. alt- und neutestamentlichen Geschichten darstellenden Holzvignetten, die in der Form von. Tableau's zusam menge stellt und/ aneinandergefügt sind. x(JJ — Aus der weiteren Beschreibung Scrivers . geht hervordaß das Speculum Humatiiae Öalvalioxm gemeint ist, in welchem schon nach Schöpstin's Zugestaudniß. der Holztafeldruck mit dem Holztypendruck gemischt ist; denn die den Holzvignetten beigesügten Sch riststellen sind offenbar mit grobg.eschnitzten Holztypen b.eigedrnckt.. Dieser Andeutung eines indirekten jüdischen Zxugpisses für Hartem hat sich, etwas spater Marc. Au er. ins Boxhorn bemächtigt) es ist aber lächerlich, waser durch UnkenNlniß der jüdischen Literatur für eine LMfseVerwirrung anrichtet. Er sagt in. seinem Theasive Holl.andiae Gomitatus et Uibiam Nova I)-68e!npti0. (Awst. 4632. S. 134 ff): „Um. das I. 4420wurde der erste Grund, zur Erfindung der edlen Buchdtucke.rkunst von Laurenz, Coster in Hartemgelegt. Daß der erste Versuch in dieser Kunst in dem I.. 4420, nicht 4430 oder 4440, wie man gewöhnlich, anmmmt, gemacht worden sei, zu. dieser- Annahme räch Siabb.i In sep.h, der in. seinem. Chronikon das. allerälteste, in. Venedig gedruckte Buch in das jüdische Jahr 5438 (4428) versetzt. Den Joseph selbst, habe ich. lange gesucht) ich habe ihn. aber nicht zu sehen bekommen. Ohne Zweifeln ist es. jenes. Chronikonwelchesden Titel (die gedeckte Tafel) führt.. Das Buch, ist aus, Ur.h-a-i Thur,im gezogen durch.R., Inseph Karo, und in die Form von Thesen und Schlußfolgerungen gebracht. Beigefügt, sind Novellen,. Glossen und Bemerkungen über Recht, Ritus und Herkommen., von Moses- J.sewles. -Es? ist zum drittemnale. zu Krakau im J> Ehr. 4564 gedruckt, wie aus Joh.. Vuxtorfs, des großen. Orientalisten,- lüblloiheoa ersichtlich ist. Möchten, doch diejenigen d.ie. fragliche.Stelle.genauer ansehen,. welche, bas Buch besitzen-." ■ Denhandgreiflichen hier obw.alte.ndm-. Jrrthum Bo x- - Horns., deckt, bereits-. Jpr. Christian Wolf, der 3?rüder, des.- berühmtem Bibliographen,. auf- und berichtigt ihn im stimm ton». ]. S. 539 f. cturvder. BibliQthe.ea ttebraea-; seines Bruders Joh. Christoph Wolf. Obgleich Josef Karo und Josef b. Josua b. Meir ha-Kohen in eine Zeit fallen, so haben doch weder ihre Studien noch ihre Wirksamkeit etwas mit einander gemein, und der Sch u lch a n. Aruch, ein rein gesetzlich-rituelles Werk, ist himmelweit verschieden von dem Chronikon der französischen und ottomamfchen H-rrfchcc (r©-ff L'O'N welches der zu Avignon geborene französische Gelehrte im I. 4554 vollendete. In diesem Chronikon (f. 39. eck. Amsi.) findet sich die von. Scriver und Boxhorn ungezogene Stelle; sie lautet im Urtexte: cisnn KM d prn Tk nwswp deh:> td enn cur : ^ki mto eniw rws „Es sagt Josef ha-Kohen: Es scheint, daß in dieser Zeit der Buchdruck schon erfunden gewesen ist; ich habe, ein Blich gesehen, welches zu Venedig im I. 4428gedruckt war." Es ist mit dem hebräischen Style schlechthin unverträglich, das auf zu beziehen, obgleich es zu der Lebensgeschichte des Chronisten sehr wohl paßte; denn dieser lebte in Italien, und die erste Ausgabe seines Werksging, aus, C orn. Ad el kin ds Ossicin zu Venedig hervor.. Allein dann waren Scriver und Boxhorn berechtigt., dieses Zeugniß. für sich amzusühren, daein so alter Druck nicht wohl irgendwo anders, als in Harlem, bewerkstelligt sein, könnte. Da aber der Chronist deutlich sagt, daß das Jncunabel, welches, er mit eignen Augen gesehen, 4428 zu Venedig gedruckt, gewesen sei, und wir vor 4469, in welchem Jahre Johann von Spei er in Venedig zu drucken, anfing, von keiner Ausübung des Buchdrucks daselbst wissen, so fällt der Bericht, durch welchen in die Namen der um die Ehre der Erfindung wetteifernden Städte auch noch'Venedig eingeschwärzt wird, in Nichts zusammen, und kann auf keine Weife, zu Gunsten Harlems unrgedeutet werden. Denn eben so gut als Rabbi Josef sich im Druckorte. irrem konnte,, kann er sich auch in der Jahrzahl geirrt haben, zumal da die Angabe bei selben im den. ältesten. Jncunabeln fehlt, uns nur durch scharfsinnige kunstverständige Prüfungermittelt werden kann. Wenn wir so gesehen haben, daß das von den enthusiastischen Vertheidigern Harlems gewiß nicht ohne besondere Mühwaltung ergatterte: Zeugniß' des Rabbi- Josef gar nichts für? Harlem. beweist und zun Ermittelung des Druck-jahrs, das Speculiun hiunanae salvationis untauglich, ist st wollen wie dem für? Harlem. gemißbrauch- ' ten Zeugniß desfranzösischen in Italien lebenden. Geschichtsschreibers das eines, deutfchemfür 91n i.mz. gegenüberstellen.. David Gans aus Prag sagt-- in seinem IN zum I,. 4440: „Der. Buchdruck wurde im dev Stadt Mainz,

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