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Der Orient · 1840-06-27 · 26 (27.6.1840) · p. 405

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
26 (27.6.1840)
Article
Die hebräische Typographie
Date
1840-06-27
Page
405 (sequence 5)
Language
German
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409 Das angeb. Zeugniß eines jüd. Geschichtschreib. f. d. Erfindung d. Buchdruckerkunst in Hartem. 41V daselbst bei Jac. Heinr. van Bashuysen Abarbenels Commentar zum Pentateuch und andere hebr. Bücher 1708; Hedernheim; Homburg von der Höhe; Kilottrnm (Kiel in Holstein); Leiria in Portugal; Lihumum (Livorno); Leipzig; London; Leiden (Lugdunnm in Batavia); Mantua; Neapel; Nürnberg; Oels in Schlesien; Offenbach a. M., wo Seligman Reis mit seinem Sohne Hertz eine Ofsicin besaß; Orthona ßfuris im Herzogthum Parma); Oxoninm (Oxford); Paris; Pa- / avium (Padua); Pi sau rum (Pisauro), wo bei den Soncinaten 1494 die hebr^ Bibel und 1497 Kimchi's Grammatik erschien; Prag; Prostitz in Mahren; Regiomonlium (Königsberg); Riva Tr ident i (Riva di Trento); Sah io net«; Safed in Pacastina soll nach Plantavitius in der Rabbin. Biblioth. der Druckort von Mose's Galante sein. Da jedoch Plantavitius die Stadt so wenig kannte, daß er statt in Galiläa sie in Gallien (Frankreich) suchte, so wäre es kein Wunder, wenn er überhaupt hier einen falschen' Dcuckort angegeben hätte; Schmyrna; Solkiew; Solisbacum (Sulzbach), bei Mose bar Uri Schraga mit dem Beinamen Blach oder Bloch, der 1684 den Sohar und Anderes unter der Leitung von Christian Knorr de Rosenroht edirt hatte; Soncino; Thessalonich; Thiengen; Venetiae (Venedig) bei Bombergo, Justiniani, de Gara, Vendramini, Bragadini rc.; Verona; Ulyssipo (Lissabon); Wilmersdorf (eine kleine Stadt an der Grafschaft Hohenlohe). S. Schudt Memorah. Judaic. IV. Coulinuat. 1. pag. 28 und Unschuldige Nachrichten 1714, pag. 88. Das angebliche Zeugniß eines jüdischen Geschichtschreibers für die Erfindung der Bnchdruckerkunst in Hartem. Es ist bekannt, daß die Stadt Hartem, seit dem in der feierlichsten Form abgelegten Bekenntniß Hadrian's Junius in seiner Ilistoria kataviae, mit Straßburg und Mainz um die Ehre der Erfindung der Buchdruckerkunst streitet. Dieser Streit wurde eine Zeit lang geführt, ohne daß man sich über den eigentlichen Gegenstand desselben begrifflich klar war; selbst die begeistertsten Vertheidiger der aurea Moguntia waren gedrungen, der Stadt Hartem die Priorität des Holztafeldrucks zuzuge- - stehen. Aber man leugnete steif und fest, daß Laurentius Coster schon mit beweglichen Typen gedruckt habe, obgleich der Ausdruck des Verf. der Batavia, demzufolge Coster, in einem Walde spazieren gehend, die ersten Typen aus Buchenborken formte und 5?his inversa ratione sigillatirn cbartae impressis“ einige Zeilen druckte, deutlich dahin zielt. Jedoch schon der scharfsinnige Jo. Dan. Schöpft in in seinen Vindiciae Typographicae (1760) ist nahe daran, der Stadt Hartem auch die Erstlingsversuche des Druckes mit beweglichen Holztypen zuzuschreiben. Die scharfsinnigen Forschungen Meermanns verloren nur dadurch viel an ihrem Gewicht, daß er die Geschichte des Junius durch einige unbegründete Hypothesen, wie durch die Annahme eines doppelten Joh. Gensfleisch, zu stützen suchte. Wir stehen aber endlich durch die neuesten umsichtigen und' Liefen Forschungen des gelehrten Leon de Laborde der Lösung der Streitfrage näher als je; auch dieser vindicirt in seinem trefflichen Werke Les Debüts de PImprimerie a Strasbourg der Stadt Hartem die Anfänge des Typendrucks, und verspricht in diesem und einem andern in diesem Jahre erschienenen programmatischen Werke die ausführliche wissenschaftliche Begründung dieser Behauptung. Die beiden erwähnten Werke Laborde's, von denen das letztere über die Anfänge der Buchdruckerkunst zu Mainz und Bamberg handelt, haben bereits schon Vieles in den neuesten Jubelschriften antiquirb und es steht zu befürchten, daß der wissenschaftlich befangene Pseudopatriotismus der Vertheidiger Mainzens, welche den Anspruch Harlems als ein bloses „Windei" belacht haben, durch das, was noch folgt, vollends lügengestraft werden wird. Doch so lange Deutschland noch nicht durch die Wahrheit völlig überwunden ist, um an Holland den Lorbeer der herrlichsten aller menschlichen Erfindungen abzutreten, wollen wir die Ehre des Vaterlandes wenigstens gegen alle falschen Gründe für die Ansprüche des Auslandes, im Interesse der Wissenschaft selbst, vertheidigen. Es ist possirlich, daß »Hartem auch die mißgedeutete Stelle eines jüdischen Historikers für sich usurpirt hat. Peter Scriver, der in seinem Eifer für seinen Landsmann Coster soweit ging, daß er aussprach: „Dissimulare virum hunc dissimulare Deum est“ sagt in seinem Laurecrans voor Laurens Coster van Haerlein (1628. latein. 1728. in Joh. Chr. Wolfs Monumenta Aitis Typographicae): „Ein Jude, Namens Rabbi Joseph, der Priester, erwähnt in seinem Chronikon zum I. 5188 nach jüd. Ära (d. i. 1428 nach christlicher) ein zu Venedig gedrucktes Buch, das er selbst gesehen; er benennt es aber nicht, sondern erklärt es nur für ein Erstlingsprodukt der Buchdruckerkunst, die mit dem Drucke desselben angehoben habe. Nun glaube ich nicht, daß Mainz, noch weniger Venedig sich dieses erste Druckwerk anmaßen werden,

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