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Der Orient · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. 199

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Article
Arabien: die jüdischen Stämme in Hedschas
Date
1840-06-27
Page
199 (sequence 3)
Language
German
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Aus wegen ihrer Abhängigkeit bereit, den- Wünschen Muhammed's: zu entsprechen. — Einige gelehrte Juden in Medina,, deren Namen bei dem schnellen Fortschritte des Islams damals genannt werden, verdienen noch besonderer Erwähnung. Der Eine hieß Lebid Ben- Aaßam, den Muhammed für einen Zauberer hielt, der Andere war Abdallahi.Ben-Selam, von dem Muhammed die Kenntniß des Judenthums erlernte, und der ein Anhänger Muhammed's und ein Moslem wurde. Das Zufällen der beiden Stämme CHasradsch und Aus, die vielen Projekten von Juden und andern arabischem Stammen und seine, große zahlreiche Verwand-, schaft setzen Muhammed bald in den Stands Raub-, Plünderungs- und Bekehrungsznge zu unternehmen, welche die Araber Ghasa nennen, dergleichen sie achtundzwanzig zahlen. Unter diese Raubzüge gehören auch diejenigen, durch welche die jüdischen Stämme entweder vernichtet, oder verjagt oder auch unterjocht wurden, und diese allein haben für uns hier ein Interesse. (F. f.) Frankreich. Elf aß, 26.. Mai. Der vielfach besprochene Reorganisations - Entwurf des Central -Consistoriums. für Frankreich (vergl. Orient Nr. 8) hat noch nicht ausgehöct, die Gemüth.er in Bewegung zu setzen. Wie wir auch darüber denken und urtheilen mögen, so viel steht fest, daß eine Reform des ganzen religiösen organischen Gemeindelebens eben so nöthig erscheint, wie es in der Natur.der Sache liegt, dabei die.Betheiligten zu Nathe zu ziehen. Am Ende kommt man doch, notgedrungen auf eine vorgeschlagene Rabbinenspnode zurück, und .kaum ließe sich wohl an einem günstigen Resultate dieser.Maßregel zweifeln, da die Rabbinen Frankreichs zum großen Theile wissenschaftlich gebildete.Leute sind, so daß ohne alle Zweifel die Intelligenz den Sieg über den Fanatismus davon tragen würde. Die Petition des Großcabbinen Arnaud Aron Ist wohl das Umfassenste, .was gegen den Reformentwurf .eingereicht worden ist. ,. Sie entstand bekanntlich durch eine Generalversammlung aller unter seinem Sprengel gehöriger Rabbinen und beleuchtet kritisch auch die einzelnsten Punkte des ganzen Entwurfs. -— Haben dergleichen Angelegenheiten bis jetzt auch keinen andern Einfluß geäußert, so haben sie doch den großen Nutzen gehabt, .die moralische Kraft der Israeliten zu heben und zu stärken, sie über-Hre Stellung mehr und mehr aufzuklären, sie nach. .größerer innerer Selbstständigkeit. streben zu lassen. — Überhaupt ist im Elsaß ein großes Streben unter den Juden bemerkbar und die zum Bewußtsein gekommene israelitische Bevölkerung scheintMit Erkennung ihres erlangten moralischen Werthes um si> mehr mit einem gewissen edeln Stolze sich zu erheben, als hier und dort noch hie unleidlichsten Insinuationen und Zurücksetzungen gegen sie im Werkesind. Elsaß ist eine deutsche Provinz, hier herrscht also der deutsche Ton, der deutsche Text vor und die -französische Gesetzgebung ist nicht im Stande, die persönliche Intoleranz der Einwohnerschaft außer allep Wirksamkeit zu setzen. Die' Juden müssen sich darum selbst genug werden , um den Uebermuth, die Arroganz zu demüthigen, oder abzunutzen. Man wird sie endlich beachten müssen, wenn» sie sich immer mehr Achtung verdienen werden. — Die Anstalt zur Bildung junger Israeliten zu Handwerken in Straßburg hat ihren Fond durch eine Ausspielung zusammenerbetener Kunst- und Jndustriegegenstande bedeutend bereichert. Auf eine an alle Israeliten des In- und Auslandes gerichtete Petition warm 585 Kurzarbeiten als Geschenke und daneben noch andere reichliche Geldgaben eingegangen. Sogar die Königin der Franzosen sandte ein schönes gesticktes Kissen und einen dergleichen Fruchtkorb, die Herzogin von Orleans einen herrlichen Papierkorb. Stuttgart, Carlsruhe, Frankfurt, Cöln, Hannover, Brüssel, Livorno, London u. a. sandten reiche Beiträge, und so war man im Stande 6500 Lose (ü 2 Fr.) zu verkaufen, so daß die Summe der Einnahme mit den anderweiten Geschenken auf 14,072 Fr. sich belief, wovon nach Abzug der Kosten und der Bertheilung milder Gaben an andere Armenanstalten, dem Vereine ein Zuwachs von netto 12,393 Fr. 65 C. verblieb. -— So reift auch dieses Wvhlchätigkeitsinstüut einer erhabenen, edlen Bestimmung entgegen, und wird viele Früchte bringen. Deutschland. Berlin, 19. Juni. Die schon im Orient erwähnte Nachricht, daß hier ein Verein zur Unterstützung jüdischer Schriftsteller und Künstler ins Leben treten soll, hat so eben aufgehört eine bloße Nachricht zu sein. Den 10. Juni wurden in einer öffentLichen Sitzung der Commission des Vereins, nachdem Hr. Dr. Zunz mit rednerischer Gewandtheit in kurzen, aber deutlichen und scharfen Zügen der anwesenden Versammlung die Tendenz und Nothwendigkeit des zu stiftenden Vereins kund gethan, die Statuten verlesen, und sirmmtliche Anwesende, noch besonders veranlaßt durch die Schlußrede des Dr. Stern, Unterzeichneten.sich als Mitglieder dieses schonen wohlthatigen Vereins, dessen Namen Culturverein ist. Die Statuten werden der Staatsbehörde zur Genehmigung vorgelegt, sodann durch den Druck veröffentlicht werden. Das Nähere später. — In den Annalen vom 19. steht eine Nachricht aus, Galizien (soll wahrscheinlich heißen aus-Berlin, von einem Galizier), die hier Erstaunen und Gelächter erregt Hatz diese Nachricht nämlich lautet: „Der als Forscher bereits rühmlichst bekannte Kroch mal hat einen Ruf nach .Berlin erhalten, den er aber nicht anZenommm.^ Hätte nicht Hc. Jost aus Zartgefühl gegen seinen galizischen Corr 26*

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