Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 24 (13.6.1840)
- Article
- Ueber das Motiv zu der mosaischen Speisegesetzgebung
- Date
- 1840-06-13
- Page
- 375 (sequence 3)
- Language
- German
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377 Symtolisch-mystische Conjectur von Dr. Bonfoi poetischen Mittheilungen. 378 Roß und Esel (Ez.23,20) gemein hat, daher sein Name 23"^ v. nubo und luyoog v. layvog, wegen seiner Superfontation (Herod. 111. 108. Aenoph. Cyn. V. 13. Arist. H. A. II. 12). Man machte ihn sogar zum Androgyn (Schneider zu Aelian. H. A. XIll. 12. und zu den Eclog. pbysic. §. 71. p. 30), daher die Femininalform Derselbe Grund könnte auch für das Verbot des Genusses von Schweinefleisch geltend gemacht werden, denn xuTtQog bedeutet Schwein und Zeugeglied, es ist Gutturalform von ri-per (pario PHD gebaren, sich vermehren) 8HK, gleichlautend mit dem sskr. 8ii8, Sau v. su hervorbringen, daher nach Varro (de re rust, 2,4) bei Ehebündnissen ein Schwein geopfert wurde, als Bild einer ungemeinen Fruchtbarkeit; die Zeugung aber ist ein Werk Ahrimans, nach den Rabbinen hat Samwael, d. i. die böse Neigung, den Begattungstrieb in die Welt gebracht, als er in Schlangengestalt Eva verführt hatte. Zeugung und Tod sind eines die Wirkung des andern, weil aus der Verwesung das eine Leben entsteht, darum ist es nicht befremdend, wenn der Todbringer Typhon mit einem Schweinskopf abgebildet wurde, und Mars in Schweinsgestalt den Sonnengott Adonis tödtete, obschon der Wechsel des Sommers und des Winters dem Sonnengott als Herkules, dem Held der zwölf Arbeiten im Zodiak es möglich machte im Frühlinge den erymantischen Eber zu erlegen. Dieses Thier war das Bild des Begränzten in Raum und Zeit, daher sein Name TflH, v. IjH r ^nri/ einschließen, und TtoQzog, porcus, Ferkel, vom Einschlüßen, das einschließende Netz; daher die Göttin des Alters (Fgaia), eine Tochter bi£> (Poqkvq (porcus), mit Schweinszahnen abgebildet wurde. Schwerlich konnte also der wahre Grund, warum den Israeliten der Genuß des Schweinefleisches verboten ist, derjenige sein, daß dieses Thier nicht wiederkaut, denn auch die Egypter (Herodot 11. 47) Araber (Pein. H. N. Vlll. 52) Phönizier (Herodian V. 6) und sogar die von diesen Völkern durch weite Meere und Landerstriche getrennten Indier, die Lehrer des Menschengeschlechts, verabscheuten diese Kost (Aelian. H. A. XVI. 37); vielleicht, weil auf ihrer astrologischen Sphäre das Schwein den Krebs in unserm Zodiak ersetzte, daher auch im Julius (ttETfi v. N'M zurückweichen, verbergen), wenn die Tage wieder kürzer werden, Mars als Eber den Adonis -Thammus getödtet haben soll. Clemens Alexandrinus (Paed. 3) erklärt jedoch die Abneigung gegen den Genuß des Schweinfleisches, weil dieses Thier seiner Geilheit wegen berüchtigt sei, daher unter Schweinen oft auch Menschen gemeint sind, welche 7}dov<xTg (ScopctTiKuTg KvrjGTLCQVTsg, 7CQog ’A(pQodkrjg xaKo%ciQTov tjdovrjv %aiqov6i, Aaher, weil das Schwein das 7tvev[ic£ ttnd'd’ciQTov (DiNft^il (TI*)) ist, bitten die Teufel Jesum, daß er ihnen gestatte in die Säue zu fahren (Match. 8, 31). Hollwell (Nachrichten von Hmdostan S. 245) berichtet, der Indier halte sich schon durch die bloße Berührung eines Schweins für verunreinigt, weil — er glaubt, daß der jenes Thier belebende Geist in seinem frühem Leben sich durch Sünde verunreinigt hatte. Damit vergleiche man die für meine Beweisführung wichtige Stelle in einem kabbalistischen Buche n*ojM nNDusn nni? naan irm, um das eigentliche Motiv für das Verbot des Schweinefleischessens herauszusinden. Denn die körperliche Reinheit war Symbol der innern Reinheit (5 Most 21, 6). Wer vom unreinen Thiere ißt, hat sich also auch geistig verunreinigt. Zwar wird aus Ps. 146, 7: von den Rabbinen bewiesen, daß im messianischen Zeitalter das Schwein zu essen wieder erlaubt sein werde. Sie behaupten aber auch aus Jesi 25, 8. der Tod werde dann nicht mehr sein, sondern aus ihm ein heiliger Engel werden (Nischmat Adam 18. a.), womit zu vergleichen, was die Perser von Ahriman sagen, daß er am Ende der Tage im Feuersee geläutert, sich wieder mit Ormuz vereinigen werde. Wenn also der Tod, der unreine Geist nicht mehr sein wird, so dürfte das ihm geweihte Thier, das Schwein ebenfalls schwer aufzufmden sein; denn der Messias als Ueberwinder der Finsterniß, und was mit ihr gleichbedeutend ist, Materie und Unreinheit, wird ein geistiges Reich stiften, eine neue Welt, in welcher Sonne und Mond nicht mehr sind (Jesi 60.19. vergl. Sohar zu 2 M. si 16. 6. über diese Stelle: ^irrn niv *6 2\rp es muß also auch das Thier, welches die Sünde repräsentirt, zu jener Zeit vermißt werden. Paulus, wegen seiner Polemik gegen das Spelsegesetz, dürfte die Tradition von der einstigen Aufhebung desselben durch den Messias wohl gekannt haben. Dr. Bonfoi. Literarische Armlekten« I. Poetische Mittheilungerr von I) r. C a r m o l y. II. Epigramm, welches Don Salomo Ben La bi (fr02^) verfertigt, der eine Gesitzrolle geschrieben, und auf Don Mosche, der eine Krone dazu anfertigen ließ. * nisj? rwfo topp : D ]? by ")2D Nlj?’ DN : nBto min “idn? ix