Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 24 (13.6.1840)
- Article
- La Bible, traduction nouvelle, ... [Rezension]
- Date
- 1840-06-13
- Page
- 369 (sequence 1)
- Language
- German
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Literaturblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVs 24. Leipzig, den 13. Juni 4840* Literarische Übersichten. Das Cahen^sche Bibelwerk angezelgt und beurtheilt. Sammlung hebraiscker Epigrammen von Dr. Som merhausen, beurtheilt. — Ueber o. Motiv z. d. mos, Speisegesetzgebung, eine symbolisch-mystische Conjectur v. Dr. Bonfoi. — Literarische Analekten. Poetische Mittheilungen v. Dr. Earmoly. Uebersetzungsprobe v. I. M. Landau. — Uebersetzungen der Mischna und des Talmuds. — Literarische Ankündigungen. -— Literarische Uebersichteu. 6) La Bible, traduction nouvelle, avec Thebrau cn regard , accompagne des points -voyelles et des accent toniques avec des notes plvilologiqiies, geograpbiques et litteraires, et les principales de la Version des septante et lä texte samaritain. Par 8. C a h e n. Tome dixieme. Les Prophetes. *)öd. Paris, 1840. Seit fast zehn Jahren steht der jüdische Gelehrte in Deutschland mit der herzlichsten Theilnahme auf dieses an Umfang und Gehalt große Bibelwerk in Frankreich, dessen zehnter Band, das Buch Jirmija enthaltend, uns so eben vorliegt. Denn wenn es auch in Deutschland an großen, umfangreichen Bibelwecken seit fast einem halben Jahrhundert nicht fehlt, wenn die deutschen Israeliten dergleichen Totalwerke genug producirt haben, so war in Frankreich hingegen bis auf den gelehrten S. Cahen keine Spur einer exegetischen Thatigkeit vorhanden. In Deutschland entstand durch Mendelssohn fs. den Aufsatz: Die Biuristen: Orient Nr. 20. 23.) eine neue Epoche für die Exegese unserer heiligen Schriften; er begann seine Reform in diesen Studien mit' dem fünfbandigen Pentateuch, seine Schüler und Freunde fuhren in diesem Geiste fort, und so' entstand vor ungefähr einem halben Jahrhundert das Berliner Bibelwerk, das man vorzugsweise das M endels soh n'sche nennt, unter welchem Namen es das moderne Judenthum gestalten half. Nächst diesem ersten Bibelwerke entstand unter Leitung und'Redaction David Ott enso ser' s das Fürther Bibetwerk, unter Redaktion Jehuda Jeicteles das Wiener Bibclwerk, unter der umsichtigen Leitung Landau's das Prager Bibelwerk, welchen sich spater die Schalom-Kohen'schen, Joelsohn'schen- S a l o m o n 'schen, A u n z-S a ch s-Arnhei m-F ürst 'scheu Bibelübersetzungen von mehr oder weniger wissenschaftlichem Gehalte anschlossen. Wahrend dieses rüstigen Treibens in Deutschland, wobei ein zahlloses Heer vereinzelter Commentare gar nicht in Betracht gezogen werden, vergaßen die' französischen Juden in dem Genüsse ihrer politischen Befreiung den Ausbau der jüdischen Literatur, die'Belebung ihres Cultus, selbst das Studium ihrer Geschichte, und mit diesen natürlich auch das Studium der Exegese. Darum begleitete dieses französische Bibelwerk, von dem bis jetzt das Fünfbuch (in 5 Bänden), die Geschichtsbücher (Josua, Richter, Samuel, Könige, die Chroniken) und von den Propheten Jesaja erschienen ist, die aufrichtigste Aufmunterung, und man zollte ihm den ungetheiltesten Beifall. Herr Cahen erfüllt aber seine Pflicht als Exeget besser als ein deutscher Bi'urist, seine Uebersetzung basirt auf historisch-kritische Forschung des Textes und seine Erklärung-ist von einem' gesunden linguistischen Sinn durchdrungen und beherrscht; daher kann seine Bibel nicht den Arbeiten der Biuristen, sondern den deutschen reactionären Arbeiten in der Exegese, wie sie Arnheim, Zunz, Sachs und Fürst begonnen, beigesellt werden. Da aber nur deutsche Vorarbeiten von Hrn. Cahen benutzt werden, wie überhaupt das ganze Werk durch deutsche Anregung entstanden ist, fo ist -cs Pflicht des Beurtheilers, vom deutschen Standpunkte aus Uebersetzung und Erläuterung zu beurtherlen, wenn es überhaupt eine kritische'Beleuchtung Heißen sott. Hr. Cahen hat zu seinem Jirmija außer den gewöhnlichen jüdischen Commentatoren, wie Raschi, Kimchi u. A., nur Rosenmüller und Maurer benutzt; seinen Landsmann Dahler (.leiemie, tiaduit sur hi texte original, accompagne de notes explicat., hi.stör. et crit. Straßburg, 1825. 2 Thte.) rechne ich natürlich nicht mit, weil es sich von selbst versteht, und 24