Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-06-06 · Heft 23 (6.6.1840) · p. 173

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 23 (6.6.1840)
Article
Damaskus: Europäisierung der jüdischen Blutfrage ...
Date
1840-06-06
Page
173 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2360092-2360093-2360117-2362689--0543-2362715
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

SfJlöi Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Das Abonnement für ein Jahr ist 5 ThLr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt milgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Leipzig, den 6. Juni 1840» Orient. Damaskus (Europaisirung der jüd. Blutfrage. Auftrag Lord P a l m e r ft o n 's an P o n so n b y und Hodges die Juden zu schützen. Anklagen gegen den Talmud. Der Orientalist an der Saale (Jena) und seine Unwissenheit. Eine Widerlegung gegen denselben. Schluß der Blutfrage). — Ungarn (Mittheilungen aus Wien. Preß bürg. Die kaiserliche Resolution in Original und U-berfetzung. P e st h , Stellung der Juden in Ungarn). — Literaturblatt des Orients. Orient. Dtmms^tts (Schluß.) Aber nicht blos im Orient ertönt dieser schmerzliche Hilferuf, sondern auch durch ganz Europa, und die Tagesblätter hallen vielfach davon wieder. „Wir hören, sagt der Sun, daß Lord Palmerston dem britischen Gesandten bei der Pforte, Lord Ponsonby, und dem Obersten Hodges, Generalconsul in Alexandrien, die Weisung ertheilt hat, ihren Einfluß auf die türkischen und ägyptischen Regierungen anzuwenden, um eine Milderung der furchtbaren Grausamkeiten zu bewirken, welchen jetzt die §ebraec im Morgenland nusgesetzt sind. Briefe aus Damaskus vom 5. Marz zeigen die Nochwendigkeit dieses Einschreitens von Seiten der britischen Regierung, da es scheint, als ob die Consuln der großem europäischen Mächte (besonders der französische) keinen geringen Antheil an der Verfolgung der unglücklichen Hebräer gehabt haben. Man wird sich erinnern, daß in allen frühern Berichten der französische Consul als der eifrige Vertheidiger der unschuldigen Juden dargestellt wurde. Dagegen versichern uns die jetzt erhaltenen Briefe, daß im Gegentheile die französischen und englischen Eonfuln den ägyptischen Behörden bei ihren grausamen Verfolgungen Vorschub geleistet haben. Wir haben Ursache zu glauben, daß auch die Regierungen von Frankreich und Oestreich nicht hinter der englischen Regierung zurückgeblieben sind und ihren Repräsentanten in der Türkei und Aegypten Befehl gegeben haben, den Juden allen möglichen Schutz zu. gewähren. Es ist keiner dieser Regierungen unbekannt, das die einzige Schuld der Juden in ihrem Reichthume besteht, und sie müssen zugleich einsehen, daß es nothwendig ist, dieselben gegen die abergläubigen Voructheite der morgenländischen Christen von der katholischen, koptischen und griechischen Kirche zu sichern, welche bereit sind, jeden von den mostimischen Machthabern ersonnenen Plan zur Verfolgung der Juden zu unterstützen. Die Aweifelsucht schreitet so schnell vorwärts, daß sie die gewissenhaften Gläubigen erschreckt; aber langsam, schmerzlich langsam ist der Fortschritt ihrer fälschlich vermeinten Begleiterin, der wahren bürgerlichen und religiösen Duldung. Im Morgenlande kennt man sie kaum, und die Letzten, die bestimmt sindin dem finstern Land ihren wohlthatigen Einfluß zu fühlen, sind die einst tapfersten und edelsten Abkömmlinge jenes Landes, die Träger seiner frühern Gesittung und seines Ruhmes, die Inhaber seiner Weisheit und seines erhabensten Geistes, die lebendig begeisterten Orakel von Allem, was die Religion des Kreuzes für uns geheiliget hat, die jetzt zerstreuten und gedrückten Kinder Israels." — Und wahrlich, dieser Hilferuf, diese Aufforderung an die Regierungen ist doppelt norhwendig! — Nun komme ich zu der Beschuldigung des Talmuds. Die L. A.A. berichtet darüber: „Die uns in einem Schreiben aus Beirut (Nr. 133) in italienischer Uebersetzung zugegangenen vorgeblichen Stellen des Talmud, welche der Pascha von Damaskus nach der auf seinen Befehl von drei Rabbinern vorgenommenen Uebersetzung ins Arabische hat veröffentlichen lassen, erhielten wir einige Tage später in französischer, dem Sinne nach beinahe gleichlautender Uebersetzung, die vom Briefsteller, wie er behauptet, direkt aus dem Arabischen veranstaltet worden ist. Da uns nun auch die unten folgende begutachtende Aeußerung eines als Orientalisten bekannten Gelehrten über die fraglichen Stellen zugesendet worden ist, so nehmen wir keinen Anstand mehr, jene Stellen mitzutheilen. Sie lautet: Trattat!. Cap. 1, Paragr, 4: „Jeder 23

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.