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Der Orient · 1840-05-30 · Heft 22 (30.5.1840) · p. 165

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 22 (30.5.1840)
Article
Damaskus: Talmudübersetzung in Syrien unter Qualen ...
Date
1840-05-30
Page
165 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnivt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 22« Leipzig, den 30. Mai 1840« Orient. D a m askus (Talmudübersetzung in Syrien unter Qualen. Anklagen gegen den Talmud. Partei der jüdischen Neuerer in Smyrna. Die Europaisirung der jüd. Vlutsrage. Schritte gegen die blutigen Verfolgungen von Frankreich, England und Oesterreich. Petition der Juden in Alexandrien). — Ungarn (Pest h, die Vereine daselbst; die Schulen; die Schulen in Preßburg. Pesth, Stellung der Jiiden in Ungarn). — N u ß l a n d (Petersburg, jüdische Bevölkerung). — Literaturblatt des Orients. Orient. DttMksVns. (Forts.) Drei Rabbiner sind mit der Talmudübersetzung beauftragt welche in verschiedenen Gemächern eingesperrt sitzen, und denen Todesstrafe angedroht ist, wenn sie sich das mindeste Falsum zu schulden kommen lasten, welches aus der Vergleichung hervorgehen muß. Von einem Theile dieser Übersetzung, worin bte Uebersetzer gänzlich überein stimmen, ist bereits Bericht erstattet, aber nur Auszüge daraus sind bis jetzt veröffentlicht, und die allgemeine Meinung ist verbreitet, der Pascha fürchte die Erbitterung der Christen und Moslemin gegen die unglücklichen Juden durch einen solchen Schritt noch zu vermehren. — Die Vorfälle in Damaskus haben zu Smyrna einen Zwiespalt zwischen den Juden erregt Der Oberrabbiner in dieser Stadt, Hr. Pincas de Segura, hatte, wie viele seiner Glaubensgenosten eine Erklärung veröffentlicht, daß in den jüdischen Gesetzen nirgend der Menschenmord geboten sei. Zum Beweis äußerte derselbe, daß die ganze jüdische Religion auf dem Alten Testamente beruhe. Auf den Grund dieser Aeusserung erheben sich mehre Juden in Smyrna gegen den Rabbiner; sie fragen, wo es denn im Alten Testament stehe: 1) daß man kein Fleisch essen dürfe, wenn nicht ein Rabbiner das Thier geschlachtet; 2) daß jeder Wein unerlaubt sei, den ein Nichtjude bereitet oder berührt habe; 3) daß ein Jude am Sabbat keinen Schlüssel, keine Uhr, keine Nadel, nicht zwei Taschentücher, mit Einem Worte nichts, was nicht unentbehrlich sei, bei sich tragen dürfe; 4) daß Jeder, der feine Zeit auf das Lesen des Talmud verwende, und sei es der reichste Kaufmann, durchaus nichts zu dm Abgaben beizutragen brauche. Die Fragesteller behaupten, daß diese und tausend ähnliche Vorschriften von den Rabbinern erdacht seien und mit der rücksi'chtlosesten Härte zur Erpressung von Geld benutzt würden. „Versuchen wir, uns vor unfern Richtern zu vectheidigen, so treten Hunderte von falschen Zeugen gegen uns auf, da das „Rabbinergesetz", Trug und List zu brauchen, ja Jeden, der Das, was die Urheber dieses Gesetzes „unsere Religion" nennen, zu thun sich weigert, bis zum Tode zu verfolgen gestat- ' tet." Nachdem hierauf die Hoffnung ausgesprochen worden, daß der neue Hattischerif die Juden aus der Knechtschaft der Rabbiner erlösen werde, schließt das Schreiben mit der Versicherung, daß Menschenopfer in diesem Rabbinergesetze geboten würden, hätten sie nie gehört. — Aber alle Quellen dieser Nachrichten und Mittheilungen sind trübe, und wenn sie wahr sind, so sind es die lächerlichsten der Welt. Der Talmud ist schon hinlänglich von Juden und Christen durchwühlt worden, man weiß schon jedes Plätzchen darin, und keine Spur von einem solchen Gebote ist darin vorhanden. Uebersetzungen talmudischer Tractate sind fast schon in allen Sprachen*) von den gelehrtesten und auch judenfemdlichsten christlichen Gelehrten angefertigt, und doch hat keiner nur die leiseste Spur einer solchen Anklage Nachweisen können. Es ist aber nichts als Bosheit und Unsinn, wenn man nun gar über den Talmud herfallt, und ihn zum Vehikel der eigenen Niederträchtigkeit gebrauchen will; Bosheit ist auch das lügnerische *)' dem nächsten Literarurblatte gebe ich ein Verzeichniß der Uebersetzungen (nach WoIf in seiner hebr. Bilil. II. 700—24) mit einigen Zusätzen. (; 22

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