Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-05-23 · 21 (23.5.1840) · p. 327

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
21 (23.5.1840)
Article
Ueber das Princip der jüdischen Ehe
Date
1840-05-23
Page
327 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891432-2362604--0425-2362632
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

329 Ueber das Princip der jüd. Ehe. Lit. Analekten. Landau: de! Medigo's Todesjahr. 330 ncn, Kiduschin fot. 41. niDX SS SDX mW’ h 1DX xso’ xw, roxn’21 “ij? nwxn.nx tnp’tp mx9 nsnxi toopiTi Y>9y roanni mw nsn ns POS Dieser genannte Rabbine hegte überhaupteine höhere Idee von der wahren Ehe, als mancher Philosoph der modernen Zeit, er hält sie nicht für eine Verbindung zweier sich zufällig kennenden Personen verschiedenen Geschlechts , sondern sucht in ihr die Notwendigkeit, die göttliche Bestimmung, den Willen Gottes: -) Sanhedrin 22. in ns "6nn nn’m a~np dt> n’ysnx sn nsx nmn' oi9a9 oi9b ns nnOim nWv 'mp. Er «wart ferner eine eheliche Verbindung, die der Mann aus Interesse eingeht, für unglücklich in ihren Folgen, da die in derselben gezeugten Kinder ungerathen werden, und die empfangene Mitgift, wie überhaupt das ganze Vermögen, nicht lange Bestand halte, oder mit andern Worten: ohne Liebe ist kein häusliches Glück: Kiduschin fol. 10b -jqn IN "D NIN P’xtj' dos )b pm pois DD'9 nt^x xL7vn 9s sn pnr dos ’s (n ytsnn) ms ns nox^ oonno nny na’h mo9n, £0’9b ]idd ncxn «dpi, n9’ x9i ip9n n»xn xcan, nn’pön nx imn n9sx’ 9n nsno pi9 nvxn xd^i, nn’p9n 9h np9n min pm’ ns pro sn nax? yotsra ’XO, min nsx DÜCEl XL1’ tSTfil DJSJ. Man evfenne aus dieser Sentenz zugleich, daß der Mann nicht durch gegebenes Geld an den Vater die Tochter sich erkaufte, sondern, daß er noch gewisses Vermögen von ihrem Vater, nach dessen Umständen und Verhältnissen, erhielt. Daß das Mädchen eine Mitgift bekam, und bekommen mußte, ersieht man deutlicher noch aus Ketubot fol. 66, 67 und 68; Kiduschin 96; Iebamot 66 und 67; Maim. Hilchot Jschot cap. 20, und daß diese Mitgift oft bedeutend war, zeigt die Erzählung von der unglücklichen Tochter des reichen Nakdimon in Ketubot fol. 666, und der Vergleich Israels mit einem Mädchen, welches den besten Theil des väterlichen Gutes mitnimmt (im Midrasch - Rabba zum hohen Liede cap. 1.- V. 5.6 So war's Brauch und Sitte in Israel! Nur eifert der obengenannte Nab gegen solche Männer, die blos des Mammon's wegen, eine Ehe schließen, in welcher er ein höheres Moment sucht. Eine alte Klage, die mit jedem Geschlechte sich erneut, und in unsrer materiellen Zeit mit dem größten Rechte sollte angestimmt werden. Die Rabbinen erkennen sogar, daß eine sich annährende Gleichheit der Jahre für ein glückliches Paar nöthig, und daß der Friede bei ehelich verbundenen Personen ganz verschiedenen Alters gefährdet sei, sie rathen deshalb von einer solchen Ehe 2) Diese Sentenz wird Sota 2 er nebst einigen Zusätzen angeführt, welche, mit andern Stellen verglichen, Anleitung geben, eine Untersuchung über den Determinismus dieses Rabbinen anzustellen.. ab, und stützen ihre Behauptung auf einen Bibelvers: Iabamot 101 d nohs v9x nsm DniSty x9i i9 ixnpi x’m nh xin nm Dxty, ro:inn my i9 pxDOL' 9ux i9 n» i9 onoix, nn9’ xm jpi xin, nspr 9xi, imosi^ 9ux p9s, ropi 9ux i9 no, nn9' pH’S lin9 HDCDp DOSn. Selbst bei Personen gleiche» Alters wird die Ehe als glücklich noch bezweifelt, denn eine gewisse Seelenharmonie muß nothwendig unter ihnen stattsinden, weshalb das Wortspiel Maza und Moza: Iebamot 636 XW: 'sn n’9 ncx xnn’x M’x sdj ’s xsnyos XülE, SD XW n^X.XUD S’nsn XW, XL1O IX NVXN nx niOO nv OX XL1O1 S’nsn. Rührend ist die Stelle in Nedarim 66, wo erzählt wird, daß'Jemand durch eine Betheurung sich untersagte lHin^ POD seine arme und ihm häßlich scheinende Nichte zu heirathen, welche, gebracht in das Haus des Rabbi Ismael und neu eingekleidet, in dem Herzen des vielleicht noch jungen Onkels dann Liebe erregte, worauf dieser Rabbine, als er den Mann seiner Betheurung entbunden, und die Nichte zur Frau ihm gegeben hatte, weinte und sprach: Schön sind die Töchter Israels, nur Armuth entstellt sie, p NIX) 9x12" DOS jn9lUö nioyntt' X^X. Aber nicht eine wilde, berausch ende, vergängliche Leidenschaft ward in der Jüdischen Ehe gefordert, welche, gleich einem Ungewitter, verderbend heranstürmt, und mit Sturmes Schritten entflieht, sondern eine sanfte, auf Treue begründete und fürs ganze Leben bleibende Neigung. Darum bestehlt Rabbi Elieser Sohn Jakobs: Jetxmiot 37 3 ODO iny*TI 7DX D1X XL" x9 nDs9 srn xini nyn *pyn 9y tmm 9x nvxD inx, darum heißt es Nedarim 206: ’nnx minn X^l onx nna" 9x ’sn nisx jxso (lb nsnos) dsss9 nnx D1SS 10’y p’l m D1SS, welche beide Sentenzen des Mannes Treue in der Ehe wünschen und wollen; darum lesen wir Sanhedrin 70 6 irWK nyno nvix sinsn on’9y, ibijd nni’ nnssöm xDnn x9i -o mpei i'9nx di9^ ’s. (Schluß folgt.) Literarische Anatekten. I. Todesjahr Josef Salomo del Medigo's, mitgetheilt von I. M. Landau. In der schönen Sammlung Melo Chofnajim von Dr. Geiger heißt es in der Biographie del - Medigo's: in P r a g soll er ums Jahr 1657 gestorben sein, was auch der Berichterstatter aus Berlin darüber (Orient Nr. 7. S. 53) wiederholt, ohne nähere Angabe der Jahreszeit; de Nossi (ed.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.