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Der Orient · 1840-05-23 · 21 (23.5.1840) · p. 323

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
21 (23.5.1840)
Article
Die Biuristen
Date
1840-05-23
Page
323 (sequence 3)
Language
German
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325 Die Biuristen. Ueber das Princip der jüdischen Ehe von I. A. Frankel. 326 scheu aufzudringen. Die italienische Paraphrase des Jesaja von I. S. Reggio ist ernster und würdiger gehalten. In seinen Excmsen zu Elia bet Medigo's Examen religionis rügt er streng Levisohn, daß er in seinen Schriften die heiligen, durch den heil. Geist eingegebmen Bücher als menschliche betrachte, und mit andern profanen in eine profanirende Parallele stelle. Nur Einiges über den Charakter der Biurim oder der eigentlichen Commentare. Die Literatur der neuen Eregese ist so groß, daß ein Buch nicht hinreichen würde, um jeden Commentar einzeln mit seinen Vorzügen und Fehlem einer specialen Kritik zu unterwerfen. Ich nenne nur die 5 Megilot von Ahron Wolfsohn und Joel Löwe (1788. 1789), die kleinen Propheten ODnn) von Joel Löwe, Moses Arnswald, Wolf Josefsohn und Israel Neumann (jetzt Christ, Prof, in Breslau), Mincha The- Hora 1805, die sammtlichen alttestamentlichen Schriften mit dem Pent.-Commentar Ha-Korem von Herz Homberg; die Propheten und Hagiographen unter dem Titel Kirja Neemana von David Ottensoffer, Hermann Schwabacher und Salomo Kohen; Daniel, von Moses Arnswald, mit dem Commentar Jbn-Jechija's (1808). Ein Vorzug dieser Biurim ist, daß sie das Beste der alten Commentare, als Jsaaki's, Kimchi's, Jbn- Ezra's, Arama's, Jesaja di Trani's, Levi Gersoni's, Mose Nachmani's und Anderer mit Angabe der Quelle in sich ausnahmen, und daß durchgängig die aramäischen, immer noch zu wenig beachteten Paraphrasen benutzt sind. (Fortsetzung folgt.) Ueber Las Prineip der jüdischen Ehe. Von I. A. Frankel. Cand. phil. (Fortsetzung.) -Bei dieser Verbindung wird keines Geldes oder Kaufes gedacht, sondern die eine wahre Ehe bezeichnende Redensart gebraucht: W. 39. Hnnp“? “IZTPI "in rs^^5 die andere mit Michal kam aus eine sonderbare Weise zu Stande, worüber wir spater Gelegenheit zu sprechen haben werden. Hier mag uns genügen erwiesen zu haben, daß Michal ihn liebte, und daß auf diese Liebe die Ehe zwischen ihnen sich gründete. In 2. Sam. 2, 11 wird wieder von David, der nun schon König war, erzählt, daß er sich in die schöne Bat- Scheba beim ersten Erblicken verliebt, und dieselbe, nach dem Tode ihres Mannes, geheirathet, nicht aber gekauft habe. (Man achte auf V. 4 und 27 dieses Kapitels). Das Verhältniß zwischen Boas und Ruth kann eher für als gegen unsere Behauptung dienen, da Boas als Goül, um den Namen des Verstorbenen in dessen Gütern zu erhalten, durch die Herrath mit Ruth Besitzer der Ländereien wird; also die Wittwe nicht kauft, sondern durch die Vermahlung mit ihr noch an Reichthum gewinnt. S. Ruth Cap. 4, V. 9—14. — Endlich führe ich zum Beweise den armen, jüngern Tobias an, welcher sich mit des reichen Naguels Tochter durch irgend einen Vertrag, vermutlich durch den Ehebrief n&ttf), verbindet: Tob. 7, 14 nock /laßwv ßißliov 1'yQdTps ovyyQacpijv, und nicht nur weder Geld noch eine Sache von Wcrrh für den Erwerb des Mädchens dem Schwiegervater giebt, sondern noch die Hälfte des Vermögens sogleich von ihm erhält, Tob. 8, 21. %a\ zozs laßovza ro tjiugv zcov vnaQ%6vzrx)v dvzov troQSveöd'ai fr’ vyuccg 7tQog zov ‘jtaz&Qa, nal zu loincc ozav dnoftavco, ymi rj yvvrj fiov. Wir wollen die Eheverbindung, wie sie, nach unserer Ansicht, in der Bibel sich zeigt, kurz darstellen; nicht soll uns Liebe zu dem Gegenstände hinreißen, die Schwäche der Orientalen zu bemänteln, nicht der Gedanke, unsere Behauptung zu begründen, etwa verleiten, fremde, moderne Begriffe der jüdischen Ehe unterzuschieben, sondern strenge Wahrheit sei unsere Führerin bei dieser, wie bei jeder Arbeit. — Zu jenen alten Zeiten nahm (p\>h) der Vater, die größte Gewalt in der Familie besitzend, dem Sohne eine Frau, und gab (jrü) die Tochter einem Manne: Gen. 34, 9. WiDm cr6 mpn wnim nai unn> Gm. 24, 4. EM. 34, 16. Deut. 7,3. inm im1? pn im C2 pnnn -]32IP ripn Der Sohu konnte zwar ohne den Willen der Eltern eine Frau sich nehmen, nicht-aber das Mädchen ohne der Eltern Einwilligung einem Manne sich geloben. Der Jüngling wählte sich Eine unter den Jungfrauen des Landes (Spr. 30, 19. NObxil *123 TTTl), der Vater freite für ihn bei dem Vater des Mädchens, willigren alle ein und waren zufrieden, so beschenkte der Jüngling mit Kostbarkeiten die Jungfrau, welche alsdann und eben deshalb genannt wurde. Darum sagt der kühne Simson, ein reizendes Mädchen erblickend und zur Frau begehrend, zu seinem Vater, der die Ehe mit einer Filisiaer-Tcchter unerhört findet: „Diese nimm mir zum Weibe, denn sie findet Wohlgefallen in meinen Augen" (Acht. 14,3. vpjO ult^ tOM '2 'b npHim*), darum bittet Ta mar, die als Mädchen keinen eignen Willen hat, den leidenschaftlichen Amnon mit den Worten: (2. Sam. Cap. 13 V. 18) „Sprich doch mit dem Könige (meinem Vater), er wird mich dir nicht vorenthalten," *0 HITi "DD *6 O Die Ehe selbst wird durch das Concubiuat9) vollzogen und legitim, weshalb auch die Dichter das Brautgemach (H®in, thalamus nuptialis, nicht 8) gleich dem arab. , wovon jedoch nur das Subst. ik.v? donumzgebrauchlieb ist; Gesenius führt t > u. an, nicht beachtend, daß Elif und Ain wohl uurffelten sich vertauschen. 9) Die Geschichte von Tobias, wo die Ehe durch den in der Mischna verkommenden Ehebrief vollzogen zu sein scheint, gehört ihrer Abfassung nach bestimmt einer sehr späten Zeit an. 21

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