Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-05-16 · 20 (16.5.1840) · p. 314

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
20 (16.5.1840)
Article
Auswahl historischer Stücke ... [Rezension]
Date
1840-05-16
Page
314 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891430-2362555--0411-2362586
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

315 Auswahl histor. Stücke aus hebr. Schriftstellern vom % Jahrh. bis auf die Gegenwart. 316 Lrben des Saadja Gaon. 33) Isaak Samuel.Reggio, Bikkure Ha-Jttim 1829. Mosche Rieti, der jüdische Dante; 34) Meir Lettens, Mgdat Oz, Leben M. C. Luzzatto's; 35) Salem ha-Kohen, Kore Ha-Dorot, kap. 7: die Pharisäer und ihre Lehren. Aus dieser absichtlich von uns vollständig gegebenen Jnhaltsanzeige ist zu ersehen, wie interessant und wie mannigfach dies hier Gebotene ist. Was wir über das Einzelne zu bemerken haben, kann größtenteils dem Herausgeber nur zum Lobe gereichen. Der Text ist mit einer deutschen Uebersetzung begleitet, die in Hinsicht auf Klarheit und Reinheit des Stylus nichts zu wünschen übrig läßt, die sich übrigens, wie Hr. Zedner (Vorr. S. V.) selbst bemerkt, da, wo das Original durch eine besondere Eigenthümlichkeit des Ausdruckes charakterisirt ist, diesem sich mehr anschmicgt, als da, wo die aufgenommenen germanischen Elemente mehr hervorschimmern. Besondere Gewandtheit zeigt die Feder des Herausgebers in der nach Art der Rückert'schen Reimprosa übersetzten Fragmente des Tachkemoni. — Der Text ist mit Vocalzeichen versehen. Der Herausgeber findet die Veranlassung dazu in der täglich mehr abnehmenden Uebung im Lesen des unpunk- Lirten Textes, und daher entstehenden Abneigung gegen rabbimsche Schriften. Wir billigen diesen Grund, finden aber auch zugleich einen Fortschritt in grammatischer Hinsicht hierin, der nicht zu übersehen ist. Bekanntlich ist die vulgäre Aussprache der unpunktirten Texte eine höchst verderbte, auf Unkenntniß der Grammatik, ja ich möchte sagen, auf Trägheit begründet, und durch das Studium des Talmud oder vielmehr seiner Commentare fest eingewurzelt. Diesem Uebelstande abzuhelfen (und ihm abzuhelfen ist gewiß die Pflicht eines jeden, der für Fortschritt in der Wissenschaft, sei es auch nur in den Elementen derselben, wirken will) giebt es kein besseres Mittel als rabbinische Schriften mit richtiger Vocalisation der reiferen Jugend in die Hände zu geben, während natürlich, wo der Schulunterricht sich auch auf außerbiblisches Hebräisch ersteckt, auf eine richtige Aussprache zu sehen ist. Was die Vocalisation selbst aber betrifft, so können wir mit dem Verfahren des Herausgebers nicht ganz einverstanden sein. Es tritt nämlich bei Vocalist'rung rabbinischer Texte die eigenthümliche Schwierigkeit ein, daß man nicht recht weiß, was man mit der zum bessern Verständnis) gesetzten, in der Sprache selbst aber nicht begründeten, ja oft selbst den Grundregeln widersprechenden Lesemüttern machen soll. Hr. Zedner hat sich entschlossen, sie beizubehalten. Wir erlauben uns, dieses nicht so,,natürlich" zu finden, wieHr. Zedner. Es ist wahr, daß man dem Texte einer Schrift . alle mögliche Achtung schuldig und nicht berechtigt ist, Verbesserungen anzubringen, auch wo gesetzten Fall's der Autor offenbar gefehlt hat. Hier aber wissen wir, daß die Abschreiber (um zuerst von altern Werken zu reden), hierin die größte Willkür beobachteten; daß sie die von den Sprachgesetzen nicht gebotene matres lectionis nach Belieben ausließen oder setzten; daß auch jetzige Schriftsteller hierin ganz inconsequent verfahren, oder, was am besten ist, sie ganz weglassen,^ wo sie nicht nöthig sind. Man vergleiche, um Belege dafür zu finden, selbst nur die hier mitgetheilten Stücke aus Wessely, Mendelssohn, Napaport mit älteren Texten, wie wir sie jetzt haben. Endlich beweise man, daß man dem Autor gar nichts nimmt, wenn man ihm anstatt des Vocalbuchstaben einen Vocal giebt, da letzterer ja nur von jenem vertreten werden soll, und daß hier das einfache Gesetz, daß beiAufhören der Ursache auch die Wirkung aufhöre, sich geltend macht. Jedenfalls wäre es bedenklich, der Jugend klassische Werke in die Hand zu geben, wo grammatische Abnormitäten wie □OnO, D^p u. dergl. das Auge beleidigen. Und fürchtet man etwa, daß bei Auswertung der Lesemütter die Willkühr zu weit gehen dürfte, so hat man ja nur die Analogie des Bibel-Hebraisch, die für eingeborne Wörter immer ausreicht, zu befolgen. Wir glauben, daß dieser Gegenstand der Besprechung Sachverständiger nicht unwerth sei. Hier wollen wir Hrn. Zedner nur noch auf eine Jnconsequenz aufmerksam machen, die uns ausgefallen. Es heißt nämlich Vorr. S. V. in der Anm.: „Das Dagesch forte steht erforderlichen Falles -, fällt aber weg, wenn die Verdoppelung des Consonanten wirklich stattgefunden." Herunter sind Falle, wie D^p, u. dergl. zu verstehen. Allein die Verdoppcluug des Buchstaben ist hier nicht da, um die Dagcssation anzudeuten, — warum würde dies denn gerade bei i und 1 geschehen, nie aber bei andern Consonannten? —, sie dient vielmehr dazu, um zu verhüten, daß i oder ) als quiscentia betrachten werden; daher steht sie auch, wo an kein Dagesch zu denken ist, wie nnsj, (S. 15) (S. 27) u. s. w. Es ist also inconsequent, in C^p u. dergl. das Dagesch wegzulaffen.'— Die Vocalisation selbst ist fast durchgehends richtig, und liefert ekren Beweis von gründlichen grammatischen Kenntnissen des Herausgebers. Wir bemerken hier nur: S. 103. für DiTT!J7 S. 135 für (da es hier von nicht von herkommr, pbnn S. 205 für pbnn/wj S. L29 'für TWf nrns S. 231. für nra/D^zny S. 249. Der Text wird, vorzüglich in der ersten Hälfte, von Anmerkungen sprachlichen, archäologischen, literärhistorischen und reingeschichtlichen Inhalts begleitet. Dankenswerth sind vor Allen die Andeutungen über Eldad Ha-Dani S. 22, über Chisdai ben Jizchak, S. 26., über Dibre Ha-Jamkm Schel Mosche. S. 38, über jppn F|D^ “6 S. 52. u. s. w., und liefern nicht unwichtige Beiträge zu den dieses Fach betreffenden Arbeiten von Jost, (s. S. 28. 36. 51 ff. 73.) Kunz (S. 38), Gesemus (S. 43), de Rossi (S. 122) u. s. tu. — Nicht unbegründet ist die Bemerkung, daß das (Esth. 6, 1) wohl von den (id. 10, 2 erwähnten) ^büb D^H NDI zu unterscheiden sei (S. 12.). Treffend sind die Bemerkungen über das in der Misch na enthaltene althebräische Sprachgut. Zu dem, was aus dem daselbst gegebenen Stücke für da§ Hebräische Lexikon noch zu gewinnen ist, wäre noch jHirpp, D3D als Niftrt, jpn als Hifil, zu berücksichtigen gewesen; so irp für Vit* (eine forma aporopata tm plur. Wir schließen dieses Referat

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.