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Der Orient · 1840-05-16 · 20 (16.5.1840) · p. 306

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
20 (16.5.1840)
Article
Das erste Tagsiebent
Date
1840-05-16
Page
306 (sequence 2)
Language
German
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307 Das erste Lagsrebent von Binjamin Musasia. 308 grammatischen Bemerkungen aber haben fast lediglich den Zweck, aus der Form die Wurzel zu cmalysr'ren, ich weiß nicht für welche Gattung von Lernenden. Zudem ist der Text ohne Kritik aus der Ausgabe Lob Minden's abgeschrieben, welche Elazar b. Salman allein vor Augen hatte. Dieses ist die Literargeschichte des Büchleins. Ganz ähnlich, wie SekerRab, sind die K o sch a's der Indier angelegt, die. gleichfalls den Wortschatz in zusammenhängender Darstellung aneinander gereiht darstellen. Die synonymen Ausdrücke für jeden Begriff sind in moralischer Verknüpfung aneinandergereiht und nach den Regeln des Gandhi, wie bei Musafra durch den Bindestrich, verkettet; nur in dem Capitel von den Nünürtha oder den vieldeutigen Wörtern findet, wiederum ganz wie bei Musafia, die Annäherung an eine alftbe tische Ordnung.statt. 4 5 1j Das Seker Rab ist ein hebräischer Amara Koscha. Man vergleiche das genannte Wokabulär von Amarasinhas, mit dem wir durch Henry Thomas Colebrooke bekannt geworden sind, und man wird über die Verwandschaft der Anlage erstaunen. Colebrooke hat den Amara-Koscha mit einer englischen Uebersetzung versehen, und mit gelehrten Anmerkungen; beides ist ein neuer Herausgeber auch dem Seker Rab schuldig. Ferner hat Colebrooke den Gebrauch deffelben durch ein alfabetisches Wörterverzeichniß erleichtert; dies war bei einer Sprache, deren Studien noch so jung sind, eine dankenswerthe Arbeit, beim Seker Rab würde es Umfang und Preis ohne Noth erhöhen. 5) Es ist der Berücksichtigung nicht unwerth, daß der tüchtige Gelehrte Joannes Meelführer, zuletzt Abt am Kloster Heilsbconn, eine ganz ähnliche Clavis des hebräischen'Sprachschatzes geliefert hat. Er hat die sammtlichen Wörter der hebräischen Sprache in köcnichte, freilich unzusammenhängende Sentenzen gruppirt, welche überall vom Lichte der Bibel durchleuchtet sind, hat und noch dazu das Aufsteigen von Leichtern zum Schwerem beobachtet. Dennoch ist seine Arbeit der des Juden Musafia nicht vorziehen, weil, wo wir anders unparteilich fein wollen, diese als vollständiger, bester stylisrrt und wegen des innern Zusammenhangs zweckdienlicher erkannt werden muß. Der Titel des christlichen Merkchens ist: Clav!« sanctae seu Hebraeae linguae, exhibens Sententias, quibus Voces Hebraeae (Canonieae scilicet scripturae), seu singulae semel tantum continentur, praeter syncategoremata et paucas alias quasi transscendentes dictiones, Noribergae 1028. 8. 4) Indische Bibliothek S. 295 ff. (Wilsons Wörterbuch.) 5) Kosha, or Dictionary of the Sanscrit language by Amarasinha, with an english Interpretation, by B. T. Colebrooke, Serampur 1808* Auch die koptischen Vocabuläre sind ähnlich angelegt. Neber das Princip der jüdischen Che.*) Von % A. Frankel. Cand. phil. Wenn bie Ankläger des Iudenthums Scheingründe für ihre Anklage stets aufzufmden wußten, so boten sich ihnen bei der jüdischen Ehe, die sie als einen bloßen Kauf ausgeben, also für keinen heiligen Akt gelten lassen, die Beweise selbst dar, da schon tüchtige Männer ihnen vorgearbeitet und dieselbe Behauptung ohne Haß, Parteisucht und Rechthaberei aufgestellt hatten. Was die Ankläger betrifft, die auf keinem wissenschaftlichen Boden stehen, sondern auf lockerem, unhaltbarem, grundlosem hin und her taumeln, die da raisonniren, larmen, toben, Alles negiren, ohne etwas Positives systematisch dafür zu erstatten, die endlich als Nachbeter und Nachtreter der Gelehrten ihre ganze Weisheit aus der Quelle der in's Leben eingeschlichenen Vorurtheile, aus dem Hörensagen schöpfen: so können wir nicht gegen sie uns rüsten und mit ihnen kampsin, da unser Terrain ein ihnen entferntes und fremdartiges ist. Doch diejenigen/welche sich anf die jüdischen Gesetze stützen, und aus der Gewalt des Vaters — „die Tochter einem ihm beliebigen Manne geben oder verkaufen zu können" — und aus jenem Brauch — „die Ehe durch eine vom Bräutigam gegebene Münze oder Sache zu schließen" — das Verkaufen des Vaters oder das Verkauftwerden des Mädchens zur Frau hcrleiten, und dies im Judenthume als allgemein geltend machen, die wollen wir auf ihrem eigenen Gebiete, auf dem festen Boden der Wissenschaft angreifen und bekämpfen. Denn können auch Vorurtheile aus dem Leben nur nach einer langen Reihe von Jahren, nach Jahrhunderten, durchs Leben selbst nur wieder verbannt werden; so sollen und müssen sie aus der Wissenschaft zu jeder Zeit und Stunde weichen. Wir glauben mit fester Ueberzeugung aus der Bibel selbst, besonders aber aus vielen Stellen des Talmuds und der übrigen Schriften damaliger Zeit mit unwiderlegbaren Gründen erweisen zu können, daß die jüdische Ehe, obgleich sie den hohen sittlichen Grad, welchen sie in unsrer Zeit einnimmt, noch nicht erreicht hatte, dennoch auf Treue und Liebe gegründet sei. Waren auch viele talmudische Gesetze so alt und vielleicht noch älter als die Mosaische Gesetzgebung selbst — wir sagen: viele talmudifche Gesetze, welche von Geschlecht zu Geschlecht, von Mund zu Mund sich fortpslanzten, und als etwas Allgemeinbekanntes, Allgemeingültiges im Leben aufbewahrt, und später in den stürmischen Zeiten, unter fremden Herrschaften, beim Schwinden remjüdischen Lebens als Tradition WÜÜ iWD*? rp'PH 2) 1) Diese zweigeteilte Abhandlung hier ist nur ein kurzgefaßter Abschnitt der nächstens von Hrn. I. A. Fränkel aus Stolpe in Pommern erscheinenden trefflichen latem. Monographie, welche diesen Gegenstand ganz erschöpfen wird. Red. 2) Mt vielem Scharfsinn setzt Herr Dr. Hirsch selb das Verhältnisdes Rabbinismus zur Bibel auseinander in feinem ] jetzt erscheinenden Werke: Halachische Exegese §. 80 — 90.

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