Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 19 (9.5.1840)
- Article
- Notizen über Dr. Geigers Anmerkungen zu dem Literaturhistorischen Briefe
- Date
- 1840-05-09
- Page
- 300 (sequence 3)
- Language
- German
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301 Lit.Änalekten. Die Typographie in Leipzig» Zur Lit. d. neuhebr. Poetik. Moses, ein Heldenged. 802 einer Parascha in der Gen., namenlüch die Geschlechtstafel der edomitischen Könige zu den Zeiten Josafats, des Königs in Juda, versetzt. Jndeß finden wir den erwähnten Jrrthum ebenfalls schon bei David Kimchi, was bereits Dr. Lippmann in s. Comm. zu Safa Berura von Jbn Esra (f. 9 b — 10 b) urgirte. Sam. Meklenburg. Literarische Aualekten. I. Die Buchdruckerkunst wurde in Leipzig nicht eher als um das Jahr 1480 bekannt, nachdem sie schon einige Jahre früher in Merseburg, .wahrscheinlich curgelockt durch die dort befindliche Cathedrale, ihren Sitz aufgeschlagen hatte. Die Leipziger Jncunabeln, gedruckt von 1480-1517, hat am vollständigsten, jedoch nicht fehler- und mangellos, J.H. Leich in dem trefflichen, im dritten Jubelfestjahre erschienenen Werke „De origine et incrementis Typographiae Lipsiensis“ zusammengestellt. Schwerlich bietet die Geschichte der typographischen Erstlinge irgend einer Stadt eine solche mannigfaltige und auserlesene Menge philologischer, naturwissenschaftlicher, philosophischer und poetischer Werke dar; wir finden unter den Verfassern bereits die für die Folgezelt bedeutsamen Namen Mars. Ficinus, Franz Pico, Joh. Neuchlin, Ulr. Hutten. Auch treffen wir auf einige Bücher, in denen wir die arabische durch hebräische Uebersetzungen vermittelte Philosophie in die Reihe der Drucke eintreten sehen, einige, die für jüdische oder überhaupt orientalische Literatur und Geschichte von Interesse sind. Die Aristotelica übergehend, führen wir folgende Jncunabeln beispielsweise auf: 1493. Tractatus de erroribus philosophorum in lide Christiana Aristotelis, commentatoris Avicennae et Alkindi, cum confutationibus errorum per Conr. Wimpinam 4to. Der Titel ist sehr undeutlich gestellt; die Schrift ist gegen die Jrrthümer des Stagrrkten, so wie seiner Commentatoren Jbn-Sina's und des als Arzt und Astrologen berühmten Alkindi (sonst auch Alchindus), in Sachen christlichen Glaubens, gerichtet. Der Vers., Conr. Wimpina, ist der berüchtigte Gegner Luthers, und sympathisirte in manchen Stücken mit Pico von Mirandola. 1499. Pharetra fidei catholicae sive idonea disputatio inter Christianos et Judaess. Eine Streitschrift zur Vertheidigung der christkatholischen. Lehre. Gedruckt in der Officin Melchior Lotter's. 1504. Epistolae M aumetis, Turcarum Imperatovis elegantissime multa prudentia acrimoniaque referte, per lac. Thanner. 4. Liptzk die nono Nov. Diese unter fot. XX. auf der Leipz. Universi'tatsbibl. <Bibl. Breitkopf.], no. 4300) befindliche Briefsammlung des Sultans Muhammed, deren vollständigen Titel wir nach Handschrift!. Ergänzungen des Leich'schen Werkes gegeben haben, ist besorgt von einem gew. Mag. Greg. Laticephalus (Bredekopff) de Könitz. II. Zur Literatur der ueuhebräischen Poetik. von Löb (Leon) Stark, Prag 1817. 8., eine kleine Sammlung von recht niedlich stylisirten Gedichten, die meiftentherls, jedoch ohne Angabe des Originals, nach dem Deutschen copirt sind. Sie tragen auch nicht eine Spur nationalen Gepräges; Natur und Tugend sind die Angelpunkte derselben. Die beiden prosaischen Aufsätze (das Reiseun d Ra t h selspi el) sind trivial und langweilig. Von S. 78 ff. sind Gedichte von Juda Jeitteles, dem Verfasser des cmgefügt, entnommen aus dessen damals noch handschriftlichem Bene Ha-Ncuri m {3 Th.). Das Büchlein bewillkommt den Leser in einer sehr anspruchslosen, bescheidenen Weise, und ist einer flüchtigen Lectüre nicht unwerth. rn^nn^ 2 n / von MosesGlogau aus Hamburg, Altona 1803. Prag 1816. 8. (mit dem deutschen Titel: Abhandlungen über die Freuden und Leiden der Menschen, nebst einem Anhänge von Räthseln und Charaden, für die wißbegierige Jugend), ein buntdurcheinander gewürfeltes, aller Einheit entbehrendes Aggregat trüber Lebensanschauungen und schwarzgetuschter Nachtstück'e, die in Briefform, mit Affektation des Charakters des Buches Job, zusammengestellt werden. Die Sprache ist beredt, aber wird oft gesucht und schwülstig; die Bilder sind zum Theil neu und überraschend. In dem Anhänge, der in der zweiten, ich weiß nicht warum veranstalteten Auflage etwas vermehrt ist, wogen Grabschriften, sybaritische Purimlieder, Räthsel und Anekdoten durcheinander — es ist unmöglich, an diesem Quodlibet, das unter keine einigende Idee zu summiren ist, Wohlgefallen zu finden. Wozu diese schönrednerischen Specimma, deren Form ein leeres Gefäß ist, eine taube vergoldete Nuß, über die man sich nur argerr, wenn man sich die Mühe nimmt, sie zu öffnen. Moses, ein Urldengedicht. Proben aus dem dritten Gesänge des bald er.- scheinenden epischen Gedichtes: 95M © s e sw von Dr, Moritz Rapaport Am Meere steht der Zug, doch nimmer weiter Vermag er vorwärts strebend hinzudringen, Es dchnt der Wasserrieft breit und breiter, Ein All umfassend, aus die mächt'gen Schwingen,.