Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 19 (9.5.1840)
- Article
- Notizen über Dr. Geigers Anmerkungen zu dem Literaturhistorischen Briefe
- Date
- 1840-05-09
- Page
- 299 (sequence 2)
- Language
- German
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299 300 Samuel Meklenburg über Dr. Geiger's Meto Chofajim. zu erwarten stand, scharf gezeichnet ist, lag mir in vielen Stücken nicht so fern, als der oben bezeichnet Brief. 'Also aus Borliebe für diesen, der durch die beigegebenen Scholien noch ein höheres Interesse darbietet, habe ich ihm und den Scholien zuerst einige Aufmerksamkeit gewidmet, wobei folgende, theils berichtigende, theils gelegentliche Bemerkungen entstanden sind. Es ist wohl eine zu vorschnelle Uebereilung, wenn Hr. Dr. Geiger (S. 55. 56) in einer Aeußerung des del Medigo den Jakob Antoli als wirklichen Vers, von Ru ach Chen entdeckt zu haben glaubt. Del Medigo meint nicht unser bekanntes oft edirtes Büchlein, das eine Erklärung der terminologischen Ausdrücke enthalt, sondern, wie ich aus Sabbatai's Sifte-Jeschenim N. 29 ersehe, Jakob Antoli's Uebersetzung der Kategorien des Arist. nach dem Comm. Jbn RosHd's. Demnach wäre auch in des Textes Uebersetzung (S. 25 Zeile 19) die Parenthese „von Jakob Antoli" zu streichen. — Unter den von d. M. empfohlenen Schriften, die zum Verstandniß des M. N. beitragen, wird weiter unten noch ein Mal schlechtweg „Gibat-ha-More citirt. Hc. Dr. G. klammert ein in der Uebersetzung „von Narboni?" und in der Anmerk, dazu (S. 75 Lit. 90) findet er es „seltsam, daß d. M. dieses Werkes, welches der Comm. Narbonis zum More ist, hier nochmals gedenkt, nachdem er bereits oben ausführlich davon gesprochen; gäbe es ein anderes Werk dieses Namens von philosophischem Inhalte, so wäre die Stelle richtiger auf dasselbe zu beziehen". Allerdings, und wie bereits Sabbatai 8. v. angemerkt, der More Comm. von Joseph ben Isaak ha-Levi aus Litthauen, Prag 1612 in 4to. — Bei d. M's Anführung des kabbalistischen Buches Maa rach ot, dessen Autorschaft perecar ist, da es bald dem Dinn SjQ öS, bald dem R. Azriel und endlich von Mose Kordovero (s. Rabia f. 31. c) R. Todros Ha-Levi zugeeignet wird, fügt Hr. Dr. G. (S.6.) in der Klammer schlechtweg hinzu „des Perez ben Isaak Girondi" und in der Anmerk. (S. 48 Lit. 26) verweist er auf Zunz ad<! i?amenta (p. 317) zu dem Cod. XL der Leipziger Rathsbibliothek. Aber Zunz, dessen gründliche Forschungen sonst zum Muster dienen könnten, hat das. den Gordischen Knoten nicht durchgeschnitten. Perez ben Isaak Kohen Girondi, Zeitgenosse Nissims und Lehrer des berühmten ben-Scheschet (R. G. A. N. 60. 157> 375. 378 und sonst) kann unmöglich der Vers, des erwähnten Werkes Maarachot sein. In diesem Buche treffen wir die Stufenfolge der Sefirot und deren Anwendung wahrend der Andacht schon ziemlich ausgebildet an, und nun berichtet uns ben-Scheschet ib. N. 157: „Auch habe ich dich bereits m Kenntniß gesetzt, daß mein Lehrer Perez ha- Kohen gesegneten Andenkens weder gesproche jt noch nachgedachr über jene Sefirot, .. .! Ja, ben Scheschet citirt das. umständlich die ihm zu Gebote gestandenen Schriften, kabbalistischen Inhaltes, des Maarachot hingegen sowie s-ines Lehrers als Kabbalist hier wie sonst gar nicht. Uebrigens scheint auch Zunz Präsumtion, wovon fast seine ganze vermeintliche Behauptung abhängt, nur auf lockerem Boden zu beruhen. Zunz sagt nämlich so ohne Weiteres„A.uctor sed etiam inagistrum suuni nominal P. Sbcshet, discipulum Nacbmanides“, wovon nichts im Buche zu finden ist. Höchst wahrscheinlich hat zu dieftm übereilten Ausspruch Matitia ben-Salomo Delakrat bei Delitzsch ib. p. 279 Anlaß gegeben, und Delakrat könnte entweder durch ein fehlerhaftes Mspt. irre geführt worden ftin, wo fälschlich t#1 statt 82t#1 gestanden, oder, was wahrscheinlicher ist, es hat ihm der vorkommende Name „N. Jakob b. Scheschet" (e. 14 f. 200 a), worunter vielleicht der Autor des E1112J D>121 2,)E#D Ms. gemeint ist, getauscht. — D. M. führt unter dm Werken, meisiencheils historisch-literarischen Inhalts, die man nur mit Vorsicht gebrauchen soll, auch auf: „Michtam le-Chiskijahu^. Freilich ist dies Buch, wie G. S. 88 Lit. 116 anmerkt, nicht bekannt. Aber der Augenschein lehrt, daß statt VT>pTr6 Dn2D zu lesen sei ^ICH 2D2E, Chasdas bekannter Brief an den jüdisch-chasarischen König. Ferner, was ich beiläufig bemerke, ist die in der Geigerschen Zeitschr. Bd. II. S. 513 gemachte Bemerk, richtig, daß die Echtheit dieses Briefes schon dadurch unzweifelhaft ist, da er im Eingänge das Akrostichon an der Spitze tragt: ^IDH ’OK BVIEW Hlty 12 pn^ 12; unrichtig hingegen die dortige Behauptung, daß die Auffindung dieses Akrostichons ganz neu sei. Schon Jair Cchajim Bacharach in Chut ha-Schani N. 97 f. 110 b hat darauf aufmerksam gemacht. — Sinnig ist die Bemerkung, daß d. M. in dem Bilde jnH 1p!# aus die „Bezeich- - nung ^1 ^11, die sich die Kabbalisten beilegen" anspielt (S. 44 Lit. 15). Weshalb aber dieselben sich so nennen, wird nicht gesagt. Offenbar darum, weil jn die Anfangsbuchstaben von niHDj DD2n bildet <f. auch I. B. Levinsohn in Bet Jehuda, Wilna 1840 S. 272). — Unter den Gerügten in Bezug Abulwalids (S. 62) batten wir billigerweise erwarten dürfen, daß Hr. Dr. Geiger von der Gesellschaft sich nicht ausschließen würde, vgl. Zeitsch. Bd. 1, S. 19. Nicht umhin kann ich, hier noch einen andern eingeschlichenen Fehler, ebenfalls Abulwalid betreffend, bei G. Zeitschr. ib. ib., der auch bei Luzzatto in Kerem Chemed Bd. 4 S. 136 angetroffen wird, zu berichtigen. Die freisinnigen Aeußerungen, die Jbn Esra in seinen Schriften citirt und den Vers. derselben mit dm unbarmherzigen Spottreden ^2l£il, yw&üT\ und ähnlichen Ausfällen j begegnet, gelten nicht unterm Gramwütikec Abulwalid, wie die zwei würdigen Literaten meinen, sondern zweifellos dem Isaak ben-Jasos aus Toledo, demselben zur Genüge bekannten Exegeten, der auch die Abfassung