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Der Orient · 1840-05-09 · 19 (9.5.1840) · p. 289

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
19 (9.5.1840)
Article
Schriften über Erfindung und ursprüngliche Bedeutung des Alfabets
Date
1840-05-09
Page
289 (sequence 1)
Language
German
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Literaturdlatt des Orients. Bevichte, Stndten nn- Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur« M 19. Leipzig, den!). Mai 184«. Schriften über Ersinduirg und ursprüngliche Bedeutung des Alfabets, v. Dr. Bonfoi. — Ueber den Judeneid, von S. J-. Rapaport. — Notizen zu Dr. Geiger's Melo Chofnajim v. S. Meklen.burg. — Literarische Analekten. Ueber die Buchdruckerkunst in Leipzig. Zur Literatur der neuhebräischen Poetik. — Probe aus dem Epos ,Moses" von Moritz Napaport. — Literarische Ankündigungen. — S ch c i f t e n über Erfindung und ursprüngliche Bedeutung d e s Alfa b e t s. Es sind eben zwanzig Jahre verflossen, seitdery der verstorbene Dr. Sickler in einer Brochüre „Thoth, oder die Hieroglyphen der Aethioper und Egypter," welche als Prodromus eines umfassendem Werkes desselben Inhalts, das aber nicht erschienen ist, mit Beziehung auf Diodor Sicul.! 11. 4. die 'Isqcc PjOKfifiaT«, oder die Hieroglyphik als eine Erfindung der Aethioper nachzuweisen sich zur Aufgabe machte. Weil aber das Aethiopische ein semitischer Dialekt, folglich wäre die Hieroglyphik eine semitische Wortschrift, übergebracht durch äthiopische Priester nach Egypten, und daselbst blos zum Gebrauch des Cultus bestimmt; folglich kam diese dahin mit der äthiopisch-semitischen Sprache, da, als in dieser erfunden, sie auch von dieser nicht getrennt werden konnte, und zum Unterschiede von der gemeinen egyptischen und sicherlich später erfundenen Buchstabenschrift hieß sie die heilige Bilderschrift. Zugleich beruft sich der Verfasser wieder auf Diodor IV, 1. wo Habicht: Schnelligkeit, Auge: Beschützer, Wächter, Krokodil: Schlechtigkeit, Hand, wenn cs die rechte, offene: Freigebigkeit, wenn es aber die linke, geschlossene: Geiz bedeuten soll. Hier findet derselbe Gelegenheit '{3 mit zu vergleichen, und für die andern Bilder erklärende Parallelen aus dem Arabischen beizubringen. Hätte Sickler nicht an, der Meinung von drei Radicalbuchstaben der semitischen Wurzeln fest gehalten, so würde er bei Diodor's Erklärung der geöffneten und geschlossenen (^2>-NO2) Hand nicht nothwendig gehabt haben, die seinen Gewährsmann unterstützenden Belege vondem Araber zu borgen, sondern würde pETJ die rechte Hand mit Pijß Machten, austheilen, und die linke Hand mit verkürzen, wegnehmen, beschneiden, verglichen haben. Von demselben Standpunkte ist in neuester Zeit Dr. Saalschutz, in seinerBrochüre„Forschungen im Gebiete der hebräisch-egyptischen Archäologie" (Königsberg 1838) ausgegangen; auch dieser Gelehrte schickt die Egypter und mit ihnen, wie sich denn von selbst versteht, die Phöniciec und Griechen zu den Semiten in die Schule; denn Kadmus ist ihm ein allzu mythischer Charakter, um für den Erfinder der Buchstaben zu gelten. Gelegentlich fragt er an, ob dieser Heros nicht 1 Mos. 25, 15 gemeint sei, und offenbar ist es, nur ein versteckter Scherz, wenn er u# 1 Mos. 14, 13. 24 mit Agenor, des Kadmus Vater vergleicht. ’Ayijv-o'.g ist vielmehr von ftlk Becher abzuleiten, daher auch Kih-% p1??), der Becher, sein Sohn, und der Wassergott sein Vater, denn die Urfeuchte ist der Urstoff alles Körperlichen; auch spielt der Bechercultus eine wichtige Rolle in der alten Welt, ein ganzes Land hatte von ihm den Namen, ich meine die Provinz Kilikien. Jener Becher ist zu verstehen, in welchem Dschemschid alle kommenden Geschlechter erblickte, jener Becher war es, aus welchem Dionysos die Seelen sich berauschen läßt, daß sie ihre geistige Abkunft vergessen, und das Gewand des irdischen Leibes anziehen; daher sagt Nikomachos bei Athenäus (in Deipnosoph.) in seinem Buche von den egyptischen Fasten: xovöv tzoxviqlov daiaTMOv— slöog cog o xo6(j[,og i£ ov rav 'O'Bcov rd fiavpiaTa yiveöd-ca B7tl yrjg. Der Becher bedeutete die Welt, und mit Flüssigkeiten angefüllt stellte er den ersten Zustand der Dinge vor, weil Alles aus dem Wasser hervorging, darum hat der Bechergott KiUg zum Bruder den: Verjüngten: und den: Ursprung: Kdöi.iogtül'p.- Diese ausführliche Berichtigung hielt ich hier nicht für überflüssig, weil sie die Bedeutung des dritten Buchstabens, des Fd^a (KM), erklären, hilft. Zwar denkt Hr. Saalschutz bei b mit GeseniuS, 13

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