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Der Orient · 1840-04-25 · 17 (25.4.1840) · p. 265

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
17 (25.4.1840)
Article
Ueber den Judeneid
Date
1840-04-25
Page
265 (sequence 3)
Language
German
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267 Literarische Arialekten. Die Pchlwi-Sprache. Die himjaritische Sprache. 268 Heiden in seiner Meinung, selbst wenn sie dem Letzter» gar keinen Nachtheil bringt. Er zürnte nämlich seinem Bedienten, weil er einem Götzendiener, dem derselbe eine Henne geschenkt hatte, glauben' ließ, daß dieselbe geschlachtet und für Israeliten genußbar wäre, wiewohl sie es nicht war'(Chullm 94. a,). Diese Stelle ist, unscrs Erachtens, von großer Wichtigkeit in Hinsicht der moralischen Gesinnungen der Lalmudisten gegen andere Völker. Jenem Heiden mußte es nämlich völlig einerlei sein, ob die Henne geschlachtet oder'erdrosselt war; blos weil das Geschenk von Seiten des israelitischen Gebers für wichtiger betrachtet werden müßte, wenn es für ihm selbst genußbar wäre, und der Heide sich darin irrte, ärgerte sich der fromme und weise Samuel. — (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. Zwei neue Hülfsmittel für das Hebräische. I. Die Pehlwi-Sprach e. In dem Journal asiatique von 1839 liefert der deutsche Orientalist Müller (S. 289—345) einen höchst interessanten Versuch über die Pehlwi-Sprache, der nicht nur alle früheren Arbeiten auf diesem Gebiete in sich ausgenommen und verarbeitet, sondern auch die Kenntniß des Pehlwi sehr bedeutend weiter führt. Man wußte wohl früher, daß das Pehlwi (die Sprache des nordwestlichen Persiens, Parthiens und Mechiens), in welchem viele altpersische Religionsbücher geschrieben Md, regelmäßiger als Zend und Parsi ist, und vielfach von semitischen Elementen durchmischt erscheint, aber an eine so gründliche Durchforschung dieses Zweiges hat es seither immer gefehlt. Wir lassen hier aus dieser Abhandlung einiges folgen. Schon im Pehlwi-Alfabet zeigt sich die semitische Ab- ' stammung bei den Buchstaben 1, ), T, £0, \ D, D, p, &V und eine paläographische Deduktion des Pchlwi - Alfabets aus dem Semitischen wird vielleicht noch Mehreres finden. Dieses Alfabet hat auch noch darin seine semitische Abstammung bewährt, indem es die Vocalbezeichnung auf 1, beschrankt, und für kurze Vocale also gar keine Buchstaben hat. Eigenthümlich ist das noch nicht erklärte Nomiualsufsix Jo, men z. B. S ohn, (d. i. /jETpJJ) Auge, Hand, .JD72JK (d. i. ]C"DJP), £ rau be u. s. w. und in einigen aus dem Pehlwi stammenden talmudifchen Wörtern erkennt man noch dieses Suffix. Manche Wörter im Pchlwi scheinen nach der Weise der Galiläer, Zabier und der jerus. Gemara in ihren Gutteralen corrumpirt, z. B. Xütib (xvnö) Brodt, mm (mm) Wein, 1KK:(T1N) n^a.ch, manche blos in ihren Lauten umgetauscht z. B, *\p\ (^t) Männchen, oder durch fremdartige Suffixe entstellt z. 25. Könige, und eine geringe Zahl hat die hebräische Form unversehrt, z. B. Löwe. Andere nicht semitische Wörter des Pehlwi sind stark in das talmudische Idiom eingedrungen, da Babylonien und Persien der Schauplatz aller jüdisch-talmudischen Thätigkeit war. So mögen einige Beispiele für diejenigen, die sich mit talmudischer Lexicographke befassen, hier stehen. Das Pehlwische pp), Spieß, ist in das Syr. d^p?J übergegangen, wovon sich noch &pj Spieß, und ein Verbum p')} aufspkeßen (Chulin 109 d) erhalten. Das Pehlwische p)d>^D Wegweiser (syr. tfp:rn£» ist ebenfalls in dem talm. d>p^N2 erhalten; pehl. p*fl, arab. p"2 Widder, findet sich in wieder. Wir werden bald Gelegenheit nehmen, ein Mehreres darüber zu sagen. II. Die hinrjarLLische Sprache. Wenn schon das Pehlwi, als an der einen Grenze des Semitismus, einen wichtigenBeitrag zur jüdischen Philologie bildet, so liefert an der anderen Grenzscheide die himjaritische Sprache nicht minder einen schönen Beitrag zur Erkenntniß des Hebräischen. In dem “Ipy^K 2XrD wird uns von den vormuhammedanischen Arabern so manches erzählt, daß wie eine dunkele Geisterkunde bis jetzt zu uns hcrübertönte; der Franzose, Herr- Fresnel hat es unternommen, das Gebiet, woher diese Kunde zu uns kam, selbst zu besuchen, um -uns wenigstens die Sprache der heutigen Himjariten als Ersatz vorzuführen. Und wirklich hat er dieses seit 3 Jahren durch Briefe aus dem Oriente gethan. Wir wissen, daß die Hauptstadt der Himjariten Lhefar ON'EuXlÖ) an der Küste -bei Mirbat war; jetzt führt diesen Namen eine Reihe von Dörfern nahe zwischen Mirbüt und dem Cap Sadschir (“UND ON); die Eingebornen sprechen den Namen Jsfor aus; welches mit der hebräischen Aussprache *")£p in der Bibel besser als die arabische stimmt. Auf der ganzen Küste von Mahra, 15 bis 16 Tagereisen landeinwärts, wird noch die alte, wenn auch jetzt sehr corrumpirte himjaritische Sprache gesprochen, eine Sprache, die sich im Wortvorrath dem Hebraischen und Aramäischen bedeutend nährt und die vom Nordarabischen gar sehr abweicht. Die Beziehungen zum Hebräischen fallen -weniger auf, wenn man bedenkt, daß man in der Nahe dieses Gebietes das Grab des Propheten Hud (Stammvater der Juden) uns zeigt,;ba£ hier der Platz ist, wo die Wundermärchen der Königin von Saba spielen. Mögen hier vorläufig einige Sprachproben mit ihrer Aussprache einen Platz finden, da wir jedenfalls dieses Thema wieder aufnehmen werden, und die Masse der Corruptionen möge einen Beweis liefern, wie eine Sprache im Laufe der Jahrhunderte auöarten kann, wenn sie nicht von einer Literatur getragen wird. ip, Vater; arts, "Erde; esiret, -zehn; lischin, Zunge; seliirv, Nabel; der, Sohn; keim, Fuß; kene, Gesicht; egeb> lieben; JiDtP, ’tliofn, Berg maus u. si w. Das letzte Beispiel liefert einen schönen Beweis von seinem

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