Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 17 (25.4.1840)
- Article
- Schem-Tob Palkeira's Berichtigungen ...
- Date
- 1840-04-25
- Page
- 258 (sequence 2)
- Language
- German
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259 Schem-Th'ob Palkeira's Berichtigungen. Sendschreiben Sal. Ich. Rapaport's 260 Ergebende enthält. sDas allerdings fehlerhafte lrDt&Tlö Jbn-Tibbons a. a. O. hat sämmtliche Commentatoren bis auf Fürstenthal I. S. 11. zu falfchen und gezwungenen Glossemen veranlaßt. Vielleicht las Jbn- Tibbon für Mit Verwechselung zweier in alten Handschriften sich sehr ähnelnder Buchstaben Die Übersetzung Pal.k eiras ist freilich auch nicht deutlich; denn 8 Jbi bezeichnet allerdings zunächst die Schöpfung, dann aber die anerfchaffene Natur, Anlage, Pradisposition eines Dings, wie nach, muhammedanischem Dogma die jedem Meüschen angeborne und erst durch Einflüsse verloren gehende Vorantage zum Islam, s. Caspari Glossar, ad Enchirid. Studiosi S. 60. 5) Der Mensch, dessen Leben vor dem Fall in einer Evolution der des sie implicite enthaltenden, ihm anerschaffenen Intellekts — <5 JaiJI JJüJ! — bestand, siel durch den Fall aus der Sphäre des Intellektuellen in die niedere Sphäre des Ethischen (Politischen) herab, vergl. jnnn mbn Cap. 4] In demselben Cap. übersetzt er nJTOJJft durch 1^ K'GH (brachte ihm seine Widerspenstigkeit), da vielmehr zu übersetzen ist V (brachte ihm seine Widerspenstigkeit als'not Hw endige Folge). In dems. Cap. ist in KDD btt DDID bytt das erste Wort wiedergegeben durch irp’HD; ich weiß nicht , was ihn gedrungen hat, dieses }i 6) hinzuzufügen, denn bedeutet die Veränderung eines Dinges mit Verlust seiner Form. sAllerdings bezeichnet die transformatio in deterius, aber nicht in der philosophischen Terminologie, und diese Nebenbeziehung widerspricht auch dem Zusammenhänge der Stelle, um die es sich handeltj. (Fortsetzung folgt.) Sendschreiben S al o mo J eh ud a Rap aport's an C h aji m Se Hg Slö nim $ k i. ' (Schluß) Es entsteht nun die Frage: Wann wurde diesem Helden Simeon der Beiname Bar-Kuchba als 5) Die Namen dafür sind elfithre oder vollständiger führet el» Islam, elfithre es - selime, elfithre elasslije. Der unverderbte Juttllekt, führt, nach muhamm. Dogma, in seiner SuoiLw nothwendig zum Jsl'ain. 6) In ünsern Ausgaben findet sich dieses y'ib gar nicht, sondern sonderbare Weise das entgegengesetzte , vielleicht eine spätere, aber eben so wenig angemessener Correctur Jbn-Tibbons. Kinuj 0M) ertheilt, und warum? Darauf kann man nach dem Vorhergeschickten wenigstens hypothetisch antworten, daß die Beinamung von dem damals erschienenen Kometen (Kuchba de-Schebit) herrühre, um dadurch den römerfeindlichendie Römer bekriegenden Helden anzuzeigen, Simeon aber ist entweder zur Zeit des Erscheinens dieses Kometen geboren worden, oder er hat seine patriotischen, heldenmüthigen, kühnen Thaten damals seinen Zeitgenossen zuerst bewiesen, und diese Beinamung wäre also die des Volkes. Damit stimmt nun die Anwendung der Schriftstelle: Es tritt ein Stern aus Jakob und es erhebt sich ein Komet (£2^) in Israel; denn die Schrift spricht im Bilde von dem Erscheinen des wunderbaren Kometen, und das Volk glaubte, dieser Held Simeon wäre der prophezeite Held. Daß aber der Name Bar-Kuchba mit der Naturerscheinung zusammenhängt, wird uns aus der Anwendung der Schriftstelle, von dem nach Erlösung sich sehnenden A ki b a, klar, der von dem nahen Erlöser sagt (Sanhedrin 97b*): „Nur noch eine geringe Zeit, und ich werde die Himmel und die Erde erschüttern und alleVölker aufregen (Chag. 2,6)," bezüglich auf den zu Akiba's Zeit erschienenen Kometen, der einen großen Theil des Horizonts bedeckte und dem man auch bei den Heiden die Aufregung der Völker zugeschrieben. Langst haben einige christliche Gelehrte vermuthet (was dem Dr. Jost entgangen), daß Bar-Kuchba Derselbe sei, der bei D io Cassius den Namen ’JvdQBiccs, und bei Eusebius den Namen Lucuas führt, von dem erzählt wird, daß er zuerst einen großen Aufstand gegen die Griechen in Cprene in Afrika bewerkstelligt, dann den Krieg in Aethiopien und Egypten weiter geführt. Ich habe zwar die Werke der Solches vermuthenden Gelehrten nicht gesehen, und kenne sie nur aus der Anführung bei Munter (S. 49), aber mir scheint diese Identität höchst annehmbar; denn offenbar sind es nur Beinamen, zum Theil identisch mit Bar-Kuchba. Der Name Lucuas heißt gewiß der Licht-Sohn (lux) und Andreas ist nur ein Beiname zur Bezeichnung der Heldenmüthigkeit; ja man kann diese Identität noch weiter verfolgen und behaupten, daß der berühmte Agi- Latdr in Cyrene, den Abulfarag Luminus nennt, und von dem er erzählt, daß er endlich nach Palästina sich 'geflüchtet, wo Dr nach einigen unbedeutenden Kämpfen getödtet wurde (Münter S. 16, 16), deselbe Bar- Kuchba sei, mit einer geringen Variirung des Namens. Der Verlauf der Bar-Kuchba'schen Kämpfe und Begebenheiten erscheinen uns in einem ganz andern Lichte, als bis jetzt die Geschichtschreiber (unter diesen auch Jost) sie gezeigt. Zuerst erregte Bar-Kuchba einen Aufstand in Cyrene, wo die Juden in Masse unter seiner Leitung gegen die Griechen, ihre Todtfeinde, aufstanden; dann folgten die heldenmüthigen Kämpfe in Aethiopien und Egypten, als wäre der nach Befreiung dürstende