Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 16 (18.4.1840)
- Article
- Dine Schechita von Ahron ben-Elia dem Jüngeren
- Date
- 1840-04-18
- Page
- 241 (sequence 1)
- Language
- German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Stndie« rsrrd Kvitiken für jüdische Geschichte und Literatur. IS® Leipzig, den 18. April 1840» Dine Schechita v. Ahron den Elia, dem Jüngern. — Lit. Analekttn. Bemerkung über eine Stelle des Maimuni. Bemerkung vam Literaturblatt v. Dr. Abraham Geiger. Poetiscke Mittheilung v. Dr. Carmoly. Bemerkungen z. Orient v. g a l lr z i sch e it Gelehrten. — Nothwehr gegen drei Necensenten. Musterhafte Ehrlichkeit des Dr. Jost. — Lit. Skizzen und Berichte. — Bibliographie für jüd. Philologie. — Literarische Ankündigungen. — IMne Scl&ecMta von Ahron Leu»Gli<r dem Jüngeren. Excerpirt und geschildert von Fr. Delitzsch. Ze mehr die Lehre, die Gebräuche und die Literatur der Karner bisher unter die vernachlässigten Theile der jüdischen Wissenschaft gehörten, desto dankenswerter sind die Aufsätze, durch welche nach TrigLands, Schuparts und Wolfs Vorgänge Peter Beer und mit größerer Genauigkeit ' und Gründlichkeit X Geiger (Zeitschrift II. S. 93. ff) und I. M. Zost (Annalen I. Nr. 17. und weiter) die bereits begonnene Forschung weitergeführt haben. Die interessanteste Periode der karäischen Literatur ist unstreitig diejenige, in der sich unter dem Einflüsse der m uh am m e d ani sch en Scholastik und unter der Einwirkung der unter demselben Einflüsse herangereisten rabbanitischen eine karaische ausbildete, die sowohl den Glauben als die Gesetzübung in ihren Bereich'zog und, gegenüber dem Islam und dem Traditionalismus, nach eigenthümlichen Prinäpien ihre Lehrgebäude der Dogmatik (^^1! und Rechtslehre im weitesten Sinne (auiJt ausstellte. Inhalt und Form dieser Literatur sind gleich werth, die Aufmerksamkeit des Forschers auf sich zu ziehen; beide stehen, wo möglich, in einem noch innigeren Rapport zu der entsprechenden arabischen Literatur, als die der geistesverwandten rabbanitischen. Die karaischen scholastischen Werke entwerfen uns ein ausgesührteres geschichtliches Bild der muhammedanischen philosophirenden Seelen, weil ihnen die Bestreitung derselben naher lag; sie geben selbst in der Sprache den Arabismus treuer wieder und sind zum Theil in einem Idiom geschrieben, das, obgleich die unverkennbaren Spuren der Lectüre halachischer und philosophischer rabban irisch er Schriften an sich tragend, doch unter einem überwiegenden Einflüsse der eigenthümlichen Religionsprincipien, so wie der unmittelbar influirenden arabischen Wissenschaftssprache steht und deshalb ein eignes Studium erfordert. Unter die Koryphäen dieserkaraischen Literaturperiode gehört Ahron b. Elia aus Jzmid (Nikomedia), dessen Styl, weil durch eifrige Studien der Werke Maimuni's abgeschliffen, weicher und verständlicher ist und gegen den Styl der von ihm oft citirten Karaer Je schu ah, Ahron des Aelteren rc. wunderlich absticht. Außer seinen drei Hauptwerken, dem religionsphilosophischen D^P yv (C01EN dem exegetischen, NHN PPO, und dem nomokanonischen s) (N1W r!)) findet sich in der an karaischen Werken besonders reichen Bibliothek zu Leyden (Cutal. S. 285. Nr. 29), so wie in der Se~ natoria Lipgiensis noch ein besonderes Werkchen (jni^W Oh), welches, von allgemeinen philosophischen Principien ausgehend, das Ritual des Thierschlachtens abhandelt und auf diesem Gebiete die karäische Erblehre, in welcher Schriftgrund und Katholicitat die beiden Faktoren bilden, gegen das rabbanitische mündliche Gesetz geltend macht. Dieses Werkchen liegt uns in der letztgenannten, von einem gewissen Josef b. Saadia im I. 1469 zu Constantinopel geschriebenen Handschrift vor, in der es dem größeren Werke D^n y]) als Anhang beigegeben ist. Diese Handschrift gehört, wie auch die zu Jena befindlichen min PPD und DIHO b, so wie ein großer Theil der andern oriental. Codd. in Dresden und Leipzig, zu den bei der Eroberung Ofens (Üuda) durch das Heer Leopolds erbeuteteterr Spolien. Schon im I. 1684 belagerte das kaiserliche die im Besitz der Türken befindliche Stadt, diesen Schlüssel zum christlichen Europa; der Versuch verunglückte aber, und dennoch verdanken unsere Bibliotheken schon diesem mit einem entsetzlichen Verluste von Mannschaft verbundenen Versuche einige orientalische Kostbarkeiten, wie das genannte nViD D, laut der 16