Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-04-11 · 15 (11.4.1840) · p. 238

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
15 (11.4.1840)
Article
Nothwehr gegen drei Recensenten meines Buches
Date
1840-04-11
Page
238 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891419-2362231--0303-2362266
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

239 Nothwehr, v. Dr. Delitzsch. Literarische Ankündigungen. 2M Poesie in die deutsche Sprache einführt, daß er, durch mich angeregt, an diese künstlerische Arbeit gegangen sek. Was für.Vorarbeiten meint also Dr. Jost, wenn er mich, der das Vorhandensein solcher von gewährleistendem Ansehn negirte, der Lüge zeiht? Freilich ist die Geschichte der jüdischen Poesie nicht aus meinem Hirn entsprungen, ich habe gelesen, gesammelt, geordnet, und reclamkre als mein Eigenthum Nichts, als das Plastische der Darstellung, die Gruppirung des Dargestellten und die Objektivität der Lotalanschauung. Ich weiß wohl, und jeder Kenner weiß es mit mir, daß vor Rapaport das Leben Kalirs ein ungelöstes Räthsel war, unb daß vor Zunz Niemand die syaagogale Poesie recht gewürdigt hat; aber weder Zunz noch Napaport hat eine Geschichte der jüdischen Poesie geschrieben. Von Napaport's Biographie Kalir's sage ich auch rühmend genug S. 25, daß jeder Satz das Resultat tiefer Forschung ist, so wie von Zunz S. 102, daß er der größte Kenner der rabbinischen Literatur in Deutschland ist und daß sein Werk zu dem Gründlichsten gehört, was je über judenrhümliche Gegenstände in deutscher Sprache geschrieben ist. *) War es nach solchen Zeichen meiner Anerkennung und *) &ort evwätjne id) auch mit gleichem Lobe Iost's Geschichte der Israeliten. Ich habe seinen feindseligen Ausfall durch Nichts provocirt. solcher Auszeichnung der Schriften, auf die sie sich bezieht, weiter nöthig, Napaport und Zunz auf jedem Schritte zu cktiren, wo ich einen in die Geschichte der jüd. Poesie gehörigen, zugleich von ihnen behandelten Stoff, meine eignen Forschungen mit den ihrigen verschmelzend, beleuchte? Ich habe weder Rapaport's Biographien noch Zunz's Gottesdienstliche Vortrage erst dann gelesen, als ich meine Geschichte der jüdischen Poesie zu schreiben ansing; ich habe schon früher die Ergebnisse der Untersuchungen beider, so wie manche geistreiche und lichte Anschauung namentlich des Letztern mir angeeignet; ich habe Manches von Beiden gelernt, was ich nur mit Schwierigkeit in ihren Schriften wieder aufsinden könnte, Manches anderswoher, ohne irgend eine Quelle mit Genauigkeit angeben zu können.' Unser Wissen ist ja eben keine Anamnesis aus einer höhern Welt, sondern die Frucht schriftlichen oder mündlichen Unterrichts; die Literatur aber, wenn sie keinen Schritt weiter gehen wollte, ohne die Namen aller derer mit sich fortzu, schleppen, die ihr zu dem vorigen behülflich gewesen, würde ein monströses Ungethüm werden, das unter dem Ballast von Citaten sicher erläge. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [53.] Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist so eben erschienen, und durch alle Buchhandlungen zu haben: n w b n das Leben Moses von Philo, oder über die jüdische Theologie und Prophetie; ferner Philo's Buch Liber den Deealog, so wre seine Abhandlungen über Essäer und Therapeuten. Ins Hebräische übertragen von Josef Fies ch. gc. 8. br. 20° Gr. [54.] Durch den Unterzeichneten, so wie durch alle Buchhandlungen sind zu beziehen: PP 3 an 1SD oder 0 i tt $ i e tt über btc ältesten Schriften der jüdischen Literatur, in 142 Kritiken (Masagot) über die treffliche Aunz'sche Schrift: „Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden." Herausgegeben von Eljakim Ben-Jehiicla Milsaliagi, ehemaligem Rabbinen zu Smiloff. 4. drosch. Preis 1 Thtr. 12 Gr. Diese schätzbare Schrift, vielleicht die einzige in der jüdischen Literatur, welche ganz der Kritik gewidmet ist, enthälr auch einen historischen Abriß über den Studiengang in der Philosophie und Kabbala bei den Juden. C. L. Fritzsche. [55.] Bei C. .Berger in Leipzig (Ritterstraße Nr. 28) befindet sich eine große Zahl jüdischer, alter Werke zum Verkauf, und derselbe bittet die Kauflustigen, sich in portofreien Briefen an ihn wenden zu wollen. Die Bücher sind aus der talmudischen, grammatischen, poetischen und rituellen Literatur der Juden, und der Verkaufspreis verhaltnißinaßig sehr gering. Auch zeige ich dem geehrten Publikum ergebenst an, daß ich auch Eomrnifsioncn von israelitischen Predigten, Ritualbüchern, wie Sidurim und Machasorim u. dg!, besorge, für deren fleißige Versorgung auch die Redactiou bürgen kann. Zu Bestellungen von jüdischen oder mit dem Iudenthume zusammenhängenden Büchern aller Art bin ich ebenfalls erbötig. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I> H. Nagel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.