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Der Orient · 1840-04-04 · 14 (4.4.1840) · p. 216

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
14 (4.4.1840)
Article
Allgemeines Archiv des Judenthums ... [Rezension]
Date
1840-04-04
Page
216 (sequence 2)
Language
German
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217 Uebersicht des allgemeinen Zlrchiv's des Judenthums. 218 indem sich der Streit um den alten Controverspunkt über die Zahl der Glaubensartikel dreht. Indessen wäre immerhin eine vollständige Zusammenfassung alles dessen, was hierüber gesagt ist, nicht unwillkommen; nur müßte man freilich wünschen, daß das Ganze nicht -so zerstückelt, sondern mehr in großen Parthien gegeben würde. Ueberflüssig ist das zwei Seiten lange Citat aus Albo's Ikkarim, eine Hinweisung wäre hinreichend, da Albo's Dogmatik in jedermanns Händen ist. — V. Ucber die hkwV nivlpn, von Wolf David Block. Eine merkwürdige Probe einer unwissenschaftlichen Untersuchung, bei sonst nicht geringen Kenntnissen und lobenswcrthem Fleiße. Dem Verfasser war es nämlich nicht einleuchtend, daß diese Tekusot von dem berühmten Lalmudlehrer Samuel herstammten, da sie so fehlerhaft und unsicher seien. Er entscheidet sich daher für die Ansicht, daß diese Tekusot, nachdem das egyptische Jahr schon vor der Zerstörung des ersten Tempels zwar nicht gesetzlich anerkannt, aber doch geduldet war, diese Tekufot in den ersten Jahren der babylonischen Gefangenschaft von dem Vorstande (Bet-Din) öffentlich bekannt gemacht wurden, um zu verhüten, daß sich die Landbewohner des wandelbaren nabonassarischen Jahres bedienten; ein Resultat, welches die astronomische Berechnung bestätige. Den Namen Tekusot Samuel haben sie aber davon erhalten, daß sie Samuel in Schutz nahm, als N. Ada bar Ahba die seinigen einführte und jene abgeschaft wissen wollte. Wir hätten ein historisches Eingehen in die Geschichte dieser Tekufot und der bekannten Barajta des Samuel gewünscht. In Bezug auf die B araj ta des Samuel ist zu bemerken, daß dieselbe zuerst der Astronom S a b b a t a i B e n A b r a h a m D o n o l o aus Averse im Neapolitanischen (geb. 913) in der Vorrede seines astrologischastronomischen Commentars zum Buche Iezira, des Tachkern oni, genannt ist, wo bekanntlich auch die astrologischen und astronomischen Bestimmungen für das Jahr 946 enthalten sind (Melo Chafnajim S. 93). Die Vorrede Sabbatai Donolo's zu Tachkemoni schrieb der Mantuaner H i l l e l C a n t o n i im Jahr 1832 aus einer Handschrift zu Parma der de Roj fischen Sammlung (399. 417) ab, nach welcher Abschrift Dr. Geiger sie in seiner Sammlung Melo Chofnajim (Berlin, 1840) ausgenommen. Die betreffende Stelle, nach dem er betheuert hat, keinen Widerspruch zwischen den jüdischen und moslemisch-indischchristlichen Astronomen gesunden zu haben, lautet D3? snozg rngvo 0021212 ncpn “o '2 90212? Dn’ö?'D>»öbö' mT,s ähiTi Waf} i-Jtf "Ml? n’s* 2kW DnD IjK, und dann, nachdem er von dem babylonischen Astronomen t£HO , feinem Lehrer und Freund, gesprochen, schließt er “n’il 100212 *?21 002“ '220 b D$?l ^S'1DÜ'2 S*N"22 Dy - 00200 C'J12pOul5 ferner heißt es in dieser Vorrede: 02'20 020^1 SILO^I y2'^ ^SIOO'2 sn"222 Oinory 102 ropn bx h'ifö» Elaser Worms (Auf. des 13. Jahrh.) betrachtet sogar das Buch Sabbatai's nur als die Barajta des Samuel erläutcrd, indem er in seinem Werke Sode Nasaja (l8t>) sagt: ^10^2 S*0"22 00200* '020* 22021, und wie diese Barajta Raschi,- Iehuda Halöwy, Mose Nachmani und Iuchasin erwähnen, hat bereits Zunz in den gottesdienstlichen Vortragen (93) zusammengestellt. Daß also Samuel, der Amora, wirklich eine Barajta über astronomische Gegenstände und Kalenderberechnungen geschrieben, daß es nicht 'ein späterer Gelehrter war, der Samuel heißend mit dem Amora confundirt wurde, wird jeder nüchterne Forscher zugestehen, wenn er nicht von einer maßlosen Kritik zum Zweifel sich verleiten laßt, obgleich wir eingestehen müssen, daß wir über die N1ON arvna (Rosch Ha-Schana 20 b) und über das niDIpnn TlD, das im Vatikan (cod. 387 n. 17) acht Blatt stark dem Rab Samuel zugeschrieben wird, nichts wissen. Wir lassen dieses Ergebniß für jetzt auf seinen etwas schwankenden Grundlagen beruhen, da eine gründliche Besprechung dieses Punktes hier zu weit fuhren würde. Aufmerksam machen wollen wir nur Hrn. Block, daß er in seinen künftigen Arbeiten nicht die einfachsten Gesetze des Denkens übertrete, wie diesmal. So heißt es (S. 138): „Moses, der göttliche Gesetzgeber, wußte wohl, daß jede Erkenntniß, die auf Erfahrung beruht, nur stückweis und unvollkommen, mithin auch der Veränderlichkeit unterworfen sei, deshalb wollte er bei der Zeitrechnung seiner Glaubensbrüder allen astronomischen Calcül ausgeschlossen wissen." Trotz dem sagt Hr. Block selber, und mit vollem Rechte (S. 142): „Die Astronomie ist der ewige Typus der Weisheit und Wahrheit, dem man Glauben schenken muß." Wie reimt sich das? — Weiter heißt es (S. 138): „Die Geschichtsbücher des Judenthums lassen uns hierüber (nämlich über die Entstehung der Kalenderrechnungen) ganz in Ungewißheit" u. s. w., und trotz dem erzählt uns Hr. Block (S. 139), wie die Landbewohner in Palästina sich der altegyptischen Zeitrechnung bedienten, welche ihre Vorfahren in Egypten gelernt, und ihren Nachkommen überliefert hatten; das Bet-Din ha-Gadol ließ sie bestehn u. s. w. Wo in aller Welt steht dies in den Geschichtsbüchern des jüdischen Volkes? Oder kennt Hr. B. noch außer den heiligen Schrtften Geschichtsbücher für die Zeit vor dem Exil? Iosephus (hier mit pS^D*P, der eine „Geschichte des Judenthums" geschrieben, identisicirt) ist doch etwa keine Quelle für diese Zeit, er, der stellenweise sowohl sich, als der heiligen Schrift, und den talrnudischen Berichten, widerspricht? Es ist ganz richtig, daß wir über die Zeitrechnung vor dem Exil nichts wissen, weil die Geschichtsbücher nichts enthalten; und wollteman schließen, so könnte man aus Stellen, wie 2 Ehr. 30, 2 ff. 35, 18. schließen, daß man sich damals nicht sehr mit „Kalendermachen" abgab. — VI. Probe einer deutschen Uebersetzung von M. CH. Luzzatto's allegorischem Drama: Lob des Redlichen (la - Jescharim Tehilla), erster Akt, .dritter Austritt. — Wer sich in unserer Zeit noch an allegorischen Dramen, und noch dazu an solchen, die aus dem Hebräischen übersetzt sind, ergötzen kann, der lese diese Uebersetzung, nehme sich aber als Hülfsmittel des Verständnisses den Originaltext mit zur Hand. Eine Probe genüge (S. 149): Allein, was sag' ich nun, ist dochseit überströmt Von hefc'gen Fluthen der Verwirrung Die arme hier, die Stadt, die uns gezeuget, — Beruhigt nicht, gestillt mein Herz vor Kummer nicht ms. w. O es giebt noch andere Dinge, die von hest'gen Fluthen der Verwirrung überströmt sind. — VII. Eine interessante Skizze der jüdischen Gemeinde in Posen nach der historisch-statistischen Beschreibung der Stadt Posen vom Archivar von Lukaszewicz. Vgl. Orient Nr. 11. — VIII. Einige Worte über hebräische Synonymik. Es wird darauf hingedeutet, wie wenig dieses Feld noch bearbeitet ist, und mehrere synonyme Begriffe als Ausgaben für das nächste Heft „den Mitarbeitern" des Iedidja gestellt. — JX. Entwurf eines Planes zur Unterstützung israelit. Lehrer und deren Familien in den Königl. Preuß. Staaten. — X. Literarische Berichte, enthaltend: 1) MIN übersetzt von Dr. Heinemann; 2) NIpO erster Theil. ^DD/- übersetzt von demselben; 3) N1INO *71£0 DW Dj&T) übersetzt von einem 'Vereine;

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