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Der Orient · 1840-03-28 · Heft 13 (28.3.1840) · p. 97

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 13 (28.3.1840)
Article
Kandia: jetziger und früherer Zustand ...
Date
1840-03-28
Page
97 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von »r. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Mi». Leipzig, den 28. Marz. 184«. Orient. Kandia (jetziger und früherer Zustand; dle Familien Kcrpsoli, Kasan!, Aschkenasi u. del Medigo). — Deutschland (Berlin, erwachtes relig. Interesse, Verein zur Unterstützung u. Förderung literarischer u. künstlerischer Bestrebungen. Berlin. Concurrenz um den Preis der Mich. V.'schen Stiftung. Von der Warthe. Früchte einer milden Negierung.) — Böhmen (Prag, Wünsche in Bezug auf Rapaport; die Emancipation der Juden). — Literaturblatt des Orients. Bemerkung. Iu dieser letzten Nummer des Quartals gehören auch Jnhaltsanzeige, Vorrede und Weh einen Wogen stark, die jedoch erst mit der nächsten Nummer ausgegeden werden. Zur Vermeidung mancher Mißverständnisse findet die Verlagshandlung sich veranlaßt zu bemerken, daß sic, bei dm großen Geldopfern, welche stdiesem umfangreichsten und reichhaltigsten Matte des Judcnthums gewidmet, einzelne Nummern nicht ausgibt, und daß nun jeder Abonnenb für den ganzen Jahrgang sich verpflichtet. Ein Blick in dieses Quartal wird das Publikum hinlänglich überzeugen, daß die gelehrtesten Männer des Judcnthums und viele ausgezeichnete christliche Gelehrte sich zur Mitarbeit entschlossen, und wir können die Versicherung geben, daß diese Theilnahme sich mit jedem Quartale steigert. Di- Vcrlagshandlung. Orient. Kerttdilt (ehemals Kreta, jetzt Kirid). Diese große Insel im mittelländischen Meere, die jetzt, durch die Kämpfe der Griechen und den Druck der Osmanen so öd und entvölkert, noch zu dem großen Osmanenreich gehört, hatte einst eine Civilisation und eine Cultur besessen, von der jetzt keine Spur und keine Ahnung vorhanden ist. Während jetzt die Insel nach Olivier unter 350,000 Kandioten oder Kretensem nur 200 Juden zählt, waren früher daselbst blühende und große Gemeinden, die sowohl bei der griechischen, als auch bei der arabischen Bevölkerung in höchstem Ansehen standen und veren Philosophen und Mathematiker eine Zierde der Insel waren. Während K. Hött im Jahre 1823 — 29 unter dem Titel „Kreta" drei Bande über das Alterthum dieser Insel zu Göttingen veröffentlicht, hat Dr. Geiger jüngst in seiner Biographie Josef Salomo del Medigo's über einige jüdische Familien daselbst seit dem 15. Jahrhunderte manche interessante Notiz geliefert, die der großem Verbreitung werth ist. Es heißt dort: Unter den italienischen Staaten blühte damals vor Allen das meerbeherrschende Venedig, reich durch seinen Handel, selbstständig in dem Bewußtsein seiner Kraft und weniger engherzig durch seine vielen Beziehungen. Daher fanden auch die Juden dort weitern Raum zur Entwickelung, den sie sehr wohl benützten, so daß sie eine höhere Stufe der Bildung sich erwarben, mit gesundem Sinne die Schwärmerei der Zeit von ihren Thoren abwiesen, sich die Achtung fremder Glaubensgenossen zu erringen bestrebt waren und in vaterländischer Sprache Werke verfaßten. Wir werden bald die Berührungen kennen lernen, in welche unser Josef Salomo del Medigo mit einigen alteren Zeitgenossen in Venedig trat und dabei deren achtungswerthe Bestrebungen erfahren. Eine der wichtigsten Besitzungen Venedig's, wegen welcher harte Kriege mit den Osmanen geführt wurden, war die Insel Kandia oder Kreta, wegen ihrer günstigen Lage einem Handelsvolke von der größten Bedeutung. In dieser Insel begegneten sich altgriechische Bildung, mittelalterliche arabische Scholastik und der Aufschwung der neuern Wissenschaft in Italien. Auf die Juden * hatte seit drm 15. Jahrhunderte die stete Verbindung mit den zwei damaligen Statten jüdischer Bildung, Italien und dem Oriente, höchst günstig eingewirkt. Die jüdischen Bewohner der Insel waren meist deutscher Abstammung1), daher beobachteten sie auch in untergeordneten Ceremonieen den germanischen Gebrauch2), und der deutsche nüchterne Sinn mag nicht ohne Ein- 1) Metz in Elkrn S. 30: D’WtSWn ’DJTOö 2) Vcrgl. Mazref la-Chochma 24 d 25 b 26 a; vielleicht hat auch die Verschiedenheit der Elemente in der Bevölkerung bewirkt, daß sie die Accente nicht als melodische Zeichen kannten, das. 10 a, 13

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