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Der Orient · 1840-03-21 · 12 (21.3.1840) · p. 177

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
12 (21.3.1840)
Article
Schem-Tob Palkeira's Berichtigungen ...
Date
1840-03-21
Page
177 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für / jüdische Geschichte und Literatur. JVi 12» Leipzig, den 21. März 1840« Schern-Tl)obPalkeira''s Berichtigungen der Uebersetzung des'.DeUUet el-Hurrin Maimuni's von Samuel ibn-Tibbon. —/Der Psalter, wiedergegeben in der angemessensten Form. — Sendschreiben S. I. Napaport's an- S l o n i m s kr. — Dr. Krafft ' s Proben aus/2(lcharisi's Tachkemom. — Salomon P leßner s Consirmationsreden und historischer Nachweis'für die Feier der Consirmation. — Lit. Skizzen und Berichte. Herxheimer's Pentateuch, rtrnheim's Jozerot-Uebersetzung. — Literarische Ankündigungen. _ Schem-Thob Palkeira s Berichtigungen der Uebersetzung des Delslet el- Huirin Maimuni's von Samuel ibn-Mbbon. Aus dem Hebräischen von Fr. Delitzsch. Der im Jahre 1837 Zu Wien durch Mose Bisseliches edirte, im I. 1280 vollendete Commentar Schem- Thob Palkeira's zum More Nebuchim, betitelt More ha-More, enthält als Anhang drei inhaltreiche und werthvolle Abschnitte, von denen der dritte, in drei Theite zerfallend, [t>ie Fehler Nachweisen soll, die S amuel ibn-Tibbon in der Uebertragung des arabischen Originals des Delület el-Hairin begangen hat. Diese Kritik verdient alle Beachtung, da der gelehrte Spanier nicht allein, wie sein Commentar beweist, auf dem Gebiete der jüdisch-arabischen Philosophie völlig heimisch war, sondern auch eine mehr denn mittelmäßige Kenntniß der arabischen Sprache besaß. Sein eigner hebräischer Styl ist so ganz arabisch, daß er sich nicht allein mit Umsicht und Gewandtheit in dem weiten Kreise der Terminologie des gelauterten Aristotelismus bewegt, sondern sogar viele der Subtilitäten und Eleganzen der arabischen, bis aus die letzten Atome der zusammenhängenden Rede durchgebildeten Syntax, reflettirt. Palkeira hatte den Urtext des für den jüdischen Rationalismus fast saccosancL gewordenen Werkes durchforscht, und die Uebecsetzungen Al-Charizi's und Jbn-Tibbons sorgfältig damit Verglichen; alle Ausstellungen, die er an letzteren macht, sind, wenn, nicht immer genügend begründet, doch stets so gewissenhaft wotivirt, daß wir ihm selbst mehr Unparteilichkeit und Billigkeit beimessen können, als Ibn-Tibbon gegen seinen, mindestens im Hebräischen größere Meisterschaft besitzenden Vorgänger Al-Charizi bewiesen hat. Die Uebersetzung Jbn-Tibbon's bindet sich so sklavisch an das arabische Original, daß sie eher für eine sklavische Umsetzung desselben in hebräische Worte, als für einen künstlerischen Umguß in ein heterogenes Idiom gehalten werden kann. Eine Uebersetzung des More aus dem secundären hebräischen Texte erfordert somit erstens eine genaue Bekanntschaft mit dem Geiste und der Kunstsprache (dem Jsthiläch^ der mittelalterlichen Scholastik des Orients, dann aber auch eine intime Vertrautheit mit dem Arabischen, in welches man den hebräischen Text oft zurückdenken muß, um ihn recht zu verstehen. Was das erste Erforderniß betrifft, so behaupte ich keck, daß noch kein Uebersetzer des hebräischen More bisher eine genügendere Befähigung aufgewiesen hat, als der jüngere Buxtorf, der in einer Zeit lebte, in welcher die Kenntniß der aristotelischen Philosophie noch eine unerläßliche Bedingung wahrer Gelehrsamkeit war, in der das aristotelische Organon noch seine besonderen Lehrstühle hatte und alte Wissenschaften daraus ihren Schematismus entlehnten; seine Uebersetzung, in der zu einer ffolchen Arbeit bereits allseitig geformten lateinischen Sprache abgesaßt, ist vortrefflich und weder von Fürstenthal, dem wir gern eine tiefere Kenntniß des Hebräischen im Allgemeinen zugestehen, noch von Scheyer, der für eine wehr als fragmentarische Benutzung des arabischen Urtextes noch keinen Beweis geliefert hat, übettroffen worden; wir hegen aber die Hoffnung, daß Sam. Munck beiden Erfordernissen völlig entsprechen und seine Kenntniß des Arabischen, sowie seinen Fleiß und Scharfblick in der Kritik des Textes mit gründlichen Studien der peripatetischen Scholastik unter Arabern und Juden zu einer würdigen Herausgabe und Uebertragung des arabischen Originals verbinden wird. Das Interesse für den arabischen Urtext des in der jüdischen^ Religions- 1) d. t. die Convention, die durch Ueberem» runft, hedr. riDDDflfi, sixirte Terminologie. 12

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