Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 9 (29.2.1840)
- Article
- Die gemischten Ehen
- Date
- 1840-02-29
- Page
- 140 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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141 142 Literarische Berichte. endlich die Form näher bestimmen, welche bei der Vollziehung der Ehen zwischen Christen und Nichtchristen beobachtet werden sollen. (Schluß folgt.) Literarische Berichte. Lokman's Fabeln hebräisch. Scko» im Jahre 1819 erschien zu Lund eine hebräische Uebersetzung der Lokman'schen Fabeln, und der neueste Beurtheiler zweier neuen Ausgaben dieser Fabeln, Herr Dr.„ G. Weil, hat in dem Jannerhefte 1840 der Heidelberger Jahrbücher bei der Entscheidung über manche Lesarten die worttreue hebräische Uebersetzung oft zu Rathe gezogen. Da nun einmal die Lokman'schen Fabeln trotz ihrer Werthlosigkeit allgemein als Lektüre für Anfänger bestimmt sind, so wäre cs vielleicht nicht ohne Werth, eine Ausgabe des Originals mit gegenüberstehrnder hebräischer Uebersetzung zu veranstalten. — Das mosarsche Ivbel -Iahr. Die'theologische Facultät zu Göttingen hat bei der Säcularfeier der dortigen Universität das mosaische Jobel-Jahr, diese eigenthümliche Institution des jüdischen Alterthums, zum Gegenstände einer Preisaufgabe gemacht. Zwei Abhandlungen „de anno Mebraeoruin Jiibiiaeo,“ die eine von Kran old, die andere von Wold, beide Canditaten der Thologie, erhielten zusammen den Preis, weil die Facultar beide gleich vorzüglich, beide schätzbar für jüdische Alterthumskunde fand. Die eine Abhandlung ist viergetheilt: 1) über die wesentliche.Beschaffenheit des mosaischen Gesetzbuches und über den Namen des Jobel-Jahres; 2) über den Gegenstand des Gesetzes; 3) über die Absichtdes Gesetzes; 4) über die Beobachtung des Gesetzes. Jeder dieser Theile hat viele Kapitel und Paragraphen. Die zweite Abhandlung ist in 9 Kapitel getheilt: 4) über Ursprung des Pentateuchs im Allgemeinen; 2) über das mosaische Ansehen der jüdischen Gesetze; 3) über Ursprung der einzelnen Stellen des Pentateuchs, welche vom Jahrst'ebent und vom Jobel-Jahr handeln; 4) vom Namen des Jobel-Jahres; 5) Erläuterung über das Jahrsiebent und Jobel-Jahr; 6) 'Gang und Plan der Gesetze darüber; 7) ob das Jobel-Jahr von Mose eingerichtet wurde? 8) ob das Jobel-Jahr beobachtet wurde? 9) Aehnlichkeiten bei andern Völkern. —- Ein modernes Gedicht über das Sch ach - spiel. In der neuesten Zeit sind zwei ältere Gedichte über das Schachspiel durch den Druck bekannt.worden, unter dem allgemeinen Litel S e f e r h ä - Z e ch o k, dein Merkchen S c f a t - Sc rer von Ibn-Esra (Preßburg, 4838) beigedruckt. Das eine ist das allbekannte von Abraham Ihn-Esra, unter dem Titel '»pKptbplfmty CTIm, das and) Reggio in seinen Briefen mitgetheüt, und das sich in Breslau handschriftlich befindet, das andere ist von Maestre I b n - I e ch i j a. Diesen beiden Dichtungen--reihet sich das unter dem Namen ha- Kerab (die Schlacht) von Jakob Eichenbaum n London 1839 herausgegebene Gedicht über das Schachspiel. Herr Eichenbaum, Privatlehrer in Odessa, hat bereits 1836 Proben seiner Gewandtheit in der Handhabung der neuhebräischen Form veröffentlicht, denn damals gab er bei Ed. Kummer in Leipzig eine Sammlung von neuhebräischen Gedichten unter dem Titel K o l - S i m v a heraus. Beide Produkte zeichnen sich aber nur durch leichte. Form aus, denn was seine Jdecngänge anlangt, so sind sie zumeist trivial, ohne das geringste orientalische Gepräge. Phädott und Rettung der Juden in polnischer Sprache» Der in Warschau beliebte und sehr thatige Sekretär des Censur-Comite's I. Tugendhold hat so eben stden Phadon Mendelssohns ins Polnische übertragen. Schon im Jahre 1831 hat er das berühmte Merkchen von Menaffe Wen Israel, das Mendelssohn unter dem Titel „Rettung der Juden" ins Deutsche, Simson Bloch unter dem Titel ,,Teschuat Jisrael" ins Hebräische übertragen hatten, in polnischer Sprache mit einer großen Einleitung herausgegeben. In keinem Lande ist aber die Verbreitung eines solchen Buches in der Landessprache nützlicher und segenbringender als in Polen, da man gerade dort noch von den fanatischen mittelalterlichen Beschuldigungen gegen die Juden hört. Der lange Titel des letzteren zu Warschau 1831 gedruckten Buches ist: ,,Qbrona izraeliow, przez Rabbi Manasse Ben Izrael, czyli odpowdedz tegoz, dana uczonemu i dostoynemu anglikowi na kilka jego zapytan wzgledem nicktoryeb zarzutow izraelitow czynionych. Oraz rozprawa, o czynionym ludowi starozakonnemu zarzusie potrzeby krwi chrzesczianskiey do jakiegos obrzadku l’eligij'nego, czy tez do innego jeszcze uzytkii, przez Jk Tugend hol da." Gegenwärtig hat Herr Tugendbold die Abrahamide von Schalonr Kohen ins Polnische übersetzt und mit dem Originaltext auf Pränumeration herausgegeben, dessen Ertrag von über 300 Thaleru der Uebersetzer der Kleinkinder-Bewahranstalt Übermacht hat. Alle diese Schriften Tugendhold's haben selbst für die Lokalität nur einen ephemeren Werth, aber auch ein solcher ist in der Betrachtung unserer Zustände bcachtenswerth. Eine sprachvergleichende Arbeit, die jetzt, von Herrn Tugendhold unterstützt, in Warschau von einem gewissen Herrn El kan erscheinen soll, erwähne ich nur der Lächerlichkeit wegen. Das Merkchen sott die Verwandtschaft der slavischen Sprachen mit dem Hebräischen behandeln, ohne daß der Verfasser eine Kenntniß des Semitismus und des Sanskritismus besitzt. Nachschriften von Hirsch. Der bekannte Verfasser der neunzehn Briefe von Ben-Uflel und des Choreb hat soeben seine Postscripta zu den unter dem Titel Choreb be-Zajon erschienen Briefen eines jüdischen Gelehrten und Nabbümi, über das Werk Choreb, in Altona herausgegeben. Als die letzte Gegenschrift in diesem unerquicklichen, nutzlosen Streite habe ich sie mit besonderem Interesse gelesen und mit - der Schrift des Herrn'Fassel, Rabbinen in Proßnitz, zusammengehalten , da ich das Choreb be-Zajon ohnehin noch nicht gelesen hatte; ich habe die citirtcn Stellen nachge-