Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 9 (29.2.1840)
- Article
- Moses Ben Esra aus Granada [Rezension]
- Date
- 1840-02-29
- Page
- 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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131 Leop. Dukes: Mose Ben Esra aus Granada, batCon wird dem Dichter ein vollständiger Unsinn untergeschoben. Sieht aber Hr. Du dies nicht ein, so sollte er doch wenigstens bemerkt haben, daß der sehr streng beobachtete Reim hier2p statt 22 zurückweisen muß. Von S. 95 bis 105 sind Proben im Original aus dem Diwan mitgetheilt) der Besitzer der, wie wir glauben, einzigen Handschrift, Hr. Pros. Luzzatto, hat dem Hrn. Herausgeber diese Proben mitgetheilt und mit Anmerkungen in hebräischer Sprache versehen. Nachträge/und eine gelungene Uebersetzung des 49sten Kap. des Tachk-emoni von I. Alcharisi, zum Vergleich mit Mose Ben Esra, schließen die Abhandlung. Ehe wir von dem Buche Abschied nehmen, gestatten wir uns im Namen der Wissenschaft, der Hr. D. viele Hoffnung und auch Ehre macht, an diesen noch die Bitte, er möchte vorsichtiger bei Namen von Personen und Büchern sein, die dem arabisch-jüdischen Leben angehören. Statt schlagender Beispiele, welche Andere aus /Unvorsichtigkeit in diesem Punkt gemacht haben, wollen wir nur eines aus Mose Ben Esra anfuhren. S. 5 wird im Namen desselben dem S a ad j a' ein neues Buch JD2Dj1 *)£© (Buch der Untersuchung) zugeschrieben. Wir glauben aber, dieses Buch ist kein anderes, als das von Munk in seiner ..Notice sur Rabbi Saadm Gaon“ unter Nr. 8 angeführte Werk „Buch der Untersuchung der offenbarten (nicht aus dem natürlichen Recht hervorgehenden) Gesetze." Dieses ist nämlich eine Schützschrist für die Traditionen der Rabbinen, und folglich eine gegen die Karäer und Freidenker, deren viele wohl darin namentlich widerlegt werden, w o r u n t e r a n ch )2 aufgeführt sein mag. Wir vermuthen die Einerleiheit beider Werke, , selbst nachdem wir den Ausspruch des vor allen Andern stimmberechtigten Aunz in der Geiger'schen Zeitschrift Band 4, Heft 3, S. 387 gelesen haben, daß /N2ON v ein neues Buch des S a ad j a sei, und daß es eigens gegen/^pW s2 geschrieben sei'(letzteres geht gar nicht so bestimmt aus Mose Ben Esra's Worten, der einzigen Quelle hervvr). Vielleicht ist gar dieser fPlpND )2 kein anderer, als der berüchtigte Gegner und Verfolger des Saadja, der sogenannte Fürst der Gefangenschaft |2 TH HV Saadja hat, wie man sagt, in der Zeit seiner Verbannung durch diesen die meisten seiner Werke geschrieben, und da mag er leicht/ feinen Verfolger, welcher kein Mittel scheute, Geld von seinen Glaubensgenossen zu erpressen, DITjTÖK genannt haben. „ Wir verlassen für jetzt das Werk des Hrn. D. mit der Ueberzeugung, daß es trotz seiner vielen Uebereilungen seinem Urheber einen ehrenvollen Platz im kleinen Kreise derer/die mehr für die Wahrheit der Wissenschaft, als für ihren Schein, arbeiten, einraumen wird. Möchte er zur beurth.v.Lebrecht. Nachbemerkungen v. Fürst. 132 würdigen Behauptung dieses Ehrenplatzes sein versprochenes größeres Werk bald ans Licht treten lassen, bei der Ausarbeitung desselben aber ernstlich aller Anforderungen .eingedenk sein, über deren Befriedigung eine gerechte Kritik wachen muß. ' S. F. Leb recht. Bemerkung zu obiger Recension. *Der Beiname s"sti2N, den Mose Ben Esra bei Iedaja Penini und Salomo Gavison führt, und der dem Namen theils vortheils nachgesetzt ist, wird von Herrn Lcbrecht zwar ingeniös , aber wohl fälschlich dep-SeUchoc -Dichter erklärt. Denn wenn auch eine solche Wortbildung ihre Analoga hat, so steht'doch diese Bedeutung des Wortes völlig isolirt. Mir pflichten daher der Deutung des Wortes bei, die Dr. Delitzsch längst in dem Index zu seinem Katalog der Codd. hebr. der Rathsbibliothek gegeben hat, nach welcher mbi2N das arabische'e l - sdli h , (der Fromme) ist, ein sehrgewöhnlicher Beiname, der als solcher defektiv mit senkrechtem Fatal) geschrieben wird. Daß das arabische Ssad durch D (U ) wiedergegeben wird, ist wohl in Ordnung. Unkenntniß des philosophischen Ncuhebräismus und der arabischen Sprache, wie Hr.' Lebrecht meint, zeigt Hr. Dukes S. 42. seines Moses Ben Esra. Er übersetzt HTD „den pcrlenreinen Born/' und bemerkt dazu: „Dieser Ausdruck rVPOOD mi?J kommt unscrs Wissens das erste Mal in Salomo Ben > Gabirol's Keter Malchut vor (vgl. unsere deutsche Uebersetzung davon in den Ehrensäulen, Vers 95 S. 6l). Der Üeb ersetze r von dessen DHE ppD S. 3 braucht von der Seele des Menschen ebenfalls den Ausdruck TjOD rH2T2 (verständig [rebcnt] und perlenrein). Der Ausdruck ist kühn und nicht nach., einer bekannten hebräischen Analogie gebildet. Er ist wahrscheinlich irgend einem arabischen Ausdruck nachgebildet." Das Nomen pJD ist die Uebersetzung des arabischen ■gauhar (Substanz), und 'wird genügend erklärt von Schem Thob aus Tortosa in der Vorrede zu seiner Uebersetzung der drei Bücher des Aristoteles tcsql wie Dr. Delitzsch in seiner Beschreibung der letztern (0ata!. S. 292) deutlich genug dargethan. In den ^dditamantis bemerkt Dr. Zunz, daß sich bereits bei Mose Ben Esra in W'2m der KuS* druck finde. Ibn-Tibbon in seiner Uebersetzung des More giebt gauhar etmaö ungenau mit ^^>7, wie aus der Kritik Palkira's ersichtlich ist. Ein zweiter Artikel über das Dukes'sche Werkchen wird diesen Gegenständ wieder aufnehmen. — Der Leipziger Codex, aus dem Herr Dukes zwei Gedichte Mose Ben Esra'sanführt, ist Nr. XXV. (B. B. 12. 43) der Leipziger Nathsbibliothek. ' Die Mittheilung ist einer von Dr. Delitzsch angcfertigten Abschrift dieses Cod. entnommen, was wohl hätte erwähnt werden können, «nb was Herr Dukes wohl erwähnt haben würde, wenn er : 'sich nicht das Ansehen geben wollte, als habe er das Gebiet der' jüdischen Poesie zuerst beleuchtet. Wenn Herr Dukes von dem Leipz. Cod/sagt: ,,Es ist wahrscheinlich dasselbe, welches Wolf Th. 2 S. 1298 unter dem Titel rnTfti erwähnt," so ist diese undcutsch äusgedrückte Conjectur richtig, er wäre ihr aber überhoben gewesen , wenn er nur flüchtig in den Catalog eingeblickt hätte. /Die Nummern der angegebenen Gedichte sind falsch; ^T^ p2O ist Nr. 20 und N/2 ^1p Nr. 25 (letzte, res ein Elias-Lied). Das aus demselben Cod. S. 96 angeführte Gedicht S a l o m o's B e n G a b i r o l (11 Oktaven) trägt in der Epigraphe den Namen DD^ Sn , doch j gewiß durch Verwechselung mit >p^^>. Der Styl spricht für