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Der Orient · 1840-02-29 · 9 (29.2.1840) · p. 129

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
9 (29.2.1840)
Article
Moses Ben Esra aus Granada [Rezension]
Date
1840-02-29
Page
129 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur Leipzig, den 29. Februar 1840» D ukes' Mose/Ben Esra, beltttheilt v. Lebrecht (Schluß); Nachbemerkung v. Fürst. — Sendschreiben S. I. Rapaport's an CH. S. Slommski. — Ben-Abbas' Widerlegungsschrift gegen den Knsari, von S. Munk. — Dr. Krafft's Proben aus Lachkemoni. — Die gemischten Ehen. — Literarische Berichte. — Bitte. — Literarische Ankündigungen und Anfragen. —- M 9. Moses Ben Esra aus Granada. Darstellung seines Lebens und literar. Wirkens, (Schluß.) So wäre es schön und poetisch gesagt, und würde dem Vorhergehenden trefflich entsprechen, wo es heißt: Sie (die Mose) sei aus dem Gefängniß der Knospe auf den Blumenthron gestiegen; man lasse also die neue Königin hoch leben! Ganz anders Hr. D.: Wer dabei seinen Wem nicht trinket, . Hat schwer zu tragen cru seinen Sünden. Hr. D. aber hat schwer, zu tragen an seinen Uebersetzungssünden, die er S. 54 begangen hat, wo aus Kap. 4 des Tarschisch Nr. 249 folgende vier Verszeilen siguriren: Gemach doch, o Gazelle! Nicht umgebrachr den armen Gast, M i t B u s e n, w i e d i e P f e i l e, Süßer als der Honig fast. Auf welcher Stelle soll man das Gedicht wohl zuerst angreifen? Kein Dichterling, kein Bänkelsänger würde die Reize seiner Schönen durch solche Gedanken, und durchs solche Vergleiche feiern, und Mose Ben Esra ist wahrscheinlich ganz unschuldig an dem, was ihm sein Uebersetzer andichtet. Der Dichter hat schwerlich geschrieben, wie Hr. D. doch notwendiger Weise nach feiner Ueberfttzung gelesen haben muß. Offenbar steht im Manuskript, oder stand ursprünglich EP^JD, woraus i die Abschreiber sehr leicht das obige Wort verstümmeln konnten. Ein V mit einem zur Linken stehenden kann selbst in Druckschriften mit einem verwechselt werden; in Handschriften aber, besonders in spanischen, kann auch manchmal der geübte Leser das eine für das andere nehmen. Es muß demnach übersetzt werden: „Mit Augen, wie die Pfeile" ein Bild, das sich die Dichter aller Nationen und Zeiten oft erlauben, ohne gegen die poetische Wahrheit zu verstoßen. Wir wollen aber unsere Gerechtigkeit gegen Hrn. D. mit der ängstlichsten Strenge und Genauigkeit handhaben, und wollen daher vermmhen, daß er statt „mit Busen," welches sich in der Pluralform hier noch lächerlicher ausnimmt, „mit Blicken" geschrieben habe, und der Setzer nur.die Hauptschuld des unpassenden Bildes zu tragen habe. Hr. D. hatte dann wirklich im Manuscript DWJD gelesen, aber nicht mit denselben, wenigstens nicht mit sehr aufmerksamen, corrigirt. Die übrigen Gedichte sind ' auch nicht von der Art, daß man ihren Verfasser mit Gabirol, oder Jehuda Haläwy vergleichen könnte. In der deutschen Uebecsetzung werden ihre poetischen Mängel durch keine äußere Kunstform gedeckt, da der Uebersetzer zu geringe Sorgfalt auf das Metrum, den Reim und den poetischen Ausdruck gewendet hat. Flickwörter, wie das „fast" in dem oben angeführten Vers, „gar" und „fürwahr" u. s. w. beleidigen mit ihrem nichtssagenden Dasein Ohr und Gefühl zu oft. Von S. 61 bis 95 folgen hebräische Gedichte religiösen Inhalts, meist Bußgebete. Hr. D. hat sie aus verschiedenen Machasorim (Sammlungen von Festgebeten) theils gedruckten, theils handschriftlichen, zusammen getragen, sie mit Nachweisungen und Anmerkungen reich ausgestattet und sie zum Theil in den vorhergehenden deutschen. Beilagen übersetzt. Mit Emendationen ist Hr. D. mehr schnell, als glücklich; S. 77 z.B. heißt es: 2:nD ch tiw n<aon 2DIN CK 'MC &6lisiiij nny 'c welches etwa nach dem Style und Sinne des Originals so übersetzt werden könnte: Ein Wagen mir die Sünden warm, Und ich, Ich dachte nicht beim Fohren, Daß ich zur Erde bald muß fahren. In dem Mittelverse nun will der Herausgeber statt gelesen wissen. Durch diese vorgebliche Emen- •" 9

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