Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 9 (29.2.1840)
- Article
- Berlin: Statistik der Juden in Preußen
- Date
- 1840-02-29
- Page
- 70 (sequence 3)
- Language
- German
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70 Stralsund 184, Breslau 8995, Erfurt 1339, Danzig 5056, Köslin 3OO6, Potsdam mit Berlin 8221, Liegnitz 2401, Magdeburg 2334, zusammengenommen 44,212. Hierunter waren nur fünf Gemeinden, welche tausend und mehr Mitglieder hatten, nämlich die Judenschaft zu Berlin mit 5645, Breslau 5413, Danzig 2367, Königsberg 1454, Großglogau 1094, zusammengenommen 15,973, und zwei Gemeinden, welche mehr als 500, aber weniger als tausend Mitglieder hatten, nämlich die zu Frankfurt a. b. O. mit 639, und zu Stargard in Westpreußen 590. Hiernach enthielten sämmtliche sieben Gememeinden mit mehr als 500 Mitgliedern 17202, außerdem" befanden sich in zwölf Städten mehr als 250, aber weniger als 500 Juden, zusammen 4047, also in neunzehn städtischen Gemeinden mit 250 und mehr Mitgliedern 21,249, in allen übrigen Städten der vorstehend benannten dreizehn Regierungs-Bezirke wohnten außerdem noch Juden in geringerer Anzahl als 250 beisammen 19,520, also überhaupt in Städten 40,769, und auf dem Lande 3306, hierzu in dem daselbst stehenden Militär 137, wodurch nachgewiesen werden die oben berechneten 44,212. In diesen dreizehn Regierungs-Bezirken kommen Juden-Gemeinden von 250 Mitgliedern und darüber nur'noch in fünf kleinen Städten vor, die sämmtlich früher unter polnischer Herrschaft standen, namllch a) im Regierungs- Bezirke Danzig zu Stargard 590, Schöneck 295, Dirschau 410, Berend 271; 5) im Regierungs-Bezirke Frankfurt zu Schermeissel, welches erst im Jahre 1816 vom Großherzogihum Posen gerrennt und als Halb- Enklave zu Frankfurt gezogen worden ist 256. Alle übrigen hierher behörigen Städte sind verhältnißmaßig ansehnlich und verkehrreich: nämlich außer Berlin, Breslau, Danzig, Königsberg in Preußen, Grofiglochau und Frankfurt a. b. O. noch Elbing mit 353, Prenzlow 321, Landsberg a. d. W. 311, Stettin 318, Stolpe 292, Krieg 382, Magdeburg 482, Halberstadt 356, und es kommt der Fall, das; ganz kleine Ortschaften, die Juden-Gemeinden von 250 und wehr Mitgliedern hätten, nicht weiter vor. Dagegen haben ansehnliche Städte von mehr als zehntausend Einwohner hier, ohngeachtet ihrer ansehnlichen Bevölkerung, doch nur weniger zahlreiche Judenschast, nämlich Tilsit 202, Stargard in Pommern 235, Görlitz 13, Quedlinburg 57, Erfurt 149, Brandenburg a. d. H. 144, Stralsund 75, Liegnitz 236, Halle a. d. S. 142, Nordhausen 186, Potsdam 130, Greifswald 15, Burg 24, Naumburg!4, Mühlhausen 125. Insbesondere zeichnen sich die seit dem Jahre 1815 von Sachsen und Schweden zum preußischen Staate gekommenen Städte durch eine geringe Zahl darin wohnender Juden aus. Ein sehr hiervon verschiedenes Berhältniß bestehr in Bezug auf die Bercheilung der Juden in Westfalen und der Rheinprovinz. Nach der Zahlung zu Ende des Jahres 1837 befanden sich daselbst überhaupt Juden im Regierungs- Bezirk Münster 2985, Minden 5273, Arnsberg 4792, Köln 4629, Düffeldorf 6622, Koblenz 7308, Trier 4377, Aachen 2229, zusammen 38,215. Hier wohnt der größte Theil der Judenschaft zerstreut aufdem Lande, und auch die in den Städten wohnenden sind so vertheilt, daß keine Juden-Gemeinde volle 500 Mitglieder zählt. Nur in sofern, als Deuz, zwar nicht seiner Verfassung, aber wohl seiner Lage nach, als eine Vorstadt von Köln betrachtet werden könnte, und als die Juden- Gemeinden dieser beiden Ortschaften sich zu gemeinsamen Anstalten vereinigten, würde hier eine Juden-Gemeinde von mehr als 500 Mitgliedern entstehen. Es befanden sich nämlich Juden zu Köln 454 und zu Deuz 258, also in Köln mit Deuz 712, in Bonn 496, in Kreuznach 443, in Düsseldorf 409, in Koblenz 257, in Ehrenbreitstein 62, in Koblenz mit Ehrenbreitstem 319, in Krefeld 293, in Neuwied 276, in Trier 266, in Paderborn 253, also in diesen aus eilf Städten zusammengesetzten neun Juden- Gemeinden 3467; in allen andern Städten Westfalens und der Rheinpcovinz, wo weweniger als 250 Juden beisammen wohnten, waren deren überhaupt 13,333, also in sämmtlichen Städten der beiden westlichen Provinzen 16,800, auf dem Lande wohnten zerstreut in den Dörfern und Flecken 21,201, und im Militär, standen in diesen Provinzen 214; hierdurch wird die vorstehend angegebene Zahl nachgewiesen mit 38,215. Sehr ansehnliche Städte dieser Provinzen haben nur wenige Juden unter ihren Einwohnern, so. namentlich Münster nur 180, Elberfeld 125, Barmen 38, Wesel 208, Aachen 190, Eupen keine. Auch auf dem Lande sind die Juden nach einem sehr verschiedenen Verhältnisse vertheilt. Sie sind besonders daselbst sehr zahlreich in dem südlichen Theile des ehemaligen Bisthums Paderborn, und den daran grenzenden Gegenden des weiland kurkölnischen Herzogthums Westfalen; auch häufig in denjenigen Gegenden am Rheine, der Mosel, Nahe und Ahr, wo starker Weinbau getrieben wird. Dagegen ist ihre Anzahl überhaupt sehr gering rm Fürstenthum Siegen und dem nordwestlichen daran grenzenden Theile der Herzogthümer Berg und Westfalen, auf der Eissel und dem hohen Veen. Insbesondere befanden sich Juden, in dm Kreisen überhaupt wovon auf dem Lande Höxter , 1181 . . . 435 Marburg . . 1265 . . . 1006 Büren . 580 . . . 467 Lippstadt . . 551 .. . 301 Brilon . 706 , - > 398 Meschede . 232 . . . 158 Diese sechs Kreise erstrecken sich von Korvey durch das. Fürstenthum Paderborn und das Herzogchum Westfalen bis an die Grenze des nachstehend bezeichmten Land-