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Der Orient · 1840-02-29 · Heft 9 (29.2.1840) · p. 69

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 9 (29.2.1840)
Article
Berlin: Statistik der Juden in Preußen
Date
1840-02-29
Page
69 (sequence 2)
Language
German
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69 fugtec Einwanderungen geben konnten. Ebenso wahrscheinlich ist es, daß ein Theil dieser Eingewanderten es voctheilhast finden konnte, nach vollständig wieder hergestellter Ruhe, in seine früheren Wohnsitze zurückzukehren, und daß daraus, besonders bei geschärfter Aufmerksamkeit gegen unbefugtes Einwandern, die Verminderung in den letzten drei Jahren entstand. Da fremden Juden nur in sehr seltenen Men die Erlaubniß crtheilt wird, sich im preußischen.Staace nicderzutassen, das Auswandern der einheimischen Juden dagegen durchaus nicht erschwert wird: so kann ein so erhebliches Uebergewicht der Anzahl vom Auslande angezogener Juden, wie anscheinend in den Jahren 1822' bis mit 1834 bestanden hat, nur durch heimliches Einschleichcn entstanden sein, welches beiden örtlichen Verhältnissen eines Theils der östlichen Grenze durch die Aufsicht der.Regierung wohl nur allmählig zu hemmen war. Die Wohnsitze der Juden sind sehr ungleichartig unter die einzelnen Bezirke des preußischen Staats vertheilt. Nach der Zahlung zu Ende des Jahres 183/ wohnten Juden in den Negierungs-Bezirken: Marienwerder 13,777/ Bromberg 22,179/ Posen 52,017/ Oppeln 13,179, in diesen vier Regierungs-Bezirken zusammengenommen 101,152, das ist beinah fünf Neuncheile der ganzen jüdischen Bevölkerung des preußischen Staats. Sie bilden.in diesen Regierungs-Bezirken großenteils ansehnliche Gemeinden, welche nicht selten über ein Drittheil, und in einigen Fallen selbst mehr als die Halste sammtlicher Einwohner ihres Wohnorts enthalten. Die zahlreichste Juden-Gemeinde im preußischen Staate überhaupt befindet sich m der Stadt Posen, doch neben einer so ansehnlichen Einwohnerzahl, daß sie noch nicht ganz ein Fünftheil derselben ausmacht. Die nächst dieser ansehnlichsten Juden - Gemeinden, in den vorstehend bezeichneten vier Regierungs- Bezirken, sind die zu Kempen im südlichsten .Theile des Großherzogthums Posen, und in der fürstlich sulkowskyschen Stadt Lissa; sie werden jedoch an Zahl von den großen Juden- Gemeinden zu Berlin und Breslau übertroffen. Die Juden-Gemeinde enthält in Lissa über ein Dritttheil, und in .Kempen weit über die Halste sammtlicher Einwohner. Ueberhaupt befanden sich in diesen vier Regierungs-Bezirken drei und fünfzig Städte mit Juden- Gemeinden, deren Mitglieder die Zahl fünfhundert überstiegen. In nachstehendem Verzeichnisse sind sie nach dieser. Zahl geordnet. 1) Posen mit 6828 Mitgliedern, 2) Kempen mit 34/4, 3) Lissa mit 3470, 4) Krotoschin mit 2213, 5) Jnowraclaw mit 1917, 6) Rawicz, mit 1736, 7) Schwersenz mit 1596, 8) Gnesm mit 1579, 9- Graz mit 1557, 10) Ostrowo mit 1518, 11) Schwerin mit 1513, 12) Zempelburg mit 1497, .13) Rogasen mit 1482, 14) Fordon mir 1453, 15) Mehne mit 1380, 16) Wreschen mit 1351, 17) Kurik mit 1158, 18) Meseritz mit 1155, 19) Wittkowo mit 1105, 20/ Chodziesen mit 1062, 2.1) Ezarnikau mit 944, 22) Schrim mir 907/ 23) Wollstein mit 834, 24) Wronka mit 813, 25) Schönlanke mit 809, 26) Lobsens mit 809, 27) Samtec mit 799, 28) Rakel mit 787, 29) Neustadt bei Pinne mit 775, 30) Birnbaum mit 760, 31) Iülz mit 752, 32) Märkisch Friedland mit 730, 33) Pleschen mit 721, 34) Exin mit 717, 35) Krojanke mit 711, 36) Pinne mit 707, 37) Obrzycko mit 700, 38) Labischin mit 690, 39) Schneidemühl mit 668, 40) Kozmin mit 658, 41) Ober-Beuthen mit 631, 42) Gteiwitz mit 624, 43) tibor mit 580, 44) Tuchel mit 572, 45) Fraustadt mit 565, 46) Miloslaw mit 552, 47) Wongrowiz mit 543, 48) Boreck mit 532, 49) Jarocin mit 526, 50) Deutsch Krone mit 526, 51) Geiskretscham mit 520, 52) Gvslina Murowna mit'510, 53) Santomysl mit 506. In diesem Verzeichnisse befinden sich einerseits sehr viele kleine, in Bezug aus Gewerbe und Verkehr wenig bekannte Städte, besonders aus dem Großherzogthume Posen; andererseits aber vermißt man darin, besonders in den Regierungs-Bezirken Marienwerder und Oppeln, ansehnliche und verkehrreiche Mittelstädte, wie namentlich Thorn, Graudenz, Marienwerder, Reisse, Oppeln, Leobschütz und Neustadt in Oberschlesien. Mehrentheils haben Begünstigungen der Grundherrn, besonders in früheren Zeiten, Niederlassungen der Juden in unbedeutenden Städten veranlaßt, und Widerstand der Zünfte, der Kaufmannsschaft, zuweilen auch der Geistlichkeit, dieselben verhindert oder doch beschrankt: daher so verschiedene Verhältnisse der christlichen Einwohnerzahl zu der jüdischen in benachbarten Ortschaften. Die vorbenannten zwanzig Ortschaften mit Juden-Gemeinden von mehr als taufend Mitgliedern enthielten zusammen 39,094, die gleichfalls vorstehend benannten drei und dreißig Ortschaften mit Juden-Gemeinden von mehr als fünfhundert, aber weniger als tausend Mitgliedern 22,498; diese 53 Städte zusammengenommen also 61,592; hierzu treten ferner in den vorbezeichneten vier Regierungs - Bezirken fünfzig Juden - Gemeinden, welche 250 bis 499 Mitglieder hatten, zusammen mit 17,129; diese 103 Juden-Gemeinden enthielten demnach überhaupt Mitglieder 78,721. Außerdem wohnten noch in dm Städten der hier betrachteten, vier Regierungs-Bezirke in geringerer Anzahl als 250 beisammen 12,682, mithin überhaupt in den Städten 91,383, und zerstreut auf dem Lande 9,727; außerdem befanden sich in dem hierstehenden Militär 42, wodurch die weiter oben angegebene Zahl nachgewiesen wird mit 101,152. Außer den Regieruugs- Bezirken Marienwerder, Bromberg, Posen und Oppeln, befanden sich in den östlichen und mittleren Provinzen des preußischen Staats nach der Zählung zu Ende des Jahres 1837 Juden in den Regierungs-Bezirken Gumbinnen 1102, Stettin 2953, Frankfurt 4262, Merseburg 416, Königsberg 3943,

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