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Der Orient · 1840-02-28 · Heft 9 (29.2.1840) · p. 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 9 (29.2.1840)
Article
Statistische Notizen über die Juden im Orient [Nachricht]
Date
1840-02-28
Page
65 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Quartal ist 1 Thlr. 6 Gr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und. allen soliden Buchhandlungen. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. fK Leipzig, den 29. Februar 184O» Orient. Statistische Notizen über die Juden im Orient. — Frankreich (Paris, Fortsetzung). — Schweiz (Luzern, mütterliche Sorgfalt der Censur). >— Deutschland (Wien, die erste Cursprüfung dieses Jahres; Berlin, Streit des hochgebildeten Berliner Juden - Vorstandes über den Chasanrock; Berlin, Fortsetzung; Leipzig, Centrum des jüd.-liter. Lebens; Leipzig, Luzzatto's Mitrheilung in 'dem Serapeum). — Literaturblatt des Orients. — Orient. Die schottische Mission zur Erforschung des Zustandes der Juden in allen Theilen der Welt, bringt uns in dem. Jewish Jntell. in der letzten Zeit noch folgende gro^tentheils statistische' Notizen über die Juden im OÄestt und in den ihm näher liegenden Landern. Ick gebe hier das Wichtigste auszüglich: Die Gemeinde zu Tyrus, wie sie jetzt besteht, ist keine ursprüngliche, ihre Glieder sind großentheils erst in der Neuzeit aus Safet und andern Orten zu einer Gemeinde zusammengetreten, 5 Familien sind aus Algier. Die Wohnung des Rabbinen in Tyrus steht an der See, wo man die Aussicht auf Neutyrus hat und manche Ruinen der einst berühmt gewesenen Stadt sehen kann. In S idon ist eine kleine Synagoge und eine kleine Gemeinde, deren Rabdine aus der Berberci jüngst hingekommen. In Kafir-Birchom (dieser Eigenname scheint verschrieben) sieht man noch Ruinen einer alten Synagoge, von welcher noch der Eingang und zwei Fenster stehen, und zwar letztere unten breit; der Thorweg har einfache Pfeiler, oben mit Weinlaub, Trauben und Granaten umkränzt. Die Juden beten hier im Vorübergehen. Safet, jetzt Szaffad genannt, liegt in Folge des Erdbebens vom 1. Januar 1837 noch halb in Trümmern. Unter den Ruinen bemerkt man Schlangen und in den Lüften viele Geier. Die jüdischen Bewohner schmachten in Elend, den Ueberfall der Beduinen fürchtend, und sie patrouilliren d.es Nachts mit den Arabern. Ihre kostbarsten Sachen halten sie vergraben und viele wollen den Ort verlassen. Man zählt jetzt in Safet 1900 (?) Juden. Es sind vier . Synagogen und mehrere Bote - Midraschim daselbst.. In der Gemeinde zu Safet fand sich auch ein Ger (Proselyt) aus Rußland, welcher vor einigen Jahren zum Judenthume übergeggngen ist. (Rach Burckhardt S. 579 und Jowett S. 180 hatte Safet unter 7000 Einwohnern 400 Judenfamilien, getheilt in Afchkenasim und Sefardim, und nicht vier sondern sieben Synagogen). Am Abhange unweit Safet liegt ein Dorf Merona (?) und der Friedhof, wo die Gräber vieler ausgezeichneten jüdischen Gelehrten vorhanden sind. In diesem Dörfchen steht ebenfalls noch eine Ruine einer alten Synagoge, wie in Kafir-Birchom. Unweit davon liegt ein von Mauern nicht umschlossenes Dorf, welches I er mach heißt, wo 10 bis 12 jüdische Familien wohnen. Drei. Stunden davon liegt das Dorf Beciah, wo 20 jüdische Familien wohnen, die Ackerbau treiben. (Da in des Herrn K. v. Räumers Palästina die Dörfer Kasir-Birchom, Merona, Ierwach und Beriah nicht zu finden sind, so ersucht der Redacteur den Verfasser von Palästina ergebenst, im „Oriente" über diese Platze einigen Aufschluß geben zu wollen). — In Tabaria, das auch noch theilweise in Trümmern liegt, leben die Juden in traurigem Zustande, doch sind sie die besser aussehende Bevölkerung; die 5 Synagogen, die Bote Midraschim, deren es früher 30 gab, sind sauber, kühl und gut gehalten. In Akre ist nur eine kleine Synagoge. — In Smyrna sollen mindestens 9000 Juden leben; sie habe eine sehr große und 10 bis 12 kleinere Synagogen, alle gut eingerichtet und. mit einem kühlen Portikus vorn, mit Weinpflanzungen und Feigenbäumen umgeben, worunter im Sommer oft die Betenden sitzen. Hier ist ein großes Schulgebäude mir zehn Zimmern, zu etwa je 40 Schülern, die unter einem Lehrer stehen. Aber diese Schule ist in Verfall und die Lehrer sind unwissend. In jedem Zimmer hängt eine Peitsche, ein Bastonaden-Instrument und Fußstocks. — In Saloniki leben 50,000 Juden, in Konstantinovel über 80,000, von denen in Ortakoi 5000* 9

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