Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 8 (22.2.1840)
- Article
- Moses Ben Esra aus Granada [Rezension]
- Date
- 1840-02-22
- Page
- 121 (sequence 2)
- Language
- German
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121 Leop. Dukes: Mose Ben Esra aus .Granada, beurlheilt von Lebrecht. 122 iingtonianoS' eic.. „ bei es nicht zwei Exemplare eines und desselben Buches, sondern zwei verschiedene Bücher sind. Aus dem philosophischen Werke des Mose Ben Esra aber ist das bei Hrn. D. Nr. 2. angeführte Buch zu streichen. Wir würden aber jetzt statt eines dritten .Buches nur einen vierten Namen für das Buch Tarschisch haben;- jedoch wissen wir uns das Verhältniß des arabischen Namens zu dem hebräischen Buche nicht zu erklären. Einen Beitrag zur Erklärung mag folgende Vermuthung liefern: Wolf erklärt nach früheren englischen Katalogen, das Buch habe eine paraphrasis arabica (wogegen Ure blos von einem protogus ambicns spricht); diese Paraphrase mag von ihrem Verfasser den obigen Namen erhalten haben, welchen man fälschlich später auf das ganze Werk ausgedehnt. Wir freuen uns übrigens, der Erste zu sein, der diese Berichtigung zu dem von seinen englischen Katalogen irregeleiteten Wolf geliefert hat. Ure, Nicoll und Pusey, der jüngste Bibliograph der Oxforter Bibliothek (1835), schweigen davon. Was wir von Nr. 2. mit Bestimmtheit ausgesprochen, können wir anderer Seits von Rr. 3. nur mit starker Vermuthung thun. Wir glauben nämlich, daß das Buch frTteTiß - btt mit dem bei Wolf I. c. und bei Ure 499 beschriebenen identisch sei, worüber freilich den gewissesten Aufschluß eine Vergleichung des Oxforter Kodex mit dem, was $r. D. S. 6 aus Gavison an führt, geben könnte. Was wir von jetzt an bis zu den Beilagen über des Hrn. D. Leistungen zu sagen haben, macht uns die aufrichtigste Freude. Der ganze §. 2 S. 6 —16 zeigt einen Fleiß und eine Kritik, deren sich ein Zunz und Rapaport nicht zu schämen brauchen. Ueber 200 religiöse und weltliche Gedichte sind aus Codices und den seltensten Gebetbüchern nach ihren Anfängen angeführt und beschrieben. Aber wir sehen spater, daß dieses ganze nur eine Verarbeitung der Luzzatto'schen Mittheilung im Kerem Chemed ist, so daß eigentlich Herrn Luzzatto das Lob gebührt. Wir wünschen ihm Glück zu diesem Paragraphen und verzeihen ihm gern manche miteingefchlichenen Menschlichkeiten, die aus Unkunbe des Arabischen entsprungen sind. Auch für die §§. 3, 4, 5, S. 16—29 sind wir Hrn. D. verpflichtet; sie sind meist der Beschreibung des Buches Tarschisch geweiht, dessen Inhalt, Ton und Styl an sich und in Vergleich mit andern Dichtern gewürdigt. Freilich hat auch dazu Luzzatto das Meiste bcigetragen. Das Exemplar, dessen sich Hr. D. bediente, befindet sich auf der Hamburger Stadtbibliothek, (codd. Jiebr. 48. 4lo, die Blatterzahl hat Hr. D. leider nicht angegeben). Was zuvörderst die Annahme betrisst, daß der berühmte Abraham Ben Esra, der Gefeierte sei, dem das Buch dedicirt ist, so hätte Hr. D. sie keiner Widerlegung werth halten sollen. Offen gesagt, sind wir ungläubig genug, an der Echtheit der S. 2k angeführten fünf Dedicationsverse zu zweifeln; so schreibt kein Schriftsteller, selbst kein orientalischer Dichter von sich. Ob ein Kommentator oder ein Abschreiber dies gesagt, ob überhaupt das ganze Geschichtchen von Jbn-Esra hier erfunden ist, wissen wir nicht. Sonderbar erscheint es uns aber, daß die ausschweifenden Lobeserhebungen der Dedication, wie sie Hr. D. anführt, sich wörtlich in dem Gedichte an NNLftN S. 103 ff. wiederstnden, und daß das Gedicht also schließt: wtsnm wwb w iCTiira by piy jn&o Interessant ist S. 19 u. 21 die Nachweisung über Dasein und Entstehung der drei Namen D^D/ pijj welche einem und demselben Werke angehören. Den Namen welchen Gavison (bei Hr. D. S. 20) richtig erklärt, finden wir nur ein einziges Mal richtig geschrieben; sonst immer unrichtig rPÜiH; es ist das H Ü S Arabische (j-vAASi'i, worüber das Nähere in den Lexicis (Freytag S. 314,!>.), ganz besonders aber in der De-Sacy'schen Ausgabe des Hariri S. 233 ff. in den Scholien und in Freptag's Darstellung der arabischen Verskunst S. 522 zu finden ist.*) Wenn aber Hr. D. behauptet, das Wort werde von keinem hebräischen Schriftsteller weiter gebraucht, so ist das nur eine neue Uebereilung; denn der berühmte, von Jbn-Esra oft angeführte Jehuda B en Bileam hat auch ein "1DD geschrieben; man findet es angeführt und Proben daraus mitgetheilt in dem trefflichen Buche PHE)'! (siehe Zunz Zusätze zu Naumann's, Delitzsch's und Fleischer's Catalogin lihror. mss. biblioihecae Senat ortete Lipsiensiim 'Art. Rabbi Juda Ben Bileam.) Auf den vier Seiten des 6. und letzten Paragraphen faßt Hr. D. seine Urtheite über die poetische Leistung des Mose Ben Esra zusammen und stellt diesen, nach dem Vorgänge des Jehuda Alcharisi, aus den Gipfel des neuhebräischen Parnasses mit Salomo Ben Gabirol, Jehuda Halöwy und Abraham Ben Esra zusammen, und schrankt das Lob nur dahin ein, daß er ihm nicht die unnachahmliche Weichheit des Jehuda Halewy beilegt. Wir möchten dieses Lob noch etwas weiter einschränken. Mose Ben-Esra hat aus den Dichtungen weltlichen Inhalts Profession gemacht, er zog als Rhapsode wahrscheinlich zu den Reichsten und Freigebigsten seiner Nation umher, und daher arteten seine Gedichte oft in Reimereien, gleich denen der Meistersänger aus. Auch der Zwang, dem er sich durch den im Ganzen Gedicht fortlaufenden Reim unterwarf, drängte häufig ein lächerliches Nichts an die Stelle, wo ein gesunder Gedanke gestanden haben würde. Die Sprache freilich hat er sehr in seiner Gewalt; er mißbraucht sie aber auch öfters bis zur Ungebühr. Der in der Wahl *) Das (jas gehen die Juden nie anders als durch Q wieder.