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Der Orient · 1840-02-15 · 7 (15.2.1840) · p. 101

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
7 (15.2.1840)
Article
Leo der Hebräer
Date
1840-02-15
Page
101 (sequence 5)
Language
German
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105 Leop. Dukes: Mose Ben Esra aus Granada. Theilung des Intellekts und des Körpers, als männlichen und weiblichen Princips, aus welcher alle Liebesschnfucht resultirt. (Schluß folgt.) Moses Ben Gsra ans Granada. Darstellung seines Lebens und literarischen Wirkens, nebst hebräischen Beilagen und deutschen Uebersetzungen von Leopold Dukes. Altona, gedruckt bei Gebrüder Bonn (nach Borrede im Juni 1839). 8. VI. und 115. S. Erster Artikel. Nor drei Jahren trat Herr Dukes zum ersten Male, wie wir glauben, als Schriftsteller mit einem Werke auf, welches den Titel führt: Ehrensnulen und Denksteine zu einem künftigen Pantheon hebräischer Dichter und Dichtungen, von Leop. Dukes. Wien 183 7. 8. Seitdem arbeitete er öffentlich an verschiedenen Zeitschriften, und im Stillen an dem obigen Werkchen, welches, wie aus der Vorrede S. 5 und 6. zu schließen ist, neben und aus den Vorbereitungen zu einem umfassenden, bald herauszugebenden Werke „über die Geschichte der neuh ebraischen Literatur," entstanden ist. Schon in den Ehrensaulen, in welchen Salo mo Ben Gabirol und Jehuda Alcharisi die Hauptpersonen waren, zeigt sich ein schriftstellerischer Charakter, dessen Licht und Schatten originell sind; eigenthümliche Leichtigkeit zu suchen und zu entdecken, aber auch eine eigenthümliche Leichtigkeit zu irren. Mit einem Grade von Scharfsinn, Fleiß und Beharrlichkeit benutzt Hr. D. dort Handschriften und selten gewordene Druckwerke, um Licht über die hebräische Literatur des Mittelalters zu verbreiten. Allein diese Vorzüge werden nicht durch Umsicht und Besonnenheit geleitet, nicht durch eine gleichmäßig durchgebildcte Gelehrsamkeit bewacht, und bewegen sich daher in einem zwar naturkrastigen, aber doch verwilderten Zustande der Freiheit. Im vorliegenden Werke finden wir das Talent des Hrn. Verfassers gereister und auch viel vorsichtiger; aber die poetisch nachlässige Natur, die den „Ehrensaulen" sehr oft das Gepräge der Uebereilung aufdrückt, hat uns auch hier ziemlich oft überrascht. Das Werk im Ganzen, erklären wir mit Freude, gehört zu den guten Erscheinungen der neueren Zeit in diesem Gebiete. Es ist fast ganz das Ergebnis mühsamer Benutzung von Handschriften, die in Bibliotheken verschiedener Lander zerstreut liegen. Hr. Dukes giebt weit mehr, als er auf dem Titel zu geben .verspricht. Er verbreitet sich nicht nur über die Thätigkeit des Mose Ben Esra allein, sondern über die Thatigkeit derer, die gleichzeitig mit und Jahrhunderte nach diesem geistvollen Spanier an dem Gebäude hebräischer Literatur mitarbeiteten. Der kundige Leser, wie der Dilettant wird auf jeder Seite etwas finden, was ihn gegen Hrn. Dukes verpflichtet. Bei der Wichtigkeit des Buches an sich, und im Betracht, daß es eigentlich nur ein Vorläufer des versprochenen größeren Werkes ist, halten wir cs für Pflicht, durch ein genaueres Eingehen auf dasselbe das Verdienst des Hrn. Verfassers zu würdigen, zugleich aber durch Aufdeckung zahlreicher Jrrthümer ihn für daS genannte größere Werk auf die Nothwendigkeit einer sorgfältigeren Anschauung seiner Quelle aufmerksam zu machen und gegen den Leser des jetzigen gerecht zu sein. In der nicht ganz mu wissenschaftlicher Würde geschriebenen Vorrede werden die Bibliotheken angegeben, welche mit besonderer Liberalität dem Verfasser ihre handschriftlichen Schätze geöffnet haben, und Rechenschaft über die Uebersetzungen, die dem Buche beigegeben sind, abgelegt. Das Buch selbst, das in 6 Paragraphe zerfällt, beginnt mit Bemerkungen über die Vorgänger, den Standpunkt, die Namen und Lebensverhältnisse des Mose Ben Esra (S. 1 und 2). Er war Philosoph und. Dichter, seine philosophische Gelehrsamkeit bekunden nach Hrn. Dukes drei Werke. Aber lassen wir diesen einen Augenblik selbst sprechen: „Seine philosophische Gelehrsamkeit beurkunden drei Werke, wovon eins ganz und eins zum Theil arabisch geschrieben ist; eines aber allem Anscheine nach ursprünglich hebräisch abgesaßt war, und unter dem Titel DttQD (Gewürzbeet) bekannt geworden ist." Hr. Dukes hat von diesem Werkchen handschriftliche Fragmente aus der Hamburger Stadtbibliothek (C&d. hehr, 310. Quart, 6 Blätter) vor sich gehabt, deren Inhalt er genau beschreibt. Aus dem Verzeichnis der angeführten Schriftsteller sieht man, welche Quellen Mose Ben Esra benutzt hat. Die meisten sind griechische Philosophen, nur ein einziger Araber, (Alfarabi) und zwei Juden, Saadja Gaon und Salomo Ben Gabirol (letzterer nicht namentlich). Von Saadjae wird ein angeblich neues Buch jrp£n angeführt und ein neuer Gegner rPlpKO p, gegen welchen es gerichtet sein soll. „Das zweite Buch," fahrt Hr. Dukes fort, „führt den Titel Til urD (!) (Blumen des Gartens) (!). Dies scheint eine Art Rhetorik und Geschichte der Poesie zu sein. Dies Buch scheint für die Geschichte der hebräischen Literatur in vielfachen Beziehungen sehr merkwürdig zu sein, und es ist daher um so bedauemswerther, daß es sich in der Dodlejanischen Bibliothek zu Oxfort befindet, (494. Vergl. auch Wolf Thl. 3,^ S. 3). Das dritte Buch führt den Titel /Kl welches unter verschiedenen philologisch poetischen Stücken auch Exegesen enthalten zu haben scheint, welches aber schwerlich in einer europäischen Bibliothek zu finden sein dürste. Vielleicht daß cs

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